Großröhrsdorf - Flammen fraßen Dach und Turm, zurück blieb nur eine schwarze Ruine. Was einst das Herz von Großröhrsdorf (bei Radeberg) war, wurde 2023 durch Brandstiftung in einer Nacht zerstört. Jetzt beginnt ein neues Kapitel - mit großen Emotionen und mutigen Plänen.
Die Stadtkirche, eines der bedeutendsten barocken Bauwerke der Region, soll wiederauferstehen. Und zwar nicht irgendwie, sondern fast genauso, wie sie einmal war. Den Wettbewerb gewann das Dresdner Büro Code Unique Architekten mit einem Entwurf, der Vergangenheit und Zukunft verbindet.
Dominic Geppert (39), Architekt und Leiter der Wettbewerbsabteilung bei Code Unique, freut sich über die Möglichkeit, die Stadtkirche wieder aufzubauen, weiß aber aufgrund des Brandes auch um die Schwierigkeit der Aufgabe.
"Natürlich war das eine besondere Herausforderung. Wir haben uns die Frage gestellt, wie wir mit dem Bauwerk umgehen. In einem sehr intensiven Prozess haben wir uns für die Wiederherstellung der alten Kirche entschieden."
Doch einfach wird das nicht. Die Ruine ist schwer beschädigt, Statik und Fundament müssen neu geprüft werden. "Da gibt es noch einige Fragen zu klären."
Moderne Elemente im Inneren der Kirche
Trotzdem ist die Vision klar: Der Turm soll wieder das Stadtbild prägen, der Dachstuhl originalgetreu zurückkehren. Innen entsteht jedoch etwas Neues - hell, flexibel, offen für bis zu 300 Menschen. Geplant sind auch ein Café und Räume für die Gemeinde.
Für Kirchenvorstand Jens Großmann (63) ist genau das der Schlüssel: "Der Entwurf hat uns besonders überzeugt, weil er die Geschichte unserer alten Stadtkirche aufnimmt und im Inneren mit modernen Elementen den Anforderungen unserer Zeit entspricht."
Mehr als 550.000 Euro wurden bereits gespendet, Hunderte Bürger bringen sich ein. Großmann sagt: "Wir bauen nicht nur ein Gebäude, sondern auch Gemeinde."
Noch laufen Vertragsverhandlungen und Planungen. Läuft alles glatt, könnte der Bau Ende 2027 oder Anfang 2028 starten.