Görlitzer OB setzt auf junge Familien und offene Grenzen
Von Jörg Schurig
Görlitz - Eine Stadt, zwei Länder: Görlitz ist 950 Jahre alt, eine architektonische Perle und hat mit Zgorzelec einen polnischen Teil. Beim Blick in die Zukunft setzt man auf Wissenschaft und Forschung.
"In den vergangenen Jahren hat sich hier ein Nukleus an Forschungseinrichtungen etabliert, der nun wächst. Davon profitiert die ganze Region", sagte Oberbürgermeister Octavian Ursu (58, CDU).
Als Filmkulisse für zahlreiche Hollywood-Produktionen hat sich "Görliwood" ohnehin schon im Ausland einen Namen gemacht.
"Das tut der gesamten Region gut. Wir sind eine Stadt in zwei Ländern, ein internationaler Standort", sagte Ursu. Gut 5000 Menschen aus Polen wohnten und arbeiteten in Görlitz.
Im Unterschied zu vielen Kommunen wachse die Stadt noch.
Ursu hofft darauf, dass Grenzkontrollen kein Dauerzustand werden
"Wir brauchen junge Menschen, die hier Geld verdienen und es ausgeben. Das heißt nicht, dass Ältere nicht willkommen sind. Sie können gerne bei uns leben und wohnen. Aber unsere Zielgruppe sind in erster Linie junge und gut qualifizierte Menschen. Am schönsten ist es, wenn sie auch Familie und Kinder haben. Dafür werben wir."
Es gäbe bereits sehr viele gemischte Familien, "weil wir miteinander zusammenleben", sagte Ursu.
Der Görlitzer Oberbürgermeister hofft darauf, dass die Grenzkontrollen zur Eindämmung der illegalen Migration kein Dauerzustand werden.
"Wir haben damals alle für offene Grenzen innerhalb Europas gekämpft. In einer Stadt mit viel Grenzverkehr ist das noch deutlicher zu spüren, auch wenn sich die Einwohner damit nun arrangiert haben. Aber für uns sollte es selbstverständlich sein, ohne Kontrolle über die Grenze zu gehen."
Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa, IMAGO/imagebroker

