Wegen Cannabis-Legalisierung? Zahl der Drogenunfälle in Sachsen gestiegen

Dresden - Die Verkehrspolizei zieht Bilanz und schlägt Alarm: Die Zahl der Drogenunfälle ist 2025 um neun Prozent gestiegen. Die Ordnungshüter sehen einen Grund in der Teillegalisierung von Cannabis. Immerhin: Die Zahl der Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen auf Sachsens Straßen ist gesunken.

Sonja Penzel (55), Inspekteurin der sächsischen Polizei, hofft, dass die verkehrspolizeilichen Maßnahmen positive Effekte haben werden.  © Petra Hornig

Laut Inspekteurin der sächsischen Polizei, Sonja Penzel (55), ist "die Zahl der Drogenunfälle von 377 auf 411 gestiegen". Dabei wurde bei knapp der Hälfte der Fahrer THC (Cannabis) festgestellt.

Als Grund für den gravierenden Anstieg sieht sie deshalb "die Cannabis-Legalisierung im April 2024 und die Anhebung des Grenzwertes auf 3,5 ng/ml Blutserum im August 2025".

Seither sei die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je. Der Konsument wüsste schlichtweg nicht, wie hoch der THC-Gehalt letzten Endes im Produkt ist: "Deswegen kann er auch nicht berechnen, wie viel THC er dann im Körper hat."

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Gleichzeitig blieb die Anzahl der Alkoholunfälle mit insgesamt 1663 auf dem Niveau von 2024. Sowohl bei Drogen- als auch Alkoholfahrten waren die Unfallverursacher zu rund 90 Prozent Männer.

Insgesamt gab es im Freistaat 98.154 Verkehrsunfälle - ein leichtes Plus von 0,7 Prozent zu 2024. Da waren es noch 97.503 Unfälle. Immerhin gibt es mit 13.289 Verletzten 0,4 Prozent weniger Unfälle mit "Personenschaden".

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Immerhin: Die Zahl der Alkoholfahrten ist minimal (um 0,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr gesunken. (Symbolfoto)  © 123RF
Knapp die Hälfte der Unfallfahrer, die unter Drogeneinfluss standen, hatte THC im Blut. (Symbolfoto)  © imago images/Westend61

Die Zahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer ist gesunken

Die Zahl der Schwerverletzten nach einem Verkehrsunfall ist deutlich gesunken – ein erfreulicher Wert für die Verkehrspolizisten.  © Fotomontage/Roland Halkasch

Die Top 3 der häufigsten Unfallursachen mit Verletzten waren dabei "nicht angepasste Geschwindigkeit mit 11,5 Prozent, in 10,3 Prozent Fällen die Vorfahrtsverletzung sowie ein ungenügender Sicherheitsabstand (9,5 Prozent)", erklärt die Inspekteurin.

Aufatmen heißt es hingegen bei der Zahl der Verunglückten - ob "Getötete" oder "Leichtverletzte". Diese ist mit 16.453 im Vergleich zum Vorjahr (16.865) leicht gesunken.

Dabei fällt eine Zahl besonders ins Gewicht: "In Sachsen gab es 3044 Schwerverletzte, acht Prozent weniger als 2024. Da waren es noch 3309. Bundesweit waren es nur vier Prozent weniger als im Vorjahr", erklärt Sonja Penzel.

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Der Grund? "Möglicherweise zeigen die Überwachungsmaßnahmen Wirkung. Vielleicht überlegt man es sich zweimal, bevor man mehr als 20 km/h zu schnell fährt."

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