Deine rollige Katze ist außer Kontrolle? So kannst Du sie beruhigen

Paarungsbereite Katzen nennt der Volksmund "rollig". Die Paarungszeit der Katzen kann für Mensch und Tier zur wahren Geduldsprobe werden. Im Katzen-Ratgeber erfahrt Ihr, wie oft Katzen rollig sind und wie man eine rollige Katze beruhigen kann.

Weitere spannende Artikel findest Du unter: Katzenverhalten.

Die Rolligkeit einer Katze

Rollige Katzen reiben sich an allem und machen lautstark auf sich aufmerksam.
Rollige Katzen reiben sich an allem und machen lautstark auf sich aufmerksam.  © unsplash/Scott Serhat Duygun

Im Frühjahr und Herbst können selbst die friedlichsten Katzen auf einmal wie ausgewechselt sein.

Sie miauen in ungeheurer Lautstärke, sie strecken ihren Po in die Höhe und reiben sich an allem, was in ihrer Nähe ist. Durch ihre Laute und das Markieren durch Spritzen zeigen Katzen den potenziellen Herren der Schöpfung, dass sie bereit sind, sich zu paaren.

Erfahrt hier, was es mit der Paarungsbereitschaft bzw. Raunze bei Katzen auf sich hat und wie man eine rollige Katze beruhigen kann.

TAG24 erklärt, wie sich eine rollige Katze verhält und was man tun kann, um zu helfen.

Verhalten einer rolligen Katze

Mit etwa sechs bis acht Monaten beginnt bei Katzen die Geschlechtsreife, bei kleinen Rassen teilweise sogar schon mit vier Monaten. Wann Katzen jedoch tatsächlich paarungsbereit sind, hängt auch von der Rasse ab. Ist die Mieze rollig, steigt ihr Hormonspiegel an und ihr Verhalten ändert sich deutlich.

Verhalten einer rolligen Mieze:

  • ständiges Rollen und Wälzen
  • lautes Miauen
  • Appetitlosigkeit
  • reiben an Möbeln oder Menschen
  • Revier markieren (vorrangig bei Katern)

Männliche Kater fangen bei einsetzender Geschlechtsreife an, ihr Revier zu markieren. Freiläufer werden Rivalen gegenüber aggressiver und entfernen sich oft viel weiter von ihrem Zuhause.

Für die Katzen und ihre Halter ist die Rolligkeit sowohl körperlich als auch psychisch eine stressige Phase.

Tipp: Sollte die rollige Katze keinen Appetit haben, probiere es mit ihrem Lieblingsessen oder einem besonderen Leckerli.

Rollige Katze beruhigen

Solange die Katze nicht kastriert ist und kein Kater sie deckt, kann sich der Zustand der Rolligkeit sehr verlängern. Die Katze ist aufgewühlt und wittert einen potenziellen Sexualpartner meilenweit gegen den Wind.

Als Haustierbesitzer ist in dieser Phase viel Geduld gefragt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine rollige Katze zu beruhigen.

Zuneigung und Ablenkung

Es kann sein, dass rollige Katzen vermehrt den Kontakt zu ihren Haltern suchen. Wenn dem so ist, dann sollte man die Mieze gewähren lassen. Intensive Kuschel- und Spieleinheiten beruhigen die hormongeplagte Mieze und sorgen für etwas Ablenkung. Ein spannender Kratzbaum und abwechslungsreiches Spielzeug können ebenfalls sehr hilfreich sein.

Wenn die rollige Mieze mehr Zuneigung sucht, dann sollte man ihr diese auch geben.
Wenn die rollige Mieze mehr Zuneigung sucht, dann sollte man ihr diese auch geben.  © unsplash/Jakub Żerdzicki

Stressreduktion

Was eine Mieze bei dem hormonellen Durcheinander am wenigsten gebrauchen kann, ist Stress. Folglich gilt es, potenzielle Stressfaktoren im Umfeld der Mieze möglichst zu reduzieren bzw. ganz zu vermeiden. Es ist ratsam, ruhige und warme Rückzugsorte für die Katze zu schaffen. Wer eine weibliche rollige Katze hat, sollte sie in dieser Zeit von Katern fernhalten, weil deren Anwesenheit zusätzlichen Stress verursacht.

Beruhigende Duftstoffe

Bestimmte Duftstoffe wie das mütterliche Pheromon Apaisin haben auf Katzen eine beruhigende Wirkung. Im Handel sind verschiedene Diffusoren mit derartigen Duftstoffen erhältlich. Man sollte jedoch sehr vorsichtig sein, weil viele chemische Duftstoffe oder ätherische Öle giftig für Katzen sind. Ebenfalls beruhigend auf Katzen können Katzenminze oder Baldrian wirken.

Wer die Mieze mit beruhigenden Stoffen unterstützen möchte und unsicher ist, sollte sich beim Tierarzt beraten lassen.

Rollige Katze kastrieren?

Wenn rollige Katzen nicht gedeckt werden, ist das keine angenehme Situation für den Stubentiger. Auch für die Halter kann das geschlechtsreife Verhalten der Mieze auf die Dauer zur Last werden. Einige Tierärzte raten deshalb, die Katze bereits vor oder nach der ersten Rolligkeit zu kastrieren.

Wer eine Katze oder einen Kater hat, sollte sich in jedem Fall über eine Kastration bzw. Sterilisation informieren. Das empfiehlt sich besonders für Freigänger-Katzen, die sich nicht ungehindert fortpflanzen sollten.

Letztendlich hängt es von den individuellen Umständen ab, ob eine Kastration der Katze wirklich notwendig ist.

Katzeneltern können sich beim Tierarzt beraten lassen, ob es sinnvoll ist, eine rollige Katze zu kastrieren.
Katzeneltern können sich beim Tierarzt beraten lassen, ob es sinnvoll ist, eine rollige Katze zu kastrieren.  © 123RF/gumpapa

FAQ zu rolligen Katzen

Ab wann sind Katzen paarungsbereit?

Mit etwa sechs bis acht Monaten beginnt die Geschlechtsreife bei Katzen. Bei kleinen Rassen ist das manchmal sogar schon mit vier Monaten der Fall. Ab wann Katzen paarungsbereit sind, hängt auch von der Rasse ab. So werden große Katzen wie die Maine-Coon oder die Norwegische Wildkatze erst mit ungefähr einem Jahr zum ersten Mal rollig.

Wie lange sind Katzen rollig?

Im Frühjahr werden die Tage wieder länger. Draußen ist es länger hell, das aktiviert die Hormone der Katzen und lässt sie rollig werden. In der Regel sind Katzen zweimal im Jahr paarungsbereit, im Frühjahr und im Herbst. Werden sie von keinem Kater beglückt, kann sich dieser Zustand sogar viel öfter wiederholen. Die Dauer reicht dabei von einigen Tagen bis hin zu Wochen.

Wie kann ich meiner Katze helfen, wenn sie rollig ist?

Ist die Katze bereits rollig, empfiehlt es sich alle Kater möglichst fernzuhalten, um sie nicht unnötig zu stressen. Überschüssige Energien darf die Samtpfote gern am Katzenbaum oder im gemeinsamen Spiel mit Frauchen oder Herrchen loswerden. Um nicht in eine krankhafte Dauerrolligkeit zu verfallen, ist die Kastration eine Lösung, die sowohl dem Tier als auch dem Besitzer entgegenkommt.

Fazit

Die Rolligkeit ist eine natürliche, hormonell gesteuerte Phase im Leben einer Katze, in der das Tier meist lauter, anhänglicher und unruhiger als gewöhnlich ist. Für Halter bedeutet dies: Geduld, Zuneigung, Ablenkung und Stressreduktion sind gefragt.

Katzeneltern sollten sich informieren und eine Kastration oder Sterilisation in Erwägung ziehen, um die Situation für die kleine Fellnase dauerhaft zu entspannen.

Titelfoto: unsplash/Scott Serhat Duygun

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