Wernigerode - Das geplante Erlebnis-Dorf von "Karls" in Wernigerode (Landkreis Harz) muss seinen ersten Rückschlag hinnehmen.
Der Bauausschuss sprach sich gegen die aktuellen Planungen aus, berichtet die Volksstimme.
Auf dem Gelände nahe der A36 sollten nach den bisherigen Plänen unter anderem Freizeitattraktionen, Gastronomie, Verkaufsflächen, Unterkünfte mit bis zu 200 Betten sowie ein großer Parkplatz entstehen. Auch Mitarbeiterwohnungen sind vorgesehen.
Für Probleme sorgte allen voran die geplante Anbindung an das Straßennetz. Nach einem Gutachten soll die bestehende Ampelkreuzung an der Otto-von-Guericke-Straße und Halberstädter Straße ausgebaut werden.
Mehrere Stadträte bevorzugen jedoch einen Kreisverkehr und sehen darin Vorteile für den Verkehrsfluss.
Ein weiterer Streitpunkt ist ein geplanter Werbepylon mit einer möglichen Höhe von bis zu 30 Metern.
Kritiker befürchten Auswirkungen auf das Stadtbild und die Sichtachsen in Richtung Brocken und Schloss Wernigerode. Schon ein früher an dieser Stelle geplanter Autohof scheiterte aufgrund eines hohen Werbemastes.
Das sagt "Karls"-Geschäftsführer Robert Dahl
Mit drei Ja-, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung lehnte der Ausschuss den Bebauungsplan ab. Das Projekt ist damit aber nicht gescheitert.
Bei der Abstimmung ging es zunächst lediglich um den sogenannten Auslegungsbeschluss. Dieser ist Teil des Planungsverfahrens und diene dazu, die Unterlagen öffentlich auszulegen sowie Bürger und Behörden zu beteiligen.
Die endgültige Entscheidung liegt beim Stadtrat. Dort wird das Vorhaben am 2. Juli erneut auf der Tagesordnung stehen.
Trotz des Dämpfers gibt sich Karls-Chef Robert Dahl entspannt. Nach Angaben in dem Medienbericht zeigte er sich offen für Anpassungen und kann auch die Diskussion um die Höhe des Werbepylons nachvollziehen.
Auch bei der Frage Kreisverkehr oder Ampel sieht er noch Gesprächsbedarf. Aus seiner Sicht seien die aktuellen Diskussionen Teil des normalen Planungsprozesses.
Vor der Stadtratssitzung sollen nun weitere Unterlagen vorgelegt werden, darunter eine Visualisierung des Werbepylons sowie eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile eines Kreisverkehrs.