Dresden - 31 Unternehmen, über 5800 Beschäftigte, 594 Millionen Euro Nennkapital: Sachsen hält ein umfangreiches Beteiligungsportfolio.
"Jede Beteiligung dient einem oder mehreren wichtigen Landesinteressen. Es geht um nichts Geringeres als um das Gemeinwohl des Landes. Ohne die Beteiligungen wäre Sachsen in jeder Hinsicht viel ärmer", ist Finanzminister Christian Piwarz (50, CDU) überzeugt.
Blick in den frisch erstellten Beteiligungsbericht 2025: Die Zahl der Beteiligungen blieb unverändert gegenüber dem Vorjahr. Die Anteile des Landes an Unternehmen schwanken zwischen rund 1 Prozent (Kreditanstalt für Wiederaufbau/KfW) und rund 77 Prozent (Mitteldeutsche Flughafen AG).
14 Unternehmen gehören vollständig dem Freistaat (u. a. die Wirtschaftsförderung Sachsen, die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, Sachsen Lotto, die Landesbühnen Sachsen, die Sächsische Staatsbädern und die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe).
Etwa die Hälfte der Firmen erwirtschaftete 2024 Überschüsse. Das waren u. a. die EEX European Energy Exchange AG (Strombörse), die Klassenlotterie der Länder, die KfW und die Sächsische Aufbaubank. Fehlbeträge im einstelligen Millionenbereich wiesen die Messe Leipzig, die Staatsbäder, die Porzellan-Manufaktur Meissen sowie der Staatsbetrieb Schlösser und Gärten aus.
Mitteldeutsche Flughafen AG schreibt dunkelrote Zahlen
Das Besondere dabei: Die Gewinne füllen in der Regel nicht die Staatskassen, sondern bleiben in den Firmen.
Das Sächsische Ausführungsgesetz zum Glücksspielstaatsvertrag schreibt vor, dass die Erträge aus dem Lotteriegeschäft für Suchtprävention, Sport, Kultur, Umwelt, Jugend und Wohlfahrtspflege eingesetzt werden. Auf diesem Weg kamen beachtliche 60,6 Millionen Euro dem Gemeinwohl zugute.
Dunkelrote Zahlen schrieb die Mitteldeutsche Flughafen AG (–52,89 Millionen Euro). Das Land darf die Verluste jedoch nicht ausgleichen. Um die Zukunft des Unternehmens ringt die Politik heftig. Die Flughafen AG setzt derzeit einen rigorosen Sparplan um.
Plant der Freistaat angesichts knapper Kassen, Teile seines Tafelsilbers zu verkaufen? "Nein", sagt ein Sprecher des Ministers. Die Verwaltung überprüft per Gesetz aber regelmäßig die Beteiligungen an Firmen.