Granne am Hund - Die unterschätzte Gefahr!

Hunde lieben es, über Wiesen und Felder zu toben. Dass hierbei auch ernstzunehmende Gefahren lauern können, weiß kaum einer. Der TAG24 verrät Dir, was eine Granne beim Hund für Schäden anrichten kann.

Einmal nicht hingeschaut und schon ist das Unglück passiert: Grannen können schnell gefährlich werden.
Einmal nicht hingeschaut und schon ist das Unglück passiert: Grannen können schnell gefährlich werden.

Bei herrlichem Sonnenschein gibt es doch nichts Schöneres als einen ausgiebigen Spaziergang mit dem Hund. Während Bello glücklich über Wiesen und Felder schnüffelt, lauert jedoch eine unerwartete Gefahr. Ob im Sommer oder Herbst: Eine Granne beim Hund kann zu einem echten Problem werden.

Die fadenförmige Pflanze kann sich in Sekundenschnelle in Nase, Ohr, Auge oder Pfote des Hundes bohren und setzt sich dort fest. Während man größere Pflanzenteile mit dem bloßen Auge erkennen kann, ist ein kleineres Exemplar in der Nase für den Mensch nicht sichtbar.

So kann eine Granne beim Hund vielfältige Beschwerden auslösen, ohne dass der Besitzer überhaupt weiß, woher diese stammen. Reagiert man hier nicht schnell genug, kann eine Granne im schlimmsten Fall zum Tod des Hundes führen. Daher gilt es einige Dinge beim Spaziergang mit dem Hund zu beachten.

Hund zittert im Ruhezustand: Muss er zum Tierarzt?
Hunderatgeber Hund zittert im Ruhezustand: Muss er zum Tierarzt?

Wie eine Granne genau aussieht, welche Beschwerden sie hervorruft und wie man gegen diese vorgehen kann, erfährst Du jetzt.

Du möchtest noch weitere spannende Tipps rund um das Thema Hund erfahren? Dann schau gerne beim TAG24-Hunderatgeber vorbei.

Dein Hund zeigt Krankheitssymptome oder Du hast den Verdacht, dass er eine Granne eingeschnüffelt hat? Dann solltest Du sofort einen Tierarzt aufsuchen!

Für Schnellleser:

  • Grannen findet man auf Wiesen, Feldern, Wegesrand.
  • Sie bohren sich in Nase, Augen, Ohren, Pfoten, Fell
  • Ein Hund kann Grannen verschlucken.
  • Grannen führen zu ernsthaften Verletzungen.
  • Sie lassen sich aus dem Fell selbst entfernen.
  • Ein Tierarztbesuch ist bei Symptomen dringend erforderlich.
  • Grannen können zum Tod des Hundes führen.

Grannen - eine Gefahr für Hunde: Wo findet man die Pflanzen?

Als Granne bezeichnet man den Fortsatz einer Ähre. Hierbei kann es sich um Getreide oder Süßgräser handeln. Die Spitzen der Pflanze sind hierbei nicht nur borstig und hart, sondern besitzen auch eine Vielzahl an Widerhaken. Je nach Pflanzenart kann man Grannen auf Getreidefeldern, Wiesen oder sogar im Wald finden. Während Weizenähren in die Höhe wachsen, biegen sich Süßgräser schnell Richtung Boden. Somit ist die Gefahr für den Hund, eine Granne einzuschnüffeln, noch viel größer. Folgende Pflanzensorten besitzen Grannen:

  • Gerste
  • Süßgräser
  • Weizen
  • Roggen
Grannen gibt es nicht nur auf Getreidefeldern, sondern auch am Wegesrand.
Grannen gibt es nicht nur auf Getreidefeldern, sondern auch am Wegesrand.

Gibt es Grannen nur im Sommer?

Grannen blühen bereits im späten Frühling. Zwar ist die Hochzeit der Pflanzen im Sommer, jedoch können auch vertrocknete Exemplare bis in den Herbst hinein ihr Unwesen treiben. Die vertrockneten Fortsätze besitzen zwar weniger Widerhaken, können sich jedoch immer noch in Nase, Ohr oder Auge des Hundes bohren. Besondere Vorsicht ist hierbei am Wegesrand geboten. Denn hier fallen die schmalen Ähren im Vorbeigehen weniger auf.

Mein Hund hat eine Granne - Was tun?

Im Zweifelsfall immer sofort zum Tierarzt! Denn eine Granne beim Hund kann schnell zu schweren Folgeschäden führen. Doch woran erkennt man, ob der Vierbeiner mit einer Granne in Kontakt gekommen ist?

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Grannen am Hund

Hat sich eine Granne im Fell des Hundes verfangen, kann man diese vorsichtig herausziehen. Da sich an den Pflanzen Widerhaken befinden, sollte dies stets mit großer Sorgfalt passieren. Notfalls kann man die Granne samt Fell auch mit einer Schere abschneiden. Befindet sich die Granne auf der Hundepfote, kann man diese selbst entfernen. Sitzt die Granne nicht oberflächlich auf dem Fell beziehungsweise befindet sich im Auge, Nase oder Ohr des Hundes, solltest Du sofort zum Tierarzt. Nur dort kann die Granne fachgerecht entfernt werden, sodass dem Hund keine zusätzlichen Verletzungen zugeführt werden. Du bist Dir unsicher, ob sich der Hund eine Granne aufgelesen hat?

Anzeichen für Grannen beim Hund:

  • er reibt sich die Nase
  • er steckt die Pfote in die Nase/Ohren/Augen
  • er reibt den Kopf/Ohren über den Boden
  • Knabbern an den Pfoten
  • Röcheln
  • schweres Atmen
  • ständiges Niesen
  • laufende Nase
  • tränende Augen
  • ständiges Kopfschütteln
  • Humpeln
  • Jammern, Hecheln, Bellen, Unruhe

Der Hund hat eine Granne verschluckt und röchelt? Dann besteht akute Erstickungsgefahr und Du solltest sofort den Tierarzt oder eine Notfallklinik aufsuchen!

Was passiert beim Tierarzt, wenn der Hund eine Granne hat?

Beim Tierarzt angekommen, wird dieser den Hund erst einmal eingehend untersuchen. Während man mit einer kleinen Kamera die Ohren des Hundes bis tief in den Gehörgang checken kann, bedarf es bei dem Verdacht von Problemen in der Nase eines Röntgenbilds. Auch bei unklarer Symptomatik oder eventuellem Verschlucken einer Granne muss der Tierarzt vielfältige Untersuchungen vornehmen, um die Granne im Hund lokalisieren zu können. Im Anschluss wird diese dann teils mit Narkose entfernt.

Warum es so wichtig ist, eine Granne beim Hund sofort zu entfernen? Die gefährliche Pflanze setzt sich nicht nur mit ihren feinen Widerhaken fest, sondern kann auch durch den gesamten Körper des Hundes bis hin zu Herz und Lunge wandern. Sollte dieser schlimmstmögliche Fall eintreten, droht sogar der Tod des Hundes.

Vorsicht beim Spielen im hohen Gras! Hier können Grannen lauern.
Vorsicht beim Spielen im hohen Gras! Hier können Grannen lauern.

Um den Hund vor Grannen zu schützen, sollte man auf diese Dinge achten

Vor allem Hunde mit Schlapp- und Knickohren sollten nach jedem Spaziergang, bei dem Grannen lauern können, untersucht werden. Da sich die Pflanzen durch ihre Widerhaken auch gerne im Fell festsetzen, gilt es auch bei Vierbeinern mit langem und lockigem Fell, stets aufmerksam zu sein. Sollte sich der Hund die kratzende Granne aus dem Fell zupfen wollen, kann es auch hier zu einem Einschnüffeln oder Verschlucken der gefährlichen Pflanze kommen.

Weitere hilfreiche Tipps gegen Grannen am Hund:

  • Spaziergänge in der Nähe von Grannen meiden.
  • Im Sommer nicht ins Getreidefeld gehen.
  • Wegesrand von Wiesen meiden bzw. Abstand halten
  • Hund nach Spaziergang absuchen und durchbürsten.
  • Vierbeiner an der Leine lassen.
  • Bei Krankheitssymptomen zum Tierarzt gehen.

Grannen beim Hund können sehr schnell gefährlich werden. Behalte Deinen Vierbeiner stets im Blick und vermeide so Folgeschäden.

Titelfoto: 123rf/radilaradilova

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