Altkleider entsorgen: Für Nachhaltigkeit und Solidarität

Altkleider zu entsorgen bedeutet nicht, sie einfach in den Restmüll zu werfen. Nur bei starken Verschmutzungen sollte das die Lösung sein. Saubere Altkleider sollten gespendet oder verkauft werden, um sowohl nachhaltig als auch solidarisch zu handeln. Denn: Altkleider sind eine wertvolle und überaus gefragte Ressource.

Weitere Tipps und Tricks rund ums Thema gibt es auf der Themenseite Entsorgen.

Altkleider nicht einfach im Restmüll entsorgen!

Altkleider, die noch tragbar sind, können im Altkleidercontainer entsorgt werden.
Altkleider, die noch tragbar sind, können im Altkleidercontainer entsorgt werden.  © 123RF/fermate

Der Begriff Altkleider bezieht sich nicht allein auf Hosen, Hemden, Blusen, Röcke, Kleider, Hüte und Schuhe. Auch Taschen, Bettwäsche, Handtücher und Tischdecken gehören dazu.

All diese Textilien haben irgendwann einmal ausgedient, sollten aber nicht arglos in den Restmüll geworfen werden. Das ist zwar sehr komfortabel, wäre aber eine riesige Verschwendung. Denn in der Restmülltonne entsorgte Altkleider werden einfach verbrannt und können nicht weiter genutzt werden.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Sobald Altkleider stark verschmutzt sind, sollten sie durchaus in den Hausmüll. Starke Verunreinigungen sind beispielsweise Öl- oder Farbflecken, die man auch durch mehrmaliges Waschen nicht entfernen kann.

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Bringt man derart verschmutzte Kleidung zum nahegelegenen Altkleidercontainer, müssen sie vorm Recycling erst mühsam aussortiert werden.

Weil dieser Aufwand unnötig Geld und Energie kostet, sollten Altkleider dieser Art direkt in den Hausmüll.

Tipp: Altkleider, die man nicht mehr retten kann, können als Putzlappen ein zweites Leben bekommen. Gerade T-Shirts lassen sich aufgrund ihres Gewebes sehr gut zum Reinigen von Oberflächen, insbesondere Fenster oder Spiegel, einsetzen. Außerdem kann man sie prima für sehr schmutzige Objekte verwenden, bei denen man seine guten Putzlappen versauen würde - z. B. durch die Reinigung der Fahrradkette.

Dazu einfach die Altkleider in passende Rechtecke schneiden – fertig ist das Putztuch.

Altkleider im Altkleidercontainer entsorgen

Obwohl die Restmülltonne quasi direkt vor der Tür steht, sollte man den Weg zum nächsten Altkleidercontainer wählen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind diese inzwischen sehr flächendeckend vertreten. Ihr müsst also nicht lange suchen oder fahren, um Eure Altkleider richtig zu entsorgen.

Sind Eure Altkleider in einem ordentlichen Zustand, werden sie nach der Entleerung des Altkleidercontainers nach ihrer Verwendungsmöglichkeit sortiert.

Noch tragbare Kleidung wird als Kleiderspende an bedürftige Menschen verteilt - größtenteils im Ausland. Das kann auch negative Folgen haben! Dazu später mehr.

Der kleine Rest an ungeeigneten Altkleidern wird dem Restmüll zugeführt und somit verbrannt.

Diese Altkleider dürfen in den Container

Alle Altkleider, die sauber und noch tragbar sind, dürfen lose in den Altkleidercontainer. Aber auch zerrissene Kleidung kann hinein, denn sie kann zu Dämm- und Isolierstoffen weiterverarbeitet werden.

Grundsätzlich dürfen folgende Altkleider in den Altkleidercontainer:

  • Bett- und Haushaltswäsche
  • Hüte
  • gut erhaltene Schuhe (paarweise zusammenbinden)
  • Leder- und Stofftaschen
  • Tischdecken
  • Kleidung wie Hosen, Hemden, Pullover, Röcke etc.

Unseriöse Altkleidercontainer: Einen Bogen um schwarze Schafe machen

Unseriöse Unternehmen schlagen Profit aus gespendeter Kleidung.
Unseriöse Unternehmen schlagen Profit aus gespendeter Kleidung.  © 123RF/tartezy

Neben den seriösen Altkleidercontainern gibt es auch einige illegal aufgestellte Container. Da sich mit Altkleidern ein gutes Geschäft machen lässt, stellen auch unseriöse und ausschließlich profitorientierte Firmen ihre Sammelcontainer auf.

Diese dienen keinen wohltätigen Zwecken, sondern nur dem eigenen Profit.

Sie nehmen die gespendete Kleidung an sich und verkaufen sie an andere Menschen. Ihr erkennt illegale Altkleidercontainer an der Beschriftung. Private Unternehmen sollten deshalb niemals unterstützt werden.

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Das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter und Malteser sind gemeinnützige Organisationen, die ihre Altkleidercontainer genauestens kennzeichnen und mit Anschrift, Telefonnummer und Ansprechpartner versehen.

Allerdings hat auch diese Variante einen Haken, denn, wie oben bereits erwähnt, wird ein Großteil exportiert:

Ins Ausland exportierte alte Kleidung sorgt zwar dafür, dass finanziell schwach aufgestellte Menschen sich mehr Kleidung leisten können.

Gleichzeitig hat das Exportieren von Altkleidern aus Europa den Effekt, heimischen Märkte, beispielsweise in Afrika, Südamerika oder Südostasien, zu schaden.

Mehr Infos dazu in:

>>>Darum sind Container für Klamotten nicht die beste Wahl.

Altkleider möglichst lange selbst nutzen

Upcycling von Kleidung wird immer beliebter: So wird aus Alt schnell etwas Neues.
Upcycling von Kleidung wird immer beliebter: So wird aus Alt schnell etwas Neues.  © 123RF/irrmago

Das Beste ist also, seine Kleidung möglichst lange selbst zu nutzen, um wertvolle Ressourcen zu sparen.

Sobald Euch bestimmte Kleidungsstücke nicht mehr gefallen, könnt Ihr sie womöglich ändern lassen oder beschädigte Kleidung reparieren. Das sogenannte Upcycling erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit. Aus Jeanshosen werden stylische Umhängetaschen und aus einem Hemd kann ein hübsches Top werden.

Mit etwas Geschick und Kreativität wird aus Alt wieder Neu!

Altkleider verkaufen oder verschenken, statt sie zu entsorgen

Aussortierte Kleidungsstücke können im Internet angeboten werden.
Aussortierte Kleidungsstücke können im Internet angeboten werden.  © 123RF/arnoaltix

Sofern Eure Altkleider in einem guten Zustand sind, Ihr sie aber wirklich nicht mehr braucht, können spezielle Internetplattformen oder Flohmärkte Abhilfe schaffen. Insbesondere Markenkleidung wird von Secondhandshops gerne gekauft, aufbereitet und weiterverkauft. Anlaufstellen sind unter anderem:

  • Vinted
  • eBay
  • momox

Möglicherweise habt Ihr in Eurem Familien- und Freundeskreis dankbare Abnehmer, die sich über das ein oder andere Teil sehr freuen werden.

Auch auf eBay Kleinanzeigen kann man die Option "zu verschenken" auswählen und Menschen in der Umgebung eine Freude machen.

Es gibt also viele Möglichkeiten, die ursprüngliche Investition in Eure Kleidung bestmöglich zu verwerten.

Flohmärkte sind eine super Möglichkeit, Ressourcen zu schonen und dabei auch noch ein bisschen Geld zu verdienen.
Flohmärkte sind eine super Möglichkeit, Ressourcen zu schonen und dabei auch noch ein bisschen Geld zu verdienen.  © 123RF/fotoksa

Altkleider direkt spenden

Möchtet oder könnt Ihr Eure alte Kleidung nicht mehr upcyceln, verkaufen oder im Freundes- und Familienkreis verschenken, spendet sie am besten direkt.

Entweder an Organisationen, die die Kleider kostenfrei an Bedürftige in Deutschland weitergeben wie karitative Secondhandläden, Flüchtlingsorganisationen - oder an Tierheime. Auch die freuen sich meist sehr über textile Spenden, insbesondere größere Textilien wie Wolldecken, Bettlaken, große Badetücher etc., mit denen z. B. die Schlafplätze der Tiere ausgekleidet werden können.

Wichtig: Bitte vorher dort anrufen, ob tatsächlich gerade Bedarf besteht!

Fazit:

Altkleider richtig zu entsorgen ist kein Hexenwerk, aber es schont die Umwelt, reizt die einheimische Industrie nicht unnötig aus und dient zudem karitativen Zwecken. Was für den einen Schrott ist, ist für jemand anderen ein wahrer Schatz.

Titelfoto: 123RF/fermate

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