Bautzen - Ein Hotel mit bewegter Vergangenheit steht vor dem endgültigen Ausverkauf: Das ehemalige Spreehotel in Bautzen kommt unter den Hammer. Für mindestens 275.000 Euro soll das Gebäude nun in Berlin versteigert werden.
Damit endet die Geschichte eines Hauses, das über Jahre immer wieder Schlagzeilen machte.
Es war einst ein klassisches 4-Sterne-Hotel im Herzen von Bautzen, gebaut Mitte der 1990er-Jahre, mit rund 80 Zimmern, Empfangshalle und dem Anspruch auf sächsische Gastlichkeit. Heute ist davon nur noch die Hülle geblieben
Doch das "Spree-Hotel" war nie nur ein Hotel. Ab 2014 wurde es zur Asylunterkunft umfunktioniert, was in der Region für teils hitzige Debatten und Proteste sorgte. Für viele wurde das Gebäude damit zum Symbol einer politisch aufgeladenen Zeit.
Immer wieder wechselte die Nutzung: mal Unterkunft, mal Leerstand, mal Übergangslösung – ein ständiges Kommen und Gehen.
Mehrmals wurde das Hotel von Brandanschlägen heimgesucht
Auch die Sicherheitslage überschattete die Geschichte des Hauses. 2016 hatten drei Männer Molotowcocktails auf das Gebäude geworfen, in dem damals 230 Geflüchtete lebten. Im Oktober 2022, kurz bevor wieder Geflüchtete einziehen sollten, kam es erneut zu einem Brandanschlag.
Die Ermittlungen zogen sich, ein Tatverdacht steht im Raum, ist aber bis heute nicht abschließend geklärt. Das Gebäude selbst blieb dabei immer wieder Schauplatz von Angst, Unsicherheit und politischer Spannung.
Zwischendurch versuchte der Landkreis zu ordnen, zu schließen, neu zu öffnen – je nach Lage der Asylzahlen. Zuletzt lebten noch rund 150 Menschen in der Einrichtung, bevor endgültig der Schlusspunkt gesetzt wurde: Die Verträge endeten am 28. Februar 2026 und die Unterkunft wurde dichtgemacht.
Am 26. Juni soll das Spree-Hotel bei den Sommer-Auktionen der Deutsche Grundstücksauktionen AG in Berlin verkauft werden.