Vogelfutter selber machen: Damit fütterst Du Vögel im Winter richtig

Mit den Temperaturen sinkt auch das Nahrungsangebot für die heimischen Vogelarten. Eine zusätzliche und richtige Fütterung kann den Tieren beim Überwintern helfen. Mit einfachen Zutaten lässt sich hochwertiges Vogelfutter ganz leicht selbst herstellen.

Beim selbst gemachten Vogelfutter kann man sicherstellen, dass es die richtige Zusammensetzung hat und die Qualität stimmt.
Beim selbst gemachten Vogelfutter kann man sicherstellen, dass es die richtige Zusammensetzung hat und die Qualität stimmt.  © unsplash/Lidia Stawinska

Die Winterfütterung der heimischen Vogelarten ist in dem Zeitraum November bis Ende Februar sinnvoll, da in diesen Monaten Nahrungsangebot für die Tiere geringer ist.

Viele käuflich erwerbbare Futtermischungen für Vögel sind von minderer Qualität und manchmal auch schädlich für Vögel. Auch können sich die Tiere z. B. an den handelsüblichen Meisenknödeln im Plastiknetz verfangen und ernsthaft verletzen.

Das Vogelfutter selber herzustellen, bietet sich an, da es nicht schwer ist und man eine bessere Kontrolle über die Zusammensetzung des Futters hat. Bei dem eigenen Vogelfutter kann man sicherstellen, dass es keine Weizenkörner, Samen invasiver Arten oder allergieauslösendes Ambrosia enthält.

Dieser Haus & Garten-Ratgeber erklärt Dir, wie Du Vogelfutter selbst herstellen kannst und worauf Du bei der Fütterung achten solltest.

Was fressen Vögel im Winter?

Um Energie zu sparen, wegen sich Vögel im Winter nicht mehr so viel und wärmen sich sogar gegenseitig. Doch ganz ohne Nahrung schaffen es die Tiere nicht über die Wintermonate. Um den Winter zu überstehen, brauchen Vögel in der kalten Jahreszeit fetthaltiges Futter.

Bei niedrigen Temperaturen wird die Nahrungssuche für Vögel etwas anspruchsvoller, weil viele Insekten und Früchte nicht mehr verfügbar sind. Wer kann, knackt die Schale von Bucheckern, Haselnüssen und anderen Baumsamen.

Vögel nutzen ihren Schnabel auch, um unter dem Schnee oder der Baumrinde etwas Insekten oder andere Nahrung zu finden. Aus der Not heraus fressen viele Vögel fast alles, was sie Nahrhaftes kriegen können.

Die Fütterung der Vögel im Winter ist daher von der Zufütterung im Sommer zu unterscheiden, da die Tiere je nach Jahreszeit einen anderen Energie- und Nährstoffbedarf haben. Fettreiches und grobkörniges Futter sollte nur im Winter an die Vögel verfüttert werden.

Erdnüsse werden von vielen Vogelarten im Winter gern gefressen.
Erdnüsse werden von vielen Vogelarten im Winter gern gefressen.  © unsplash/Forest Simon

Welche Vögel fressen welches Futter?

Vögel werden hinsichtlich ihrer Ernährung in Körner-, Weich- und Allesfresser unterschieden. Mit einem speziellen Futterangebot lassen sich bestimmte Vogelarten anlocken.

Diese heimischen Vogelarten bevorzugen jeweils bestimmte Futtersorten:

  • Amsel: Fett- und Weichfutter, Körner- und Weichfutter, Streufutter, gehackte Erdnüsse
  • Blau- und Kohlmeise: Fett- und Weichfutter, gehackte Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Meisenknödel
  • Buchfink: Körner- und Weichfutter, gehackte Erdnüsse, Hanfsaat, Rosinen
  • Buntspecht: Fett- und Weichfutter, Streufutter, Erdnüsse, Meisenknödel
  • Eichelhäher: Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln, Sonnenblumenkerne
  • Elster: Maiskörner, Erdnüsse
  • Feld- und Haussperling: Körner- und Weichfutter, gehackte Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Meisenknödel
  • Goldammer: Körnerfutter, Sämereien, Hafer
  • Grünfink: Streufutter, Sonnenblumenkerne, Hanfsaat, Meisenknödel
  • Kleber: Streufutter, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Meisenknödel
  • Rotkehlchen: Fett- und Weichfutter, Körner- und Weichfutter, gehackte Erdnüsse, Hanfsaat
  • Star: Fett- und Weichfutter, gehackte Erdnüsse, Rosinen, Meisenknödel
  • Stieglitz: Sonnenblumenkerne, Distelsamen, Mohn, Salatsamen
  • Zaunkönig: Fett- und Weichfutter, Körner- und Weichfutter, Meisenknödel

Vogelfutter selber machen: Körner- , Weich- und Fettfutter für Vögel

Eine Futtermischung z. B. aus Maiskörnern, Hanfsamen und Sonnenblumenkernen ist für zahlreiche Vögel ansprechend und nahrhaft.
Eine Futtermischung z. B. aus Maiskörnern, Hanfsamen und Sonnenblumenkernen ist für zahlreiche Vögel ansprechend und nahrhaft.  © unsplash/George Berberich

Folgende Zutaten sind für selbst gemachtes Vogelfutter geeignet:

  • Distelsamen
  • Fett wie Rindertalk oder Kokosfett
  • Haferflocken
  • Hanfsaat
  • Leinsamen
  • Maiskörner
  • Mehlwürmern (am besten lebend oder aus der Kühlung)
  • Mohn
  • Nüsse wie z. B. Erdnüsse, Haselnüsse
  • Öl z. B. Sonnenblumenöl
  • Rosinen (ungeschwefelt)
  • Salatsamen
  • Sonnenblumenkerne
  • Trockenobst (ungeschwefelt)
  • Weizenkleie

Bei einer guten Futtermischung aus verschiedenen Zutaten ist für jeden Vogel etwas dabei und manche picken sich wortwörtlich die Rosinen raus.

Bei der Herstellung von Vogelfutter dürfen nur Zutaten verwendet werden, die weder gesalzen noch andersartig gewürzt sind. Brot, frisches Fleisch, Milchprodukte, Schokolade, Süßigkeiten, Avocado, Fruchtkerne, Obstsamen, verdorbenes Vogelfutter, Abfälle und Essensreste gehören ebenso nicht in das Vogelfutter.

Um eine Aussaat zu verhindern, bietet es sich an, geschälte Kerne und Samen bei der Herstellung von Vogelfutter zu verwenden. Ein weiterer Vorteil ist, dass weniger Schalen bzw. Abfall unter der Futterstelle liegt.

Ein passendes Vogelfutter für Weichfresser wären z. B. getrocknete Früchte vermischt mit Haferflocken, Rosinen und Mehlwürmern. Wer möchte, kann das Ganze mit Öl und Rindertalg vermengen. Für alle Körnerfresser sind Mischungen aus verschiedenen Kernen und Nüssen sowie auch Meisenknödel geeignet.

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Vogelfutter selber machen: Rezept für Meisenknödel|Fettfutter

Im Winter freuen sich nicht nur Blau- und Kohlmeisen über selbst gemachte Meisenknödel.
Im Winter freuen sich nicht nur Blau- und Kohlmeisen über selbst gemachte Meisenknödel.  © unsplash/Wim van 't Einde

Zutaten für Meisenknödel:

  • 500 Gramm Fett z. B. Rindertalg oder Kokosfett in Bio-Qualität
  • 500 Gramm Kerne und Saaten z. B. Sonnenblumenkerne, Haferflocken
  • etwas Öl

Außerdem:

  • Formen zum Befüllen z. B. Blumentöpfe, Kokosnussschalen, alte Tassen oder Muffinformen
  • kleine Äste
  • Schnüre aus ungiftigen Materialien

Zubereitung von Meisenknödel:

1. Das Fett in einem Topf langsam schmelzen, aber nicht kochen. Vom Herd nehmen und ein wenig Öl hinzugeben, damit der Meisenknödel nicht bröcklig wird.

2. Nun die Kerne und Saaten untermischen. Das Ganze abkühlen lassen, bis eine formbare Masse entstanden ist.

3. Entweder aus der Masse um eine Schnur herum Knödel formen oder die Masse in die Formen füllen. Eventuell noch Äste für die Vögel zum Landen an den Gefäßen befestigen. Möchte man die Knödel aufhängen, dann kann man Schnüre in der Masse oder entsprechende Löcher mit einarbeiten.

4. Die Meisenknödel aushärten lassen und an den Futterstellen für die Vögel platzieren.

Hinweis: Das verwendete Fett sollte auch bei 10 Grad Außentemperatur hart bleiben, damit sich die Vögel ihre Flügel nicht verkleben.

Das ist beim Füttern von Vögeln zu beachten

Futterspender sind hygienischer als Futterhäuser, da die Vögel das Futter nicht verunreinigen können und es vor Nässe geschützt ist.
Futterspender sind hygienischer als Futterhäuser, da die Vögel das Futter nicht verunreinigen können und es vor Nässe geschützt ist.  © unsplash/Mary Hammel

Die Futterstelle für Vögel sollte sauber, schattig, witterungsbeständig, sicher und gut zugänglich mit Möglichkeiten zum Landen sein. Räuber (z. B. Katzen) oder Schädlinge (z. B. Ratten) sollten die Stelle nicht erreichen können.

Die Hygiene ist beim Füttern von Vögeln sehr wichtig, um Krankheitsübertragungen zu verhindern. Aus diesem Grund Futterstellen sollten regelmäßig gereinigt werden.

Besser ist es, wenn die Vögel nicht im Futter stehen und es auch nicht mit Kot verschmutzen können, weswegen Futterspender oder Ähnliches empfehlenswert sind. Zudem ist das Futter im Futterspender vor Nässe und Frost geschützt.

Hilfreich ist es auch, wenn den Vögeln frisches Wasser zum Trinken bereitstellt wird, aber die Trinkstelle muss täglich gereinigt und das Wasser gewechselt werden. Am besten spült man die Schale mit heißem Wasser aus.

Die Vögel zu füttern kann nicht nur im Winter sinnvoll sein. Mehr zu diesem Thema erfährst Du unter: "Vögel füttern im Sommer: Ein Fehler oder echte Hilfe?".

Mit dem selbst gemachten Vogelfutter macht man nicht nur den Tieren eine Freude, sondern kann die Vögel bei der Fütterung mit Kindern gut beobachten und so deren Kenntnisse zu Artenvielfalt erweitern.

Titelfoto: unsplash/Lidia Stawinska

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