CDU gegen "Freie Sachsen": So knapp könnte die Stichwahl in Aue werden

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Aue-Bad Schlema - Ein politisches Beben geht durch Aue-Bad Schlema (Erzgebirge)! Am 7. Juni wählt die Stadt im zweiten Wahlgang einen neuen Oberbürgermeister. Zur Auswahl stehen CDU-Kandidat Marcus Hoffmann und Stefan Hartung (36, Freie Sachsen). Ein Blick auf den ersten Wahlgang zeigt: Der Ausgang ist völlig offen - der Sieg könnte an wenigen Stimmen hängen.

In Aue wird am 7. Juni im zweiten Wahlgang ein neuer Oberbürgermeister bestimmt.
In Aue wird am 7. Juni im zweiten Wahlgang ein neuer Oberbürgermeister bestimmt.  © Uwe Meinhold

Fakt ist: Im ersten Wahlgang holte Hartung von den rechtsextremen "Freien Sachsen" 29 Prozent - lag damit deutlich vor dem CDU-Kandidaten Hoffmann (23,6 Prozent).

Alle anderen Anwärter, Danny Weber ("Freie Wähler", 22,5 Prozent), Lars Bochmann (AfD, 18,5 Prozent) und Tony Neuß (Linke, 6,4 Prozent), treten nicht noch mal an.

Heißt: Die Stimmen der ehemaligen Kandidaten werden wohl zum großen Teil auf die beiden übrigen OB-Anwärter aufgeteilt.

Dabei wird sich wohl ein Großteil der AfD-Wähler für Hartung entscheiden. Rechnet man also die 29 Prozent der Stimmen für die "Freien Sachsen" und die 18,5 Prozent der Stimmen für die AfD zusammen, landet man rein rechnerisch bei 47,5 Prozent für Hartung.

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Klar ist aber auch: Die Linke unterstützt den CDU-Kandidaten Hoffmann im Wahlkampf, ebenso werden sich die Stimmen der "Freien Wähler" wohl ebenfalls zu Hoffmann "gesellen". Rechnet man alles zusammen, kommen rein rechnerisch 52,5 Prozent für den CDU-Kandidaten heraus.

Allerdings ist diese Rechnung stark vereinfacht. Das genaue Wählerverhalten kann nicht genau vorhergesagt werden.

Die Macht der Nichtwähler: Jede Stimme zählt!

Für die Kandidaten ist es nun wichtig, auch die Nichtwähler zu mobilisieren. (Symbolbild)
Für die Kandidaten ist es nun wichtig, auch die Nichtwähler zu mobilisieren. (Symbolbild)  © Philipp von Ditfurth/dpa

Dazu kommt die Macht der Nichtwähler! Denn: Die Wahlbeteiligung lag im ersten Anlauf bei 60,8 Prozent. Für die beiden Kandidaten ist es nun extrem wichtig, die Nichtwähler zu mobilisieren, um wichtige Stimmen an sich zu binden.

Eine große Rolle spielen dabei immer mehr die sozialen Netzwerke. Zwar präsentiert sich CDU-Kandidat Marcus Hoffmann auf Facebook und Co. - doch Stefan Hartung geht deutlich mehr in die Offensive - veröffentlicht Videos, schießt mit politischen Parolen gegen seine Gegner.

Zudem spricht er immer wieder Themen an, die die Stadt offenbar bewegen - vor allem die Flüchtlingspolitik und die jüngsten Gewalt-Eskalationen am Postplatz.

Marcus Hoffmann will hingegen mit einer Aufwertung der Stadt punkten: leerstehende Häuser abreißen, Plätze und Straßen aufwerten. Zudem legt er den Fokus auch auf die Jugend - es sollen Kreativflächen für junge Menschen geschaffen werden.

Titelfoto: Bildmontage: Philipp von Ditfurth/dpa, Uwe Meinhold

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