Chemnitz/Leipzig - Alarmierende Worte aus Sachsen: Durch den aktuellen Teuer-Schock könnte die sächsische Wirtschaft den Bach runtergehen - davor warnt derzeit die Industrie- und Handelskammern (IHK) im Freistaat. Die Bundesregierung müsse nun weitere Maßnahmen beschließen, um die Preise für Sprit weiter in den Keller zu drücken.
Durch den Iran-Krieg sind die Preise für Benzin und Diesel in die Höhe geschossen. Die IHK warnt: Dadurch werden die sächsischen Unternehmen massiv belastet. Viele Firmen könnten die Mehrkosten derzeit nicht mehr tragen, heißt es.
Daher findet am Freitag eine Demo in Leipzig statt. Daran beteiligen sich sächsische Speditionen sowie Taxi-, Transport- und Umzugsunternehmen.
Zwar plant die Bundesregierung ein erstes Entlastungspaket - unter anderem die Absenkung der Energie- bzw. Mineralölsteuer um 17 Cent. Doch das könne nur der Anfang sein, sagt die IHK.
"Die Bundesregierung bleibt weiterhin die dringend benötigte Strukturreform schuldig", sagt Dr. Fabian Magerl von der IHK Leipzig.
IHK-Chef fordert weitere Entlastungen: "Darf jetzt keine Ausreden mehr geben"
Angesichts der massiven Preisentwicklungen an den Tankstellen setzt eine Transportfirma aus Zwickau mittlerweile auf Elektro-Laster. Eine Alternative - allerdings nicht für alle. Die Anschaffung der Fahrzeuge ist teuer.
Aus diesem Grund müssten nun weitere Entlastungen kommen, so die IHK. Gerade in Krisenzeiten brauche es mutige und nachhaltige Entscheidungen, die über kurzfristige Maßnahmen hinausgehen.
"Es darf jetzt keine Ausreden mehr geben, um notwendige, tiefgreifende Reformen weiter aufzuschieben. Unsere Unternehmen brauchen dieses Signal - und zwar jetzt", fordert Magerl.
Noch spüren die Verbraucher die gestiegenen Tankkosten eher an der Zapfsäule. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Mehrkosten auch auf Lebensmittel und Co. weitergegeben werden.
Immerhin: Die Bundesregierung kündigte bereits an, dass weitere Maßnahmen gegen den Teuer-Schock besprochen werden.