Ratten vertreiben: Welche Mittel helfen gegen die Schädlinge?

Ratten haben keinen guten Ruf und gelten als Nahrungsmittelschädlinge und Krankheitsüberträger. Um Ratten im Haus, in der Wohnung oder im Garten zu vertreiben, gibt es einige wirkungsvolle Methoden.

Ratten benutzen sowohl ihren Geruchssinn als auch ihr Gehör als Kommunikationsmittel. Sie können bis in den Ultraschallbereich hinein hören.
Ratten benutzen sowohl ihren Geruchssinn als auch ihr Gehör als Kommunikationsmittel. Sie können bis in den Ultraschallbereich hinein hören.  © 123rf/mikelane45

Ratten (lat. Begriff Rattus) gehören der Gattung der Nagetiere an, von denen es rund 65 verschiedene Arten gibt. Weltweit verbreitet haben sich insbesondere die Wanderratte und die Hausratte.

Der natürliche Lebensraum der Ratten sind überwiegend Wälder. Hier bauen sie ihre Unterschlupfe sowohl in Bäumen als auch in der Erde oder in Felsspalten.

Allerdings sind Ratten zu einem sogenannten Kulturfolger des Menschen geworden. Das bedeutet, dass sie in menschlicher Umgebung ideale Lebensbedingungen vorfinden.

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So sind Mülldeponien und Abflussrohre für die Tiere nur deshalb interessant, weil sie dort ausreichend Speisereste vorfinden.

Da Ratten aber als Überträger von teilweise gefährlichen Krankheitserregern (zum Beispiel Salmonellen, Cholera, Leptospirose, Ruhr) gelten, Vorräte und Nahrungsmittel verschmutzen und enorme Schäden durch angenagte elektrische Leitungen verursachen können, werden sie hin und wieder auch zu einer Plage.

Wie man erkennt, ob sich Ratten eingenistet haben und wie man sie vertreibt sowie weitere wichtige Infos – jetzt in diesem Ratgeber.

Weitere Tipps zur Bekämpfung anderer Schädlinge im Haus und in der Wohnung gibt es übrigens auf der Themenseite "Ungezieferbekämpfung".

Die wichtigsten Infos für Schnellleser:

  • Typische Anzeichen für einen Rattenbefall sind Kot, ein beißender Geruch und Laufspuren.
  • Ratten können durch den Einsatz verschiedener Hausmittel wie Kräuter, Pflanzen oder Katzenstreu vertrieben werden.
  • Bei Einhaltung einiger einfacher Verhaltensregeln im Haushalt sowie bestimmter Vorkehrungen kann einer Rattenplage vorbeugt werden.
  • Das Auffinden von mehreren Ratten bzw. bestimmter Anzeichen muss in jedem Fall dem Ordnungsamt gemeldet werden.

Woran erkennt man Ratten im Haus?

Die Schneidezähne von Ratten haben sich zu wurzellosen, dauernd wachsenden Nagezähnen entwickelt.
Die Schneidezähne von Ratten haben sich zu wurzellosen, dauernd wachsenden Nagezähnen entwickelt.  © 123rf/mikelane45

Bei einem Rattenbefall wird man nur selten lebende Tiere vorfinden, was die Lokalisierung eines Nestes erschwert.

Es gibt allerdings einige Anhaltspunkte, an denen sich erkennen lässt, dass sich Ratten in der Wohnung, im Haus oder im Garten angesiedelt haben.

  • Geruch: Ratten strömen über besondere Drüsen sowie ihren Kot und Urin einen ammoniakähnlichen Geruch aus, den die Menschen als äußerst streng wahrnehmen. Auch tote Tiere, die nicht bemerkt werden, führen zu einer unangenehmen Geruchsbelästigung.
  • Nagespuren: Fraßschäden von Ratten erkennt man an zwei parallel verlaufenden Rillen. Mit ihren scharfen Zähnen sind sie im Stande so gut wie alle Materialien anzuknabbern. Weder Metall oder Holz noch Beton können ihnen standhalten. Aber auch Kabel, Lebensmittel und Verpackungen sind vor den Ratten nicht sicher.
  • Lauf- und Schmierspuren: Vor allem an staubigen Stellen im Haus oder in der Wohnung hinterlassen die Tiere Abdrücke ihrer Pfötchen. Aber auch ihr fettiges Fell kann schmierige Spuren zurücklassen. Anhand dieser Spuren kann man häufig den Futter- bzw. Nistplatz der Nager ausfindig machen.
  • Rattenkot: Der typische Kot der Hausratte ist etwa 1 bis 2 Zentimeter lang, leicht gebogen und eher verstreut. Findet man hellbraunen, glänzenden, noch weichen Kot deutet dies auf einen aktiven Rattenbefall hin. Außerdem gilt: Je mehr Kot vorhanden ist, desto größer ist der Befall.
  • Nester: Je nach Art bevorzugen Ratten verschiedene Nestbauten. Während die Hausratte ihre Nester eher in warmen, versteckten Ecken in oberen Stockwerken von Häusern und Wohnungen baut und dafür zerrissene Materialien wie beispielsweise Zeitungspapier verwendet, nisten Wanderratten für gewöhnlich außerhalb von Gebäuden in Erdbauten.

Ganz wichtig! Wer einen Rattenbefall vorliegen hat oder Anzeichen dafür entdeckt, muss das beim zuständigen Ordnungs- oder Gesundheitsamt bzw. bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung anzeigen.

Mit diesen Mitteln lassen sich Ratten bekämpfen

Ratten können sich rasend schnell vermehren und so zu einer richtigen Plage mit teilweise enormen Gefahrenpotenzial für Menschen und Einrichtungen werden. Darum ist die Beseitigung von Ratten zwingend erforderlich.

Im folgenden Abschnitt erfährst Du, wie Du eine Rattenplage effektiv bekämpfen kannst.

Im Gegensatz zu Mäusen wird eine Ratte, die einmal einer Falle entkommen ist, diese kein zweites Mal betreten.
Im Gegensatz zu Mäusen wird eine Ratte, die einmal einer Falle entkommen ist, diese kein zweites Mal betreten.  © 123RF/thamkc

Natürliche Hausmittel gegen Ratten

Bevor man mit giftigen Stoffen experimentiert, um die Schädlinge loszuwerden, sollten zuerst diverse Hausmittel ausprobiert werden.

1. Tipp: Der Geruch bestimmter Kräuter, Pflanzen und Öle soll Ratten so gar nicht gefallen und sie verjagen. Werden diese entlang der Laufwege verteilt, bleiben sie am Fell der Tiere haften und reizen deren Schleimhäute, wenn sie sich putzen.

  • Cayennepfeffer
  • Chilischoten
  • Gewürznelken
  • Kamille
  • Minze
  • Oleander
  • Pfefferminze

2. Tipp: Besitzer von Katzen können deren benutztes Katzenstreu in kleine Säckchen füllen und entlang der Laufwege der Nager verteilen, um sie vom Haus und Garten fernzuhalten.

3. Tipp: Aufgrund ihres natürlichen Jagdinstinkts gelten Hauskatzen und Hunde als ideale Rattenfänger.

4. Tipp: Der unangenehme Geruch von Terpentin kann Ratten vertreiben. Dafür werden Lappen oder Tücher damit getränkt und auf dem Grundstück verteilt bzw. in den Eingang des Rattenbaus gedrückt.

Sonstige Mittel gegen Ratten

  • Tötungsfallen (mittels Erschlagen oder Stromschlag) sollten nur mit äußerster Vorsicht verwendet werden. Denn auch für andere Haus- und Wildtiere und uns Menschen selbst kann so eine Falle sehr schmerzhaft sein. Deshalb sollte genau überlegt werden, ob nicht eine andere Maßnahme die bessere Alternative ist.
  • Die Wirkung von typischen Rattengiften beruht auf Blutverdünnungsmitteln. Wird das Gift von den Tieren aufgenommen, sterben diese innerhalb der darauffolgenden Tage an inneren Blutungen. Wichtig im Zusammenhang mit Giftködern ist, dass diese nicht offen ausgelegt werden und für Kinder, Haustiere und Vögel unerreichbar sein dürfen.
  • Der Einsatz von Lebendfallen eignet sich zum Fangen einzelner Ratten, wobei sich ein Köder in der Box befinden sollte, der die Nager anlockt. Dafür eignen sich beispielsweise Erdnussbutter oder Schokolade. Das gefangene Tier kann anschließend auf dem Feld oder im Wald freigelassen werden. Dabei sollte man jedoch unbedingt Handschuhe tragen, um sich nicht mit Krankheiten zu infizieren.

Bei all diesen Methoden sollte man aber nie vergessen, dass es sich auch bei Ratten um Lebewesen handelt, denen kein unnötiges Leid zugefügt werden sollte. Die Anwendung von Rattenkleber oder Trockeneis sowie das Ertränken der Tiere verstoßen demnach gegen das deutsche Tierschutzgesetz.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Ratten

Schon wenn ein paar wenige Hygienemaßnahmen und Verhaltensregeln berücksichtigt sowie bestimmte Vorkehrungen getroffen werden, kann man einer Rattenplage entgegenwirken.

  • Die Entsorgung von Lebensmitteln sollte auf keinen Fall über die Toilette oder den Ausguss erfolgen. Essensreste, die in die Kanalisation gespült werden, stellen eine allzu gelegene Nahrungsquelle für die Ratten dar.
  • Katzen- und Hundenäpfe sollten regelmäßig entleert und gereinigt werden, denn auch solche Futterrückstände sind bei Ratten beliebt.
  • Tierställe und -käfige sollten stets sauber gehalten werden.
  • Sogar niedrig gelegene Vogelhäuser sind nicht sicher vor Ratten und sollten daher unerreichbar für die Nager platziert werden.
  • Mülleimer und Mülltonnen sollten nur mit einem fest verschlossenen Deckel genutzt werden. Selbst bei Müllsäcken ist darauf zu achten, dass diese gut zugeschnürt sind.
  • Für die Aufbewahrung von Lebensmittelvorräten und Tierfutter eignen sich besonders luftdichte Metall- oder Glasbehälter.
  • Einfallstore wie unvergitterte Kellerfenster, Hof- und Gartentüren sollten möglichst geschlossen bleiben.
  • Bauliche Mängel, die den Zugang der Ratten erleichtern, müssen beseitigt werden. Die offenen Stellen können mit Mörtel, feinmaschigem Draht oder Steinwolle verschlossen werden.
  • Spezielle Rückstauklappen verhindern das Eindringen der Tiere über die Abwasserrohre.
  • Für Gartenbesitzer gilt, dass Essensreste nicht auf dem Komposthaufen entsorgt werden sollten.
  • Müllhalden bieten den Ratten ungestörte Nistplätze, deshalb sollten dauerhafte Lagerstätten von Gerümpel und Abfällen vermieden werden.

So kann man Ratten vertreiben - das Fazit

Ratten im Haus sind Schädlinge und gehören da nicht hin. Mit verschiedenen Hausmitteln und vorbeugenden Maßnahmen wird man den Tieren in der Regel Herr.

Werden Hausmittel und giftige Chemikalien zur Bekämpfung allerdings falsch eingesetzt, kann das durchaus gefährlich werden.

Außerdem kann die Beseitigung der Tiere, insbesondere bei einer echten Plage, nicht garantiert werden. Wer sich also über das Ausmaß des Rattenbefalls nicht sicher ist, der ist gut beraten, indem er einen professionellen Schädlingsbekämpfer konsultiert.

Titelfoto: 123rf/mikelane45

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