Strommast besetzt, Frau gefunden: Storch Gustav besiegt (vorerst) den Energiekonzern

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Kamenz - Storch Gustav will einfach ins Zentrum von Döbra (bei Kamenz): Nachdem Energieversorger SachsenNetze sein Nest am Gründonnerstag auf einem zentralen Strommast entfernt hatte, begann er etwas weiter den nächsten Mast zu besetzen. Da er dort mittlerweile eine Frau gefunden hat, darf er für diese Saison da auch bleiben.

Nur die Liebe zählt: Mittlerweile ist auch eine Frau bei Gustav eingezogen.
Nur die Liebe zählt: Mittlerweile ist auch eine Frau bei Gustav eingezogen.  © Holm Helis

Auf den geräumten Mast gab es kein Zurück mehr: Nachdem ihn der kleine Abweiser nicht am Nestbau gehindert hatte, setzte der Stromversorger dort einen größeren hin.

Gustav sah sich diesen an, entschied dann wohl, dass ein Nestbau an anderer Stelle sinnvoller wäre. Doch auf den extra für ihn auf einer Wiese errichteten Mast ohne Stromleitungen führt wohl kein Weg. Stattdessen nistete er wieder in der Mühlstraße, rund 150 Meter entfernt.

Für den Netzbetreiber nicht der ideale Platz. "Von dem Strommast führen sowohl Niederspannungs- als auch Straßenbeleuchtungsleitungen ab", sagt Sprecherin Johanna Lemke (44). "Während die Niederspannungsleitungen isoliert sind, sind die Leitungen der Straßenbeleuchtung unisoliert."

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Herabfallendes Nistmaterial könne zu Kurzschlüssen führen, Storchenkot wiederum die Isolierung zersetzen.

Nun hat der Storch wieder einen Strommasten an der Mühlstraße als Nistplatz besetzt.
Nun hat der Storch wieder einen Strommasten an der Mühlstraße als Nistplatz besetzt.  © Holm Helis
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Den extra für Gustav erbauten Nistpfahl verschmäht der Storch.
Den extra für Gustav erbauten Nistpfahl verschmäht der Storch.  © Holm Helis

Anwohnerin gibt ihr Grundstück für Bau von Nistmast frei

Anwohnerin Doreen Peter (53) würde dem Storch auch auf ihrem Grundstück Platz geben.
Anwohnerin Doreen Peter (53) würde dem Storch auch auf ihrem Grundstück Platz geben.  © Holm Helis

Müssten Techniker wegen einer Havarie auf den Mast, wird es kompliziert: "Dies ist nicht gestattet, solange ein Storch auf dem Mast brütet", so Lemke. "Wir werden also keine Handlungen an dem Nest ausführen. Sollte ein Störungsfall eintreten, werden wir auf die Naturschutzbehörde zugehen und ein kurzfristiges Handeln abstimmen."

Noch in diesem Jahr will der Netzbetreiber mit der Naturschutzbehörde besprechen, wie mit dem Nest umgegangen wird, sobald Gustav es verlassen hat. Die Einwohner von Döbra wiederum stört der besetzte Mast wenig.

"Wir freuen uns, dass Gustav hier mitten im Ort geblieben ist", sagt Anwohnerin Doreen Peter (53).

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Auch für eine Ausweichlösung im nächsten Jahr steht sie zur Verfügung, hat ihr Grundstück für den Bau eines Nistmastes freigegeben.

Genau an der Kreuzung, an der Gustav vor Ostern schon seit Nest aufgeschlagen hatte.

Titelfoto: Holm Helis

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