Von Daniel Josling
Sangerhausen - Nach dem Stadtratsbeschluss zu einer möglichen Ansiedlung eines Unternehmens aus dem Rüstungsbereich im Süden Sachsen-Anhalts regt sich politischer Widerstand.
Die Linksfraktion im Stadtrat Sangerhausen und der Ortsverband der Partei kündigten Proteste sowie einen Einwohnerantrag an und rufen die Bevölkerung auf, sich am laufenden Bebauungsplanverfahren zu beteiligen.
"Sangerhausen darf nicht zum Synonym für Waffenproduktion werden", erklärte die Linksfraktion.
Stattdessen brauche die Stadt Investitionen in Bildung, nachhaltige Industrie, Handwerk, Gesundheitsversorgung und soziale Infrastruktur.
Der Stadtrat der Stadt nahe der thüringischen Landesgrenze hatte im Mai den Oberbürgermeister beauftragt, die Gespräche mit einem Interessenten für eine Großansiedlung auf einer bis zu 130 Hektar großen Industriefläche fortzuführen.
Demnach soll es sich um einen Teilehersteller für den Rüstungsbereich handeln. Eine Stellungnahme der Stadt lag zunächst nicht vor.
Einwohnerantrag und Proteste
Die Linke kündigte an, einen Einwohnerantrag vorzubereiten und dafür um Unterstützung zu werben. Ziel sei es, den Stadtrat zu einer klaren politischen Entscheidung über die geplante Ansiedlung zu verpflichten, erklärte der Vorsitzende des Ortsverbandes und Landtagskandidat André Röthel.
Zudem rief die Linke die Bürger auf, sich im Bebauungsplanverfahren zu beteiligen. Nach Angaben Röthels laufen Gespräche mit regionalen und überregionalen Partnern, um Proteste gegen die geplante Ansiedlung zu organisieren.