Umzug mit Katze: Das solltest Du dabei beachten

Jeder Haus- oder Wohnungswechsel kann schon für Menschen extrem nervenaufreibend sein. Wer dabei aber vergisst, an seine Samtpfote zu denken, der könnte das noch Wochen später bereuen. Ein Umzug mit Katze will also gelernt sein!

So ein Umzug mit Katze kann für die Vierbeiner ganz schön aufregend sein.
So ein Umzug mit Katze kann für die Vierbeiner ganz schön aufregend sein.  © 123RF / Irinagutyryak

Erst hat man Angst davor, dann erlebt man ihn und hinterher ist man froh, ihn überstanden zu haben: der Umzugsstress!

Während umziehende Menschen wenigstens den Zweck des Chaos nachvollziehen können, verstehen betroffene Katzen gar nicht, was genau passiert.

Von jetzt auf gleich sollen sie ihr Territorium aufgeben und sich an etwas total Neues gewöhnen. Das bedeutet für die Tiere den puren Stress.

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Deswegen sollte man den Umzug nicht als super Gelegenheit ansehen, die Gegenstände der Katze zu erneuern. Das ist ein absolutes No-Go, weil sich für den Vierbeiner sowieso schon so vieles wandelt.

Gleiches gilt für Futter und Streu im Katzenklo. Solche Dinge sollten während des einschneidenden Wohnungswechsels nicht auch noch verändert werden.

Setzt lieber auf möglichst viel Konstantes, um die Fellnase zu unterstützen.

Weitere nützliche Tipps für Katzenbesitzer gibt es übrigens im Themenbereich "Katzenratgeber".

Checkliste für den Umzug mit Katze

Damit Katzen den Tumult während eines Umzugs gut überstehen können, sind die folgenden Punkte am wichtigsten:

Der Umzug mit Katze kann für Tier und Mensch ganz schön anstrengend sein. Mit dieser Checkliste ist man aber gut gewappnet.
Der Umzug mit Katze kann für Tier und Mensch ganz schön anstrengend sein. Mit dieser Checkliste ist man aber gut gewappnet.  © Fotomontage: 123RF/vsviridova, TAG24/CB

Umzug mit Katze: 5 Tipps für die Vorbereitung

Vor einem Umzug mit Katze sollte die Fellnase generell in gute Stimmung gebracht werden.
Vor einem Umzug mit Katze sollte die Fellnase generell in gute Stimmung gebracht werden.  © 123RF/artistan

Die generelle Devise lautet also: Gewohnheiten und bekannte Dinge so gut es geht beibehalten. Aber wie soll das klappen, wenn man die komplette Bude ausräumen und sein Zeug in die neue Heimat bringen muss?

1. Tipp: Idealerweise sorgt man für eine gute Grundstimmung beim Vierbeiner, bevor der Stress so richtig losgeht. Man sollte sich also vorher ausreichend Zeit für die Samtpfote nehmen, um ihr z. B. beim Spielen etwas Gutes zu tun.

2. Tipp: Da die Vierbeiner in der Regel per Auto in einer Tierbox umziehen, sollte man sie schon vorher an die Autofahrt und die Transportbox gewöhnen.

Dazu legt man das Futter für seinen tierischen Freund einfach ein paar Tage lang immer wieder in die Box, ohne diese zuzumachen.

3. Tipp: Am Tag des Umzugs sollte die Katze ihren eigenen Raum bekommen, der bis auf die für sie wichtigen Sachen leergeräumt ist. So hat sie einen verhältnismäßig ruhigen Rückzugsort, an dem sie dem schlimmsten Umzugstrubel entgehen kann.

Wichtig ist, dass es ihr in diesem Zimmer an nichts fehlt. Futter, Wasser und ihr Katzenklo sollten ebenso vorhanden sein wie Spielzeug und ein geliebter Schlafplatz.

4. Tipp: Ist die Umzugsreise nicht zu lang, sollte man die Katze nicht zu viel füttern. Der ganze Stress könnte ihr nämlich auf den Magen schlagen.

5. Tipp: Trotz vorbeugender Maßnahmen können vor allem sehr ängstliche Katzen bei dem Trubel panisch werden. Wer glaubt, dass dies bei seiner Fellnase passieren könnte, der sollte vorab mit einem Tierarzt über mögliche Beruhigungsmittel sprechen.

Übrigens: Man kann sie auch für den Tag des Umzugs zu Bekannten geben. Das ist aber am ehesten sinnvoll, wenn sie deren Zuhause z. B. von früheren Anlässen kennt. Ansonsten ist die neue Umgebung dort ebenso Stress für sie wie der Wechsel in die neue Heimat.

Wohin mit der Katze während des Umzugs?

Wenn man einen Umzug mit Katze plant, kommt man an einer Transportbox nicht vorbei.
Wenn man einen Umzug mit Katze plant, kommt man an einer Transportbox nicht vorbei.  © 123RF7kall1st0

Wenn morgens der Umzugswagen vor der Tür steht und es so richtig in die Vollen geht, dann sollte Deine Katze möglichst wenig davon mitbekommen. Damit das klappt, hat TAG24 auch dafür ein paar Tipps parat.

1. Tipp: Alle Helfer sollten Bescheid wissen, dass der Vierbeiner seinen eigenen Raum hat. Denn so lässt sich verhindern, dass jemand urplötzlich dort hereinschneit und Deinen Liebling in Aufruhr versetzt.

2. Tipp: Damit Deine Mieze nicht unnötig lange in einem Fahrzeug verharren muss, sollte man ihren Ruheraum als Letztes ausräumen. Während die Sachen zusammengepackt werden, kommt sie dann in die mit Futter und Spielzeug vorbereitete Transportbox.

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3. Tipp: Eine Katze sollte nicht in einem lauten Lastwagen umziehen. Stattdessen nimmt man sie am besten in einem Auto mit, in dem man sie als Besitzer begleiten und ihr mit ruhiger Stimme beistehen kann.

Während der Fahrt sollte die Transportbox abgedeckt sein, damit die Samtpfote etwas herunterkommen kann. Alles, was man aus dem fahrenden Wagen heraus vorbeirauschen sieht, würde sie nur zusätzlich aufregen.

Das neue Revier: So kann man seiner Katze helfen

Ein einfacher leerer Karton kann beim Umzug mit Katze super helfen.
Ein einfacher leerer Karton kann beim Umzug mit Katze super helfen.  © 123RF/mbnq

Ein Umzug hat natürlich auch seine schönen Seiten. Nicht wenige dürften sich z. B. darauf freuen, ihre zukünftige Heimat ganz neu einzurichten und für alles den besten Platz auszusuchen.

Aber auch dabei sollte man an seinen Vierbeiner denken: fünf Hinweise zum Leben nach dem Umzug mit Katze.

1. Tipp: Nach Möglichkeit sollte es auch in der neuen Wohnung einen separaten Raum für den Vierbeiner geben. Dort sollte man die Katze und ihre Sachen direkt nach der Ankunft unterbringen, um ihr die Umstellung auf das neue Territorium zu erleichtern.

2. Tipp: Bis im neuen Zuhause eine gewisse Ordnung herrscht, sollte man die Fellnase aber nicht ganz allein verharren lassen. Besser wäre es, ihr immer wieder Zeit zu widmen. Jedes gemeinsame Spielen und jedes Streicheln können bei der Eingewöhnung helfen.

3. Tipp: Beim Einrichten der neuen Zimmer kann man versuchen, die Möbel und Co. so ähnlich anzuordnen wie es in der früheren Heimat der Fall war. Dann erkennt die Katze zumindest einige gewohnte Elemente wieder.

4. Tipp: Sobald die neue Heimat halbwegs eingerichtet ist, sollte man die Katze aus ihrem Rückzugsraum herauslassen. Dann kann sie ihr neues Revier ganz in Ruhe erkunden. Dabei sollte die Tür zum ihr anvertrauten Zimmer unbedingt geöffnet bleiben, damit sie sich bei Bedarf zurückziehen kann.

5. Tipp: Wenn letzten Endes auch die Katzensachen aus dem separaten Raum an ihren zukünftigen Ort gestellt werden, sollte man das im Beisein der Mieze tun. So weiß sie gleich, wo was für sie bereitsteht.

Geheimtipp: Ein leerer und nicht zu großer Karton kann bei der Eingewöhnung super helfen. Katzen nutzen solche Kartons gern als sicheren Rückzugsort. Das kann helfen, den Stress wegen des neuen Reviers zu reduzieren.

Umziehen mit Katze: Freigänger können Probleme machen

Was schon für Stubentiger eine riesige Umstellung ist, wird besonders für Freigänger zur noch größeren Herausforderung. Wenn sie regelmäßig heraus dürfen, kann der Revierwechsel für Katze und Besitzer zur echten Tortur werden.

Wie man damit am besten umgeht, hängt von der zukünftigen Wohnsituation ab. Kann die Fellnase auch in der neuen Heimat herausgelassen werden oder ist die Zeit des Freigangs vorbei?

Die Katze hat in der neuen Heimat Freigang

Die Freigänger unter den Katzen sollte man nach einem Umzug nicht sofort wieder herauslassen.
Die Freigänger unter den Katzen sollte man nach einem Umzug nicht sofort wieder herauslassen.  © 123RF/granevsergey

1. Tipp: Der Vierbeiner sollte etwa die ersten vier Wochen nicht herausgelassen werden! Er muss sich erst an die neuen vier Wände als Zentrum seines Territoriums gewöhnen.

Vor allem wenn man nicht allzu weit weggezogen ist, könnte die Katze ansonsten in ihr altes Revier zurückkehren. Schließlich ist für sie die alte Heimat noch das Zentrum ihres Reviers.

2. Tipp: Plötzlich nicht mehr raus zu dürfen wird Deinem Liebling nicht gefallen. Deswegen muss positive Ablenkung her, um das Ganze wenigstens etwas angenehmer zu gestalten. Beschäftige Dich dazu am besten ausgiebig und regelmäßig mit ihm.

3. Tipp: Sobald die Ausgangssperre von circa vier Wochen vorbei ist, kann man seine Katze langsam wieder an die Freigänge heranführen. Begleite sie deshalb bei den ersten Spaziergängen, die bei jedem Mal etwas länger sein sollten.

4. Tipp: Wenn sie wieder allein im Freien erkunden darf, sollte man sie eine Zeit lang nur dann füttern, wenn sie von ihrer Tour nach Hause kommt. So verknüpft sie die Rückkehr in die neue "Zentrale" mit dem positiven Erlebnis der Fütterung.

Fellnase muss zukünftig drinnen bleiben

Wenn in der neuen Gegend kein Freigang mehr umsetzbar ist, dann könnte die Verweigerung für großen Unmut bei der Katze sorgen. Selbst wenn man sich drinnen ausgiebig mit ihr beschäftigt, dürfte ihr die fehlende Freiheit sehr gegen den Strich gehen.

Um zu krasse Reaktionen ihrerseits zu verhindern, muss man potenzieller Langeweile entgegenwirken und ihr etwas Besonderes bieten. Dafür sind z. B. verschiedene Klettermöglichkeiten eine gute Idee.

Sie verschaffen dem Vierbeiner zusätzlich zum Kratzbaum noch deutlich mehr Beschäftigung und neue Aussichtspunkte.

Wirkt eine Katze nach dem Umzug verstört, sollte man Ruhe bewahren

Nach einem Umzug neigen manche Katzen dazu, sich erst mal zu verstecken.
Nach einem Umzug neigen manche Katzen dazu, sich erst mal zu verstecken.  © 123rf/andreykuzmin

Man kann also insgesamt vieles tun, um den Umzug mit Katze währenddessen und danach nicht zum Albtraum werden zu lassen. Nichtsdestotrotz bieten diese Maßnahmen keine Garantien.

Auch wenn man sich noch so viel Mühe gibt, können Katzen mit der Gesamtsituation ziemlich überfordert sein. Das kann sich dann in den folgenden Verhaltensweisen äußern.

  • Die Katze will unbedingt raus.
  • Sie versteckt sich für eine lange Zeit oder immer wieder.
  • Der geliebte Vierbeiner frisst sehr wenig oder gar nicht mehr.
  • Die Fellnase fällt durch andauerndes Miauen auf, oft auch nachts.
  • Sie wirkt insgesamt verstört.
  • Sie geht nicht mehr auf ihr Katzenklo.
  • Im schlimmsten Fall entlaufen Freigänger.

In diesen Fällen ist es von großer Bedeutung, Ruhe zu bewahren und die Schuld nicht beim Tier zu suchen. Strafen wären der vollkommen falsche Weg. Stattdessen sollte man ein Unterstützer sein und ihr Verständnis entgegenbringen.

Achtung! Sofern sich die Mieze in einem gesundheitlich schlechten Zustand befindet, weil sie z. B. zu lange nicht isst, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden. Sicher ist sicher!

Fazit: Viel Aufwand, der Katze und Mensch guttut

Die Wenigsten dürften erwartet haben, dass man so vieles beachten muss, wenn man mit einer Katze umzieht. Wenn man sich einmal in die Lage des Tieres versetzt, versteht man jedoch schnell, wieso das nötig ist.

Ohne die Geschehnisse einordnen zu können, wird die Samtpfote aus ihrer Sicht von heute auf morgen aus ihrem Revier gerissen und an einem vollkommen fremden Ort untergebracht.

Deshalb ist es unabdingbar, ihr gewisse Fixpunkte zu ermöglichen. Wer einfach mit dem Gedanken "das wird schon" herangeht, der darf sich über eine im Nachhinein freidrehende Katze nicht wundern.

Diesen zusätzlichen Ärger kann aber gerade während des Umzugsstresses niemand gebrauchen.

Titelfoto: 123RF / Irinagutyryak

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