Einsturz-Drama in Görlitz: Menschenkette für ein Wunder

Görlitz - Es ist ein Kampf gegen die Verzweiflung: Bis zum Abend gaben auch am Mittwoch wieder Einsatzkräfte ihr Möglichstes, um das Leben der beiden Rumäninnen Georgiana Rusu (25) und Simona Marcu (26) sowie des Deutsch-Bulgaren Ahmed M. (48) zu retten. Alle drei sind seit dem Zusammenbruch eines kompletten Hauses in der Görlitzer James-von-Moltke-Straße verschwunden, werden unter den Trümmern vermutet. Doch das Räumen geht nur langsam voran.

Das komplette Haus war am Montagabend zusammengebrochen.  © Lars Haubner/NEWS5

Keine Minute war Urlauber Cosmin Ciobanu (27) von der Ferienwohnung weg, wollte nur eine Kopfschmerztablette für seine Verlobte Georgiana holen, da brach das Haus plötzlich mit einem lauten Knall in sich zusammen. Über 48 Stunden war das am Mittwochabend her, doch von den drei Vermissten fehlt jede Spur.

Denn die Beräumung der Trümmer ist ein Drahtseilakt: Hohlräume in den Hausresten werden mit Sensoren auf Gas geprüft, auch an den Wänden der Nachbarhäuser ist Technik angebracht.

"Damit sich die Einsatzkräfte in Sicherheit bringen können, falls sich da etwas bewegt", sagt Polizeisprecherin Julia Szagunn.

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Das Gas machte den Helfern bis in die Nacht zu Mittwoch Probleme: Da der Hausanschluss des eingestürzten Gebäudes verschüttet war, musste die Straße an mehreren Stellen aufgerissen, die Leitung dort abgeklemmt werden.

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Von Mensch zu Mensch tragen die Helfer die Trümmer weg.  © Polizei
Mit bloßen Händen mussten Feuerwehr und THW den Trümmerhaufen beräumen.  © Sebastian Willnow/dpa
Bewohner einiger Nachbarhäuser durften am Mittwoch kurz ihre Habseligkeiten holen gehen.  © Sebastian Willnow/dpa

Ungewissheit hält weiter an

Cosmin Ciobanu (27, rechts) bangt seit Tagen um seine Angehörigen.  © Steffen Füssel

Auch als das Gas nicht mehr strömte, waren die Rohre noch voll davon. Es wurde kontrolliert abgebrannt, erst 2.30 Uhr floss kein Gas mehr.

Für Sicherungsarbeiten musste die Suchaktion bis 6 Uhr morgens noch unterbrochen bleiben, dann fingen die Helfer wieder an.

Konnten ab und an sehr große Teile mit schwerer Technik geborgen werden, mussten viele Steine per Menschenkette mit bloßer Hand weggeschleppt werden.

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Trotzdem wurde der Haufen bis zum Abend kleiner. Die Ungewissheit konnte aber bis dahin nicht gelöst werden.

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