Dreifarbige Glückskatze: So besonders ist die Schildpatt-Katze
Das Glück hat drei Farben, zumindest wenn es um Katzen geht. Schildpatt bezeichnet bei Katzen eine ganz besondere Fellzeichnung. Warum Schildpatt-Katzen so einzigartig sind, erklärt TAG24.
Weitere besondere Stubentiger gibt's unter: Katzenrassen.
Was sind Schildpatt-Katzen?
Schildpatt-Katzen sind keine eigene Rasse, sondern zeichnen sich durch ihr einzigartiges schwarz-rotes Fellmuster aus, das an einen Schildkrötenpanzer erinnert.
Der Begriff "Schildpatt" leitet sich vom niederländischen Wort "Schildpad" für Schildkröte ab. Bei Züchtern wird das Muster auch als "Tortie" bezeichnet, während Schildpatt-Katzen mit einem zusätzlichen Tabby-Muster als "Torbie" bekannt sind.
Wenn eine Katze ein weiß-schwarz-rot gemustertes Fell hat, dann nennt man das "Tricolor", "Schildpatt mit Weiß" oder "Tortoise mit Weiß". Bei Perserkatzen heißt das "Calico".
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird so eine Katze oft als "Glückskatze" bezeichnet. In den USA sagt man "Money cat" (zu Deutsch: Geldkatze) und in Japan heißt es "Mike" (zu Deutsch: drei Felle).
Schildpatt-Katze: Preis, Charakter und Lebenserwartung
Das besondere Schildpattmuster kann bei verschiedenen Katzenrassen mit Fell auftreten. Wer sich für eine solche Katze interessiert, sollte sich auf Rassen wie Britisch Kurzhaar, Britisch Langhaar, Deutsch Langhaar, Europäisch Kurzhaar, Maine Coon, Perser und Sibirische Waldkatze konzentrieren.
Der Preis und Charakter sowie die Lebenserwartung richten sich nach der jeweiligen Rasse, ebenso wie die Anforderungen an Haltung und Pflege. Es ist empfehlenswert, sich auch im örtlichen Tierheim zu erkundigen.
Besonderheiten der Schildpatt-Katze
Interessanterweise sind fast alle Schildpatt-Katzen weiblich. Dies liegt daran, dass das Gen für die Fellfarbe auf dem X-Chromosom liegt. Weibliche Katzen haben zwei X-Chromosomen, was die Kombination von Schwarz und Rot ermöglicht.
Männliche Katzen haben hingegen nur ein X-Chromosom und können daher nur eine der beiden Farben tragen. Ausnahmen bilden Kater mit dem Klinefelter-Syndrom, die zwei X-Chromosomen besitzen und somit ebenfalls das Schildpattmuster aufweisen können. In der Regel sind diese Kater unfruchtbar.
Das besondere Erbgut der Schildpatt-Katzen ermöglicht es, dass bei jedem einzelnen Tier einzigartige Muster auf dem Fell entstehen können. So wird jedes Exemplar der Schildpatt-Katze ein echtes Einzelstück. Die meisten Katzen mit Schildpattmuster haben häufig gelbe/goldene, bernsteinfarbene oder grüne Augen.
Schildpatt-Katzen können nicht gezielt gezüchtet werden, da ihr Muster eine Laune der Natur ist.
Schildpatt als Glückskatze
In Japan galt die Japanese Bobtail (Kazoku-neko) als Symbol von Wohlstand und Macht. Sie wurde ab dem 17. Jahrhundert am japanischen Kaiserhof gezüchtet. Die seltene, dreifarbige Zuchtform der Japanese Bobtail (Mike-neko) wurde mit einem Glücksbringer gleichgesetzt.
Damals nahmen Seeleute oft eine weiß-schwarz-rote Mieze dieser Glückskatzen auf ihre Schiffe mit, um eine sichere Reise zu gewährleisten. Aufgrund ihrer Seltenheit galten Tricolorkatzen auch in England lange Zeit als Glücksbringer.
Selbst heute noch werden die japanischen Glücksbringer in Katzenform (Maneki-Neko), auch bekannt als Winkekatze, üblicherweise mit Schildpattmuster dargestellt.
Gut zu wissen: Die Katzenrasse Japanese Bobtail ist umstritten, weil der zuchtbedingte kurze Schwanz zu Problemen beim Springen, Klettern und Balancieren sowie zu gestörter Kommunikation mit Artgenossen führen kann, was sie zur Qualzucht macht.
FAQ: Wissenswertes über Schildpatt-Katzen
Was ist das Besondere an einer Schildpatt-Katze?
Fast alle Schildpatt-Katzen sind weiblich. Männliche Exemplare sind extrem selten sowie meist unfruchtbar. Jedes Tier hat absolut einzigartige Muster auf dem Fell. Eine gezielte Züchtung ist nicht möglich.
Ist eine Schildpatt-Katze selten?
Das Fellmuster Schildpatt ist an sich nicht selten, tritt aber rein zufällig auf. Eine Seltenheit ist, dass Kater ein Schildpattmuster aufweisen. Nur etwa 0,43 Prozent aller Schildpatt-Katzen sind Kater.
Ist eine Schildpatt eine Glückskatze?
Katzen mit dreifarbigem Fell gelten in Japan, den USA und Irland als Glücksbringer. Aus diesem Grund wird z. B. die Winkekatze meist mit Schildpattmuster dargestellt.
Wie entsteht eine Schildpatt-Katze?
Bei Katzen liegt das Gen für die Fellfarbe auf dem X-Chromosom. Werden die Gene für Schwarz und Rot kombiniert, kann es sein, dass die Mieze ein Schildpattmuster aufweist. Da männliche Katzen im Gegensatz zu weiblichen nur ein X-Chromosom besitzen, ist die Kombination nicht möglich und tritt nur bei genetischen Defekten auf.
Fazit
Schildpatt-Katzen sind keine eigene Rasse, sondern faszinieren durch ihr genetisch bedingtes, einzigartiges Fellmuster aus Schwarz und Rot, das jede Katze zu einem Unikat macht. Ihre Besonderheit liegt nicht nur in der Farbzeichnung, sondern auch darin, dass fast ausschließlich weibliche Katzen dieses Muster tragen.
Seit Jahrhunderten gelten dreifarbige Katzen in vielen Kulturen als Glücksbringer. Wer also eine Fellnase mit Schildpattmuster zu Hause hat, kann sich glücklich schätzen.
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