Dresden/Leipzig - Sachsens Flughäfen haben offenbar ihre schwerste Krise hinter sich. Obwohl die Branche unter Druck bleibt, sehen Experten und Politik Chancen.
Bereits im Juni - und damit sechs Monate vorfristig - erreicht die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) wichtige Sanierungsziele. Das sei "außerordentlich begrüßenswert, gerade in diesen Zeiten", sagt der Luftverkehrsexperte Hartmut Fricke von der Technischen Universität Dresden.
Die Rahmenbedingungen für die Luftverkehrswirtschaft würden jedoch "zumindest bis 2030 nicht wirklich einfacher".
Ob die Restrukturierungsphase tatsächlich vorzeitig beendet werden kann, entscheiden nach Unternehmensangaben der Sanierungsberater KPMG und die finanzierenden Banken. Die Flughafengruppe befinde sich wirtschaftlich auf einem deutlich stabilisierten Kurs.
Der Luftverkehr bleibt aber unter Druck, denn Fliegen ist in Deutschland deutlich teurer geworden. Zudem hätten viele Fluggesellschaften ihr Angebot an Regionalflughäfen reduziert.
Politik hält an beiden Flughäfen fest
Fricke meint: "Hybrid-elektrische sowie SAF tankende Luftfahrzeuge könnten die Kurzstrecke wiederbeleben." Sachsen solle entsprechende Entwicklungen gezielt unterstützen.
SAF steht für sogenannte Sustainable Aviation Fuels. Diese alternativen Flugkraftstoffe können in der Gesamtbilanz ab Herstellung deutlich weniger CO₂ verursachen als herkömmliches Kerosin.
Hoffnung stiftet aus seiner Sicht zudem die Ansiedlung des Flugzeugherstellers Deutsche Aircraft am Flughafen Leipzig/Halle. Dort entsteht derzeit ein Werk für die D328eco, ein Regionalflugzeug mit rund 40 Sitzplätzen.
Die Politik hält an beiden Flughäfen grundsätzlich weiter fest. "Bei rein betriebswirtschaftlicher Betrachtung ist der parallele Betrieb beider Flughäfen zweifellos anspruchsvoll. Doch volkswirtschaftlich betrachtet ergibt sich ein ganz anderes Bild", erklärte Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (50, CDU).