Richtig lüften: So wird's im Winter gemacht!

Saubere, frische Raumluft ist gesund und wohltuend. Doch in der kalten Jahreszeit mag man kaum das Fenster öffnen. Wie man im Winter richtig lüftet, für ein optimales Raumklima sorgt und dabei sogar Heizkosten spart und Schimmel vorbeugt, zeigt Dir dieser Ratgeber.

Richtig lüften ist mehr als nur kurz das Fenster aufzureißen.
Richtig lüften ist mehr als nur kurz das Fenster aufzureißen.  © 123RF/ayphoto

Du hast gekocht und die Gerüche breiten sich aus. Oder Du kommst frisch aus der Dusche und der Wasserdampf steht im Raum. Dann heißt es, lüften:

Fenster auf, frische Luft rein, verbrauchte Luft raus. Das klingt einfach, doch gerade im Winter kann man dabei einiges falsch machen.

Wer richtig lüften möchte, muss ein paar Dinge beachten, denn sowohl die Jahreszeit als auch die Zimmernutzung sowie die Uhrzeit spielen eine wichtige Rolle. Die Luft ist im Winter kalt und meist trocken, insbesondere in den Morgenstunden.

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Infos für Schnellleser:

  • Durch zu vieles Lüften kann Schimmel entstehen.
  • Auch wenn man zu wenig lüftet, kann sich Schimmel bilden.
  • Kipplüften und falsches Stoßlüften birgt Probleme.
  • Wer zu viel lüftet, muss außerdem mit erhöhten Heizkosten rechnen.
  • Optimal ist mehrmaliges Lüften, wenigstens morgens und abends, für fünf bis zehn Minuten.
  • Die Heizung sollte beim Lüften abgestellt werden.

Warum muss man auch im Winter regelmäßig lüften?

Wenn eiskalte Luft ins Zimmer strömt, kann lüften im Winter zwar auch unangenehm sein, aber wer nicht in stickiger Luft leben möchte, muss natürlich auch mal die Fenster öffnen. Das ist nicht nur für die Gesundheit sowie die Geruchsbekämpfung im Haushalt wichtig, sondern auch wegen der Feuchtigkeitsbildung.

Im Haushalt gibt es zahlreiche Quellen, durch die die Feuchtigkeit in der Raumluft erhöht wird, zum Beispiel:

  • atmen
  • schwitzen
  • baden, duschen
  • kochen
  • Zimmerpflanzen
  • Wäsche trocknen

Hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schimmel führen:

Im Winter kommt das Problem hinzu, dass sich die Feuchtigkeit wegen der niedrigen Temperatur stärker an den Wänden niederschlägt. Das liegt daran, dass kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnimmt – die "möchte" aber irgendwohin und kondensiert verstärkt an kalten Oberflächen, besonders im Fensterbereich oder an Außenwänden. Die Folge: ein erhöhtes Risiko für Schimmel.

Hinweis: Von einer hohen Luftqualität profitiert man nicht nur selbst, Mieter sind sogar dazu verpflichtet für einen guten Luftaustausch in der Wohnung oder im Haus zu sorgen, vor allem damit sich kein Schimmel bildet.

Um Probleme zu vermeiden, muss regelmäßig gelüftet werden – und zwar richtig!

Kann man falsch lüften?

Oh ja, das kann man. Wer im Winter nicht richtig lüftet, riskiert nicht nur ein unangenehmes Raumklima oder Schimmelbildung, sondern auch erhöhte Heizkosten – und auch die Schimmelentfernung schlägt zu Buche, falls sie nötig wird. Wer es richtig machen will, sollte also zunächst wissen, welche Fehler man beim Lüften machen kann.

Ein gekipptes Fenster stellt keine ausreichende Belüftung dar.
Ein gekipptes Fenster stellt keine ausreichende Belüftung dar.  © 123RF/Gudella

Fehler #1: zu selten lüften

Wer meint, im Winter einfach super selten zu lüften sei der richtige Weg, damit die Wärme nicht entweicht, der irrt. Nicht nur, dass das zu einer sehr stickigen oder sogar muffigen Raumluft führen kann. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass die Luft ausgetauscht und dadurch Feuchtigkeit, die im Alltag durch zahlreiche oben genannte Faktoren entsteht, nach draußen befördert wird. Eine zu feuchte Luft kann sich unangenehm anfühlen und fördert die Schimmelbildung.

Fehler #2: Kipplüften

Viele Menschen stellen ihr Fenster einfach eine Weile oder dauerhaft "auf Kipp" – das ist problematisch.

  • Wird zu kurz auf Kipp gelüftet, wird die Luft nur unzureichend ausgetauscht, durch den schmalen Spalt gelangt einfach zu wenig Frischluft in die Innenräume.
  • Wird im Winter zu lange auf Kipp gelüftet – und das ist noch viel wichtiger –, begünstigt das die Schimmelbildung. Wenn das Fenster länger auf Kipp steht, kühlt der Fensterbereich stark aus. Dort kondensiert die Feuchtigkeit dann verstärkt, sodass der ideale Nährboden für Schimmel entsteht.

Fehler #3: falsches Stoßlüften

Stoßlüften ist grundsätzlich genau richtig, wenn man im Winter richtig lüften möchte. Es sei denn, die Dauer ist zu kurz oder zu lang. Die Gründe sind ähnlich wie beim Kipplüften:

  • Zu kurzes Stoßlüften führt dazu, dass der Luftaustausch zu gering ist.
  • Zu langes Stoßlüften sorgt für eine zu kalte Raumluft.
Ob man nun zu lange auf Kipp oder stoßlüftet, das Auskühlen der Räume abzuwenden, indem man einfach die Heizung stark aufdreht, ist offensichtlich auch nicht der richtige Weg. Es sei denn, man möchte Ressourcen verschwenden oder den eigenen Geldbeutel schröpfen.

Checkliste: So geht richtiges Lüften

Die wichtigsten Tipps auf einen Blick:

✓ Stoßlüften

✓ Feuchtigkeit vermeiden

✓ richtig heizen

✓ selten genutzte Räume lüften

1. Tipp: Stoßlüften

Mindestens morgens und abends solltest Du Deine Fenster komplett öffnen. Am besten öffnet man alle Fenster, aber wenigstens die, sodass ein Durchzug entsteht. So wird die Luft ausreichend ausgetauscht!

Wie lange sollte man im Winter lüften?

Wenn es sehr kalt ist, sind fünf bis zehn Minuten optimal. Viel länger würde die Wohnung oder das Haus zu stark auskühlen. Und wenn man die Fenster nur für eine Minute aufreißt, reicht die Zeit nicht, damit ein vernünftiger Luftaustausch stattfinden kann.

2. Tipp: Feuchtigkeit vermeiden

Natürlich muss man sich auch im Winter duschen, man kocht öfter Tee, etc. – Feuchtigkeit entsteht also so oder so. Wenn es aber Möglichkeiten gibt, sie zu reduzieren, nutze sie.

  • Kannst Du draußen Wäsche aufhängen? Dann trockne sie, insbesondere an wärmeren Wintertagen draußen wenigstens vor. Auch ein moderner Wäschetrockner, der stromsparend arbeitet, kann im tiefen Winter ergänzend zum Lufttrocknen sinnvoll sein. Geht beides nicht, helfen diese drei wichtigen Tipps zum Thema: Wäsche in der Wohnung trocknen.
  • Kannst Du in der Küche vielleicht solche Tätigkeiten, die für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, in einem Rutsch erledigen, sodass Du danach nur einmal stoßlüften musst? Solche Kleinigkeiten können helfen.
  • Außerdem solltest Du immer direkt im Anschluss stoßlüften, wenn auf einmal viel feuchte Raumluft entsteht wie beim Kochen oder Duschen.
Wer richtig stoßlüftet, vermeidet Schimmel im kalten Fensterbereich, den sogenannten Kältebrücken.
Wer richtig stoßlüftet, vermeidet Schimmel im kalten Fensterbereich, den sogenannten Kältebrücken.  © 123RF/andrei310

3. Tipp: richtig lüften UND heizen

Wer ein angenehmes Raumklima genießen, Energie und damit auch Kosten sparen will, sollte neben dem richtigen Lüften auch die Heizung im Auge behalten. Generell gilt: Wer die Räume konstant auf einer durchschnittlichen Temperatur hält (um die 19 Grad, je nach Nutzung des Raums) spart mehr Energie, als wenn der Raum nur für ein oder zwei Stunden stark beheizt wird, während man sich dort aufhält, und ansonsten kalt bleibt.

Einzige Ausnahme: Während des Lüftens sollten die Heizkörper komplett ausgestellt werden!

Außerdem solltest Du regelmäßig Deine Heizung reinigen.

4. Tipp – selten genutzte Räume lüften.

Ja, auch Zimmer, die Du selten betrittst, sollten gelüftet werden, sonst kann die Luft sehr muffig werden oder sich Schimmel bilden.

Fazit: Richtiges Lüften sorgt für frische Luft und spart Kosten

Wer auf Kipplüften weitgehend verzichtet, wenigstens zweimal am Tag richtig durchlüftet und Feuchtigkeit vermeidet bzw. direkt nach dem Kochen und Duschen kurz stoßlüftet, kann sich auch bei niedrigen Temperaturen über eine angenehme Raumluft freuen.

Zudem spart man so Heizkosten und beugt Schimmel vor.

Titelfoto: 123RF/ayphoto

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