Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD nominiert Tillschneider als Vizepräsidenten, BSW lehnt ab

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Magdeburg - Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stehen die Parteien vor der nächsten Herausforderung: Die Regierungsbildung gestaltet sich schwierig.

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.
Sachsen-Anhalt hat gewählt. Die AfD unter Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) konnte einen haushohen Sieg einfahren.  © Michael Kappeler/dpa

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD stärkste Kraft, verpasste aber die absolute Mehrheit. Nun steht die Bildung einer neuen Landesregierung an.

Das derzeitig regierende Bündnis aus CDU, SPD und FDP kommt nicht mehr zustande, da die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Die Zahlen zur Landtagswahl findet Ihr in einem separaten Artikel.

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Alle Entwicklungen rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt lest Ihr hier im TAG24-Liveticker.

5. Oktober, 17.28 Uhr: BSW lehnt Tillschneider als Vizepräsidenten ab

Die AfD-Landtagsfraktion hat Hans-Thomas Tillschneider (48) einstimmig als Kandidaten für das Amt des Landtagsvizepräsidenten nominiert. Das BSW will ihn allerdings nicht unterstützen.

"Wir werden Hans-Thomas Tillschneider nicht zum Vizepräsidenten wählen. Er ist für uns kein tragbarer Kandidat", sagte BSW-Fraktionsvize Claudia Wittig (43). Sie begründete die Ablehnung unter anderem mit Tillschneiders Haltung zur Rüstungsindustrie.

5. Oktober, 16.19 Uhr: AfD nominiert Tillschneider als Vizepräsidenten-Kandidaten

Die AfD-Landtagsfraktion hat Hans-Thomas Tillschneider (48) einstimmig als Kandidaten für das Amt des Landtagsvizepräsidenten nominiert. Das teilte Co-Fraktionschef Oliver Kirchner (60) nach einer Fraktionssitzung in Magdeburg mit.

Ob das BSW Tillschneider bei der Wahl am Dienstag unterstützen wird, ist laut Kirchner noch offen. Das BSW hatte zuvor angekündigt, AfD-Kandidat Tobias Rausch (35) bei der Wahl zum Landtagspräsidenten mitwählen zu wollen.

Damit stehen neben Rausch auch Tillschneider, CDU-Kandidat Carsten Borchert (64) und SPD-Kandidat Armin Willingmann (63) für Posten im neuen Landtagspräsidium fest.

Die AfD-Fraktion hatte Hans-Thomas Tillschneider (48) einstimmig als Kandidaten für das Amt des Landtagsvizepräsidenten nominiert. (Archivbild)
Die AfD-Fraktion hatte Hans-Thomas Tillschneider (48) einstimmig als Kandidaten für das Amt des Landtagsvizepräsidenten nominiert. (Archivbild)  © Ronny Hartmann/dpa

5. Oktober, 15.50 Uhr: Linke kritisiert BSW wegen Unterstützung für AfD-Kandidaten

Die Linke hat das BSW für die angekündigte Unterstützung des AfD-Kandidaten Tobias Rausch (35) bei der Wahl zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt kritisiert.

Parteichef Luigi Pantisano (47) warf dem BSW vor, der AfD mit seinen Stimmen zur Mehrheit für eines der höchsten Staatsämter zu verhelfen.

Das BSW hatte zuletzt bekräftigt, Rausch bei der konstituierenden Sitzung am Dienstag mitzuwählen. Die AfD stellt 39 Abgeordnete, die übrigen vier Fraktionen kommen zusammen ebenfalls auf 39 Sitze. Für eine Mehrheit sind 42 Stimmen nötig.

5. Oktober, 15.43 Uhr: AfD rückt im Landtag in die Mitte

Bei den Vorabsprachen zur ersten Sitzung des neuen Landtags hat AfD-Kandidat Tobias Rausch (35) nach eigenen Angaben erreicht, dass die AfD-Fraktion künftig nicht mehr ganz rechts, sondern in der Mitte des Plenarsaals sitzt.

Rausch soll am Dienstag zum Landtagspräsidenten gewählt werden. Das BSW hat angekündigt, den 35-Jährigen zu unterstützen. Andere Fraktionen lehnen seine Wahl ab.

5. Oktober, 13.16 Uhr: BSW will AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten wählen

Das BSW in Sachsen-Anhalt will am Dienstag für den AfD-Kandidaten Tobias Rausch (35) als neuen Landtagspräsidenten stimmen. Damit dürfte die AfD bei der konstituierenden Sitzung des Landtags die nötige Mehrheit bekommen.

"Als erstes Zeichen, dass wir parlamentarische Gepflogenheiten achten, wählen wir morgen den Kandidaten der AfD zum Landtagspräsidenten", kündigte BSW-Fraktionschef Thomas Schulze (62) an. Die AfD sei stärkste Kraft und habe laut Geschäftsordnung das Vorschlagsrecht.

Die CDU will sich bei der Wahl voraussichtlich enthalten. Grüne, SPD und Linke lehnen einen AfD-Landtagspräsidenten dagegen ab.

AfD-Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund (35) sprach mit Blick auf die Sitzung bereits von einem "historischen Tag".

Tobias Rausch (35, AfD) könnte am Dienstag mit Stimmen des BSW zum Landtagspräsidenten gewählt werden.
Tobias Rausch (35, AfD) könnte am Dienstag mit Stimmen des BSW zum Landtagspräsidenten gewählt werden.  © Heiko Rebsch/dpa

5. Oktober, 12.27 Uhr: Sziborra-Seidlitz gibt Grünen-Landesvorsitz ab

Susan Sziborra-Seidlitz (49) zieht sich vom Landesvorsitz der Grünen in Sachsen-Anhalt zurück. Künftig will sie sich auf ihre Arbeit als Fraktionschefin im Landtag konzentrieren.

"Ich bin Landesvorsitzende geworden, um die Grünen zurück in den Landtag zu führen. Das ist gelungen. Ich habe jetzt andere Aufgaben", sagte Sziborra-Seidlitz am Montag in Magdeburg.

Bei der Landtagswahl hatten die Grünen 8,9 Prozent geholt und ihre Fraktion von sechs auf acht Abgeordnete vergrößert. Über die künftige Parteispitze soll beim Landesparteitag am 21. November entschieden werden.

2. Oktober, 13.07 Uhr: SPD schickt Willingmann als Vizepräsidenten-Kandidaten ins Rennen

Die SPD hat Wissenschaftsminister Armin Willingmann (63) für das Amt des Vizepräsidenten im neuen Landtag vorgeschlagen. Das bestätigte ein SPD-Sprecher auf Anfrage.

Willingmann war bei der Landtagswahl am 6. September Spitzenkandidat der SPD. Am Dienstag soll bei der konstituierenden Sitzung des Landtags in Magdeburg das neue Präsidium gewählt werden.

2. Oktober, 11.12 Uhr: BSW kritisiert Göring-Vergleich um AfD-Kandidaten Rausch

BSW-Fraktionsvize Claudia Wittig (43) hat den Vergleich des AfD-Politikers Tobias Rausch (35) mit dem früheren Reichstagspräsidenten Hermann Göring (†53) durch Linken-Fraktionschefin Eva von Angern (49) kritisiert. Eine solche historische Gleichsetzung überschreite eine Grenze und könne die Dimension der NS-Verbrechen verwischen, sagte Wittig der dpa.

Von Angern hatte mit Blick auf die bevorstehende Wahl des Landtagspräsidenten gesagt: "Nach Hermann Göring darf nicht der erste Präsident eines Parlaments aus einer rechtsextremen Partei hier in Sachsen-Anhalt" kommen.

Rausch ist von der AfD als Kandidat für das Amt des Landtagspräsidenten nominiert. Das BSW hat angekündigt, ihn bei der Wahl am Dienstag mitwählen zu wollen.

2. Oktober, 9.11 Uhr: Robra warnt vor AfD-geführter Landesregierung

Sachsen-Anhalts scheidender Staatskanzleichef Rainer Robra (74, CDU) erwartet, dass eine AfD-geführte Landesregierung "mittel- und langfristig" scheitern würde. Das sagte er der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung".

Robra befürchtet, dass Sachsen-Anhalt dadurch von wichtigen politischen Prozessen abgeschnitten werden könnte. Zwar könne die AfD zunächst "spektakuläre Anfangsakzente" setzen, später werde dies aber "in sich zusammenbrechen", sagte der langjährige Minister.

Mit Blick auf die Folgen für das Land verwies Robra unter anderem auf den Bildungsbereich. Er sagte, erste Lehrer kämen wegen der AfD bereits nicht mehr nach Sachsen-Anhalt. Auch aus der Kulturszene höre er von Menschen, die einen Wegzug erwägen würden.

Der Staatskanzleichef Rainer Robra (74, CDU) zieht sich am 5. Oktober aus der Politik zurück. (Archivbild)
Der Staatskanzleichef Rainer Robra (74, CDU) zieht sich am 5. Oktober aus der Politik zurück. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

2. Oktober, 8.30 Uhr: Schulze verteidigt Doppelrolle und kündigt Opposition an

Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU) hat seine Bewerbung um den CDU-Fraktionsvorsitz nach der Wahlniederlage verteidigt. Viele hätten ihn gebeten, auch in einer möglichen Opposition Verantwortung zu übernehmen, sagte er der dpa.

Die Doppelrolle als Ministerpräsident und Fraktionschef halte er für eine "überschaubare Zeit" für vertretbar. Zugleich bekräftigte Schulze, dass die CDU in der kommenden Wahlperiode in der Opposition bleiben wolle. Gespräche mit anderen Parteien schließt er damit weiterhin aus.

Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa

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