Lorenz (23) überlebt heftigen Motorrad-Unfall und kämpft sich zurück ins Leben

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Bautzen (Sachsen) - Wenn aus einem entspannten Motorradausflug die Hölle auf Erden wird: Der Lausitzer Lorenz Grafe (23) lebte und liebte die Fahrten auf seiner Suzuki – es gab nur die Straße und ihn. Das änderte sich jedoch im Juli 2025, als ihm ein Auto die Vorfahrt nahm und sein ganzes Leben schlagartig auf den Kopf stellte.

Der gebürtige Weimarer Lorenz Grafe (23) geriet im Juli 2025 in einen schweren Verkehrsunfall.
Der gebürtige Weimarer Lorenz Grafe (23) geriet im Juli 2025 in einen schweren Verkehrsunfall.  © Fotomontage/Lorenz Grafe

Seine Kindheit verbrachte der 23-Jährige in der Stadt der Dichter und Denker – Weimar. Später zog es ihn und seine Familie jedoch weiter in den Osten. Fernab von Schulbüchern und Hausaufgaben zeigte Lorenz sein Können vor allem beim "Downhill"-Fahren und Handball spielen. Im Laufe seiner Jugend entwickelte der damalige Schüler dann eine ganz neue Leidenschaft.

"Ich war immer Sozius bei einem meiner besten Freunde und das Gefühl der Freiheit hat mir einfach gefallen", berichtete Lorenz gegenüber der TAG24-Redaktion. Den Startschuss für seinen Motorradführerschein gaben jedoch einige Familienmitglieder, die bereits selbst auf ihren Maschinen unterwegs waren. "Als meine Cousins dann mit Moped und Motorrad angefangen haben, dachte ich, dass ich das auch brauche."

Im September 2023 meisterte der Sachse dann erfolgreich seinen Führerschein und machte fortan mit seiner Suzuki GS500E die Straßen unsicher. Im Laufe der Zeit stieg er jedoch auf ein Auto um. Als der 23-Jährige im Juli 2025 seine Eltern besuchen und seinen Cousin zum Friseur fahren wollte, machte ihm jedoch ein Motorschaden einen Strich durch die Rechnung. "Ich war auf mein Motorrad angewiesen."

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So begab sich Lorenz mit seinem Zweirad auf den Weg zu seiner Familie – ohne zu ahnen, was ihn wenig später erwarten würde. Auf der Strecke zwischen Purschwitz und Kleinbautzen (Landkreis Bautzen) nahm ihm plötzlich ein Autofahrer die Vorfahrt. "Trotz meines Ausweichversuchs kam es zur Kollision."

"Ich war während und nach dem Unfall bei vollem Bewusstsein." Als der 23-Jährige nach dem heftigen Crash bemerkt hatte, dass seine Beine gebrochen waren, versuchte Lorenz, seine Zehen zu bewegen. Er spürte die Impulse und war sich sicher: "Ich bin nicht querschnittsgelähmt."

Der Motorradfahrer war gerade im Landkreis Bautzen unterwegs, als ihm plötzlich ein Auto die Vorfahrt nahm – eine Kollision war unvermeidbar.
Der Motorradfahrer war gerade im Landkreis Bautzen unterwegs, als ihm plötzlich ein Auto die Vorfahrt nahm – eine Kollision war unvermeidbar.  © Fotomontage/Lorenz Grafe

Trotz des heftigen Unfalls: Lorenz setzt sich wieder auf seine Maschine

Über 3,5 Monate verbrachte er in Reha-Zentren und medizinischen Einrichtungen – immer mit dabei: seine Frau Luisa.
Über 3,5 Monate verbrachte er in Reha-Zentren und medizinischen Einrichtungen – immer mit dabei: seine Frau Luisa.  © Fotomontage/Lorenz Grafe

Nach dem tragischen Unglück wurde der 23-Jährige mit einem Rettungshubschrauber in das Städtische Klinikum Dresden eingeflogen. In der medizinischen Einrichtung angekommen stellten die zuständigen Ärzte bei ihm zahlreiche Verletzungen fest.

"Ich hatte ein Schädel-Hirn-Trauma, eine geprellte Lunge, gebrochene Fingerknochen in der linken Hand, einen gebrochenen rechten Oberschenkel und zwei offene Unterschenkelbrüche", schilderte Lorenz. Hinzu kamen zahlreiche Brüche an seinen Wadenbeinen, Sprunggelenken sowie seinem linken Mittelfuß. Auch die Kreuzbänder beider Knie waren gerissen.

Rund drei Wochen verbrachte der gebürtige Weimarer auf der Intensivstation in Dresden, bevor sein Heilungsprozess so richtig starten konnte – und immer noch andauert. "Ich war jetzt in einer zweiten Reha, die auf meine Probleme erneut eingegangen sind, die leider aber noch nicht fertig ausheilen konnten. Deshalb bin ich weiter in der Ergo- und Physiotherapie."

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Infolge seines Unfalls unterzog sich Lorenz insgesamt drei Operationen – eine davon erfolgte bereits kurz nach dem Unglück.

Neben seinem Ziel, wieder vollkommen gesund zu werden, verfolgt der Sachse noch einen ganz anderen Traum: "Ich möchte gerne dieses oder nächstes Jahr bei der Polizei ein Studium anfangen."

Ein weiterer Meilenstein für Lorenz – die Ausfahrt mit seinem Zweirad nach dem Unfall. "Ich hätte mich am liebsten noch eher aufs Motorrad gesetzt, war aber körperlich nicht so stabil." Trotz des Ereignisses betonte Lorenz deutlich, dass er das Fahren mit seiner Maschine nie aufgeben würde.

Der 23-Jährige appelliert an alle Zweiradfahrer: "Ride Safe!"

Trotz zahlreicher Brüche und Verletzungen gibt Lorenz das Motorradfahren nicht auf.
Trotz zahlreicher Brüche und Verletzungen gibt Lorenz das Motorradfahren nicht auf.  © Fotomontage/Lorenz Grafe

"Ich habe keine Angst, würde ich sagen, es ist eher der Respekt gewachsen und noch mal die Vorsicht, dass andere auch Fehler machen", betonte er deutlich. Die erste Runde auf seiner Maschine sei Lorenz behutsam und mit Bedacht gefahren.

Infolge seines Unfalls möchte der 23-Jährige auf die Gefahren hinter der Leidenschaft, zugleich aber auch auf das "Hier und Jetzt" aufmerksam machen. "Schätzt das Leben, manchmal kann es durch eigene Fehler, Überschätzung oder Fehler anderer zu Ende sein."

Im Gespräch mit TAG24 machte der Motorradfahrer deutlich, dass man niemandem etwas im Straßenverkehr beweisen müsse. "Ride Safe!", appellierte Lorenz im Zuge dessen.

Titelfoto: Fotomontage/Lorenz Grafe

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