Problem-Wolf aus Sachsen ist tot: Unglück beendet brisanten Fall

Czerwona Woda/Görlitz - Dramatisches Ende einer wochenlangen Entwicklung: Der junge Wolf MT15, der in Ostsachsen zuletzt für Aufsehen sorgte, ist tot. Das Tier kam bereits in der Nacht zum 13. März bei einem Verkehrsunfall im polnischen Ort Czerwona Woda ums Leben. Das bestätigten das Landratsamt Görlitz und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in einer gemeinsamen Mitteilung.

Wolf MT15 zeigte immer wieder zu wenig Scheu und näherte sich Menschen an. (Symbolfoto)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Zuvor war der Wolf Thema intensiver Diskussionen im Landkreis Görlitz: Der junge Rüde aus dem Rudel Großhennersdorf war seit Herbst 2025 immer wieder durch ungewöhnlich geringe Scheu vor Menschen aufgefallen.

Mehrfach näherte er sich Personen auf unter 30 Meter, teilweise sogar auf Privatgrundstücken.

Experten gehen davon aus, dass der junge Wolf durch positive Erfahrungen mit Menschen seine natürliche Scheu verlor. Genau das ist gefährlich für Tier und Mensch.

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Um solche Entwicklungen zu stoppen, greifen Behörden zunächst zu sogenannten Vergrämungsmaßnahmen: gezielte Abschreckung mit Schreck- oder Schmerzreizen.

Der Wolf soll dadurch lernen, Menschen zu meiden. Bei MT15 zeigte das jedoch nur kurzfristig Wirkung.

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MT15 schließlich als "nicht tolerierbar" eingestuft

Dem jungen Wolf mit dem Kürzel MT15 wurde schließlich ein Verkehrsunfall zum Verhängnis. (Symbolfoto)  © Patrick Pleul/dpa

Nach diesen ersten Maßnahmen, darunter auch eine Besenderung, schien sich das Verhalten zunächst zu normalisieren.

Doch Anfang März die Wende: Wieder kam es zu gefährlich nahen Begegnungen – unter anderem in Niesky und Umgebung.

Bei einem Vorfall lief der Wolf gezielt auf zwei Anwohner zu. Für die Fachleute war klar: Das Tier hatte seine Scheu endgültig verloren.

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Behörden stuften MT15 als "nicht tolerierbar" ein. Eine sogenannte "Entnahme" – also der Abschuss – wurde bereits genehmigt. Doch dazu kam es nicht mehr.

Der Wolf wanderte erneut nach Polen ab. Nur wenige Tage später wurde ihm der Straßenverkehr zum Verhängnis.

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