Abgaben-Irrsinn für Stollen: Politikerin will Lösung für Verpackungs-Gebühr finden

Annaberg-Buchholz - Dieser Abgaben-Irrsinn könnte den beliebten Christstollen teurer machen: Das Umweltbundesamt (UBA) definiert bis zu 750 Gramm schwere Stollen nun als Zwischenmahlzeit und plant eine Extra-Verpackungsgebühr. Nicht nur Bäcker verstehen die Welt nicht mehr - auch von politischer Seite hagelt es Kritik.

Der beliebte Christstollen könnte teurer werden. Grund dafür ist eine zusätzliche Verpackungsgebühr.
Der beliebte Christstollen könnte teurer werden. Grund dafür ist eine zusätzliche Verpackungsgebühr.  © dpa-Zentralbild

Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass in folienverpackte Stollen bis zu 750 Gramm als Unterwegs-Snack dienen können. Damit fallen die Weihnachtsgebäcke unter das sogenannte Einwegkunststofffondsgesetz - wie etwa auch Einweg-Kaffeebecher.

Bedeutet für die Bäcker: mehr Papierkram und mehr Bürokratie. Die Mehrkosten könnten dann auf die Käufer umgelegt werden. Heißt: Der Stollen wird wohl teurer!

Die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lang (54) kritisiert die Entscheidung des Umweltbundesamtes. Die Vorweihnachtszeit sei ohnehin stressig und arbeitsintensiv, sagt sie.

"Nun kommt eine weitere bürokratische Hürde hinzu, die nicht nur finanzielle Mehrkosten verursacht, sondern vor allem wertvolles Personal bindet", so die SPD-Politikerin.

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Lang weiter: "Dies alles geschieht, nachdem die Bäckereien in den letzten Jahren mit deutlichen Preissteigerungen bei Zutaten konfrontiert wurden. Diese Preissteigerungen trafen tendenziell auch die Endkunden."

SPD-Politikerin stellt klar: "Ein Stollen ist kein Fast-Food-Produkt für den sofortigen Verzehr"

SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lang (54) will eine Lösung für den Gebühren-Irrsinn finden.
SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lang (54) will eine Lösung für den Gebühren-Irrsinn finden.  © Norbert Neumann

Vor allem ärgert sich Lang, dass das UBA das Weihnachtsgebäck als Unterwegs-Snack ansieht. "Ein Stollen ist ein traditionelles Genusserlebnis, kein Fast-Food-Produkt für den sofortigen Verzehr unterwegs. Diese praxisferne Einordnung ignoriert die Realität unserer Handwerksbetriebe und die kulturelle Bedeutung des Stollens", schimpft die 54-Jährige.

Die Landtagsabgeordnete will sich nun auf Bundes- und Europaebene aktiv für eine Lösung einsetzen. Einen direkten Ansprechpartner hätte sie: Ihr Parteikollege Carsten Schneider (49) ist Umweltminister der schwarz-roten Koalition.

Übrigens: Eine Plastikverpackung ist für Stollen unverzichtbar. Wie der Bäckerverband mitteilt, verlieren die Traditionsgebäcke ohne Plastikfolie schnell an Feuchtigkeit und Aromen.

Titelfoto: Bildmontage: dpa-Zentralbild, Norbert Neumann

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