Herzlichen Glückwunsch! Größte Ziegelbrücke der Welt feiert 180. Jubiläum
Netzschkau - Happy Birthday, Göltzschtalbrücke (Vogtlandkreis)! Der Bau des 574 Meter langen und 78 Meter hohen Viadukts begann von fast genau 180 Jahren. Am 31. Mai 1846 wurde der Grundstein für die Bahnbrücke, die das Tal der Göltzsch auf der Bahnstrecke Leipzig - Hof überspannt, gelegt.
Die Göltzschtalbrücke ist bis heute ein Bauwerk der Superlative. Mit 98 Bögen und mehr als 26 Millionen Ziegeln ist sie die größte Ziegelstein-Brücke der Welt. Ihr Aussehen erinnert an Aquädukte der Römerzeit.
Es hätte aber auch ganz anders kommen können, denn 1845 war ein Wettbewerb für das Aussehen ins Leben gerufen worden. Insgesamt 81 Vorschläge gingen ein. Davon flossen vier in den endgültigen Entwurf von Professor Johann Andreas Schubert.
Laut Wikipedia mussten nach dem Baubeginn die Planung allerdings etwas geändert werden, da es technische Schwierigkeiten gab. So war zum Beispiel der Bauuntergrund im Tal weicher als angenommen.
Auch wenn die mehr als 1700 Arbeiter täglich bis zu 50.000 Ziegel verarbeiteten, besteht die Brücke nur zu knapp 53 Prozent aus Ziegeln. In Fundamenten und Tragebögen wurden auch Bruch- und Werkstein verarbeitet. Die Ziegel kamen im Übrigen aus der Region. Etwa 20 Ziegeleien belieferten die Großbaustelle.
Für den Bau wurde ein Spezialmörtel verwendet, der extra von dem Reichenbacher Apotheker Heinrich Carl entwickelt wurde.
Viadukt sollte gesprengt werden
Jetzt kostenlos für den News-des-Tages-Newsletter anmelden!
Der Bau der Göltzschtalbrücke hat insgesamt rund fünf Jahre gedauert. Sie wurde im Juli 1851 festgestellt. Damit war die Bahnverbindung von München nach Berlin durchgängig befahrbar. Die Kosten für die Brücke lagen damals bei 2,2 Millionen Taler, was heute umgerechnet (ohne die Inflation zu berücksichtigen) etwa 63 Millionen Euro entspricht.
Beinahe hätte die Göltzschtalbrücke ihr großes Jubiläum gar nicht erlebt. Denn am Ende des Zweiten Weltkriegs wollte die Wehrmacht das Viadukt sprengen. Glücklicherweise kam es nicht mehr dazu. Dabei war erst wenige Jahre zuvor mit einer neuen Fahrbahnwanne der Gleisabstand vergrößert worden.
Titelfoto: Robert Michael/dpa
