Dresden - Camping boomt in Europa. Spätestens seit den Corona-Jahren, wo Reisen schwierig war. Wie kann Sachsen davon profitieren? Eine Studie nahm Zelt- und Wohnmobilstellplätze unter die Lupe und lieferte neben Analysen Handlungsempfehlungen für Politik, Kommunen sowie Gastbetriebe.
"Camping ist ein bedeutender Wachstumsmotor für den Tourismus – insbesondere in unseren ländlichen Regionen", betont Sachsens Tourismus-Ministerin Barbara Klepsch (60, CDU).
"2020 waren wir das erste Mal hier. Damals haben wir uns Dresden, Pirna und die Sächsische Schweiz angeschaut. Jetzt stehen Meißen, Moritzburg und Torgau auf unserem Programm", berichtet Bert (67) aus Niederbayern.
Er und seine Frau Inge (66) sind mit dem Wohnmobil angereist. Sie nächtigen in Dresden-Kaditz auf dem Campingplatz der Firma Schaffer Wohnmobile. Bert zufrieden: "Es gefällt uns hier sehr gut. In Sachsen gibt es viel zu entdecken."
Dauercamping hat hierzulande lange Tradition, zu DDR-Zeiten genossen Tausende die Freiheit zwischen Badesee und Zeltplane. Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl in Sachsen um 76,6 Prozent auf rund 1,08 Millionen Camping-Übernachtungen. Das entspricht 5,4 Prozent aller touristischen Übernachtungen hierzulande.
Bemerkenswert: Das Segment Camping liegt inzwischen weit über Vor-Corona-Niveau. Der gesamte Beherbergungsmarkt aber noch nicht.
Landtagspräsident Alexander Dierks wirbt für Bündelung bestehender Angebote
Die Studie zählte in Sachsen 312 Reisemobilstellplätze und 124 registrierte Campingplätze. Reisemobilisten und Vanlife-Fans füllen heute vor allem die Plätze. Sie spülen Geld in die Kassen von Gaststätten, Kulturbetrieben, Handel.
Längst nicht alle Tourismusbetriebe werden ihren Ansprüchen an Komfort, Service, Digitalisierung und Nachhaltigkeit gerecht. Klepsch: "Da gibt es noch Luft nach oben. Da müssen wir stärker in Qualität investieren."
Landtagspräsident Alexander Dierks (38, CDU) warb als Chef des Landestourismusverbandes dafür, die Potenziale der Regionen sowie bereits bestehende Angebote zu bündeln und sichtbar zu machen.
"Ziel sollte dabei sein, Camping noch stärker mit Rad- und Aktivtourismus, Kultur, Kulinarik, Naturerlebnis und regionalen Angeboten zu verknüpfen", so Dierks.