Kupferdiebe sollen für Hauseinsturz mit drei Toten verantwortlich sein: Wie kamen Ermittler auf ihre Spur?

Görlitz - Mussten in Görlitz drei Menschen für ein paar Kilo Metall sterben? Seit Sonntag sucht die Polizei öffentlich nach Hinweisen zu dem Polen Bartosz K. (27) und dem Afghanen Zolmai K. (33). Die beiden sollen beim versuchten Kupferrohrklau die verheerende Explosion in der James-von-Moltke-Straße ausgelöst haben. Aber wie kamen die Ermittler auf deren Spur?

Nach der Explosion blieb von dem Haus in Görlitz nur noch ein Schutthaufen übrig.  © Sebastian Kahnert/dpa

Am Abend des 18. Mai endete das Leben von Georgiana Rusu (†25), Simona Marcu (†26) und Ahmed M. (†48) unter den Trümmern des kollabierten Hauses.

Schuld sollen die beiden mutmaßlichen Diebe sein: "Nach aktuellem Erkenntnisstand waren die beiden Tatverdächtigen in den Montagnachmittagsstunden des 18. Mai 2026 im Bereich der Stadt Görlitz an der Augustastraße, Emmerichstraße, Kleine Konsulstraße, Konsulstraße, Theodor-Körner-Straße, Schillerstraße und James-von-Moltke-Straße unterwegs und befanden sich auf der Suche nach stehlenswertem Gut", so Polizeisprecher Kai Siebenäuger (45).

Besonders auf Fahrräder und Buntmetall hätten sie es abgesehen, dabei versucht, diverse Türen zu öffnen. "Inzwischen ist bekannt, dass sich die beiden Männer auch Zutritt zum Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 verschafften", so der Polizeisprecher.

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Offenbar waren beide auf beiden Seite der Grenzen unterwegs, denn am Mittwoch meldete sich die polnische Polizei bei den deutschen Kollegen zu den beiden Männern, wollte Infos. Einmal wegen Diebstahls auf dem Radar der Ermittler wanderte Zolmai K. am Donnerstag nach der Explosion, Bartosz K. am 29. Mai wegen Eigentumsdelikten in Untersuchungshaft.

"Der Erlass der Haftbefehle wurde auch möglich, weil die beiden Beschuldigten ohne festen oder gemeldeten Wohnsitz waren", so Siebenäuger.

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Die Polizei erhofft sich Hinweise zu Bartosz K. (27, l.) und Zolmai K. (33).  © PD Görlitz

Kamera fängt Tatverdächtigen mehrfach ein

Um 0.51 Uhr in der Nacht nach der Explosion war der Verdächtige bereits wieder in Tatortnähe (l.). 18.02 Uhr war Zolmai K. mit dem Rad auf der Altstadtbrücke unterwegs (r.).  © Polizei Sachsen (2)

Dass Zolmai K. nach der Katastrophe noch rege zwischen Görlitz und Zgorzelec unterwegs war, belegt das Personen-Identifizierungssystem (PerIS): Sowohl 0.51 Uhr als auch 18.02 Uhr geriet er am Dienstag nach der Explosion vor die Kamera an der Altstadtbrücke.

Zu diesem Zeitpunkt war nur wenige Meter weiter ein riesiges Polizeiaufgebot vor Ort, um fieberhaft nach den damals noch Verschütteten zu suchen.

Für den entscheidenden Hinweis zu den Tatverdächtigen gibt es eine Belohnung von 5000 Euro. Alle vorliegenden Fotos – auch der Kleidung – sind auf den Seiten der Polizei Sachsen zu finden. Nummer: 03581/4685000.

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