Reporterin tröstet NFL-Coach mit rührenden Worten, aber plötzlich kassiert sie Gegenwind
Jacksonville (USA) - Die Jacksonville Jaguars erfuhren in der Wild-Card-Runde der NFL-Play-offs eine denkbar bittere Last-Minute-Niederlage gegen die Buffalo Bills. Anschließend wollte Reporterin Lynn Jones den deprimierten Headcoach Liam Coen (40) mit rührenden Worten aufmuntern, doch dabei sorgte sie auch für Gegenwind.
Nach der 24:27-Pleite und dem enttäuschenden Ende seiner ersten Saison als Cheftrainer der Jaguars stellte sich der 40-Jährige den Fragen der Presse, allerdings wurde ihm von Jones gar keine gestellt.
Stattdessen sagte die Journalistin der "Jacksonville Free Press": "Ich wollte dir nur zu deinem Erfolg gratulieren, junger Mann. Kopf hoch, okay? Ihr habt eine großartige Saison gespielt. Ihr habt einen tollen Job gemacht. Also einfach Kopf hoch, okay?"
"Du bist klasse. Macht weiter so, nächste Saison geht's weiter. Ganz viel Erfolg für dich und dein Team", fügte die Reporterin an.
Ein sichtlich gerührter Coen bedankte sich brav für die aufbauende Aktion, die in den sozialen Netzwerken schnell viral ging und in vielen Kommentarspalten für ein positives Echo sorgte. So auch bei ESPN-Urgestein Adam Schefter (59), der den Ausschnitt mit seinen 11,4 Millionen Followern auf X teilte.
Aber nicht bei allen Kollegen kam die rührende Szene gut an. "Das ist nicht toll. Das nennt man Cheerleader sein. Reporter sollten in die PR gehen, wenn sie so etwas machen wollen", schrieb etwa Sportreporter Brandon Warne. Andere Berufsgenossen schlossen sich an.
Reporterin Lynn Jones antwortet auf Vorwürfe
Auch David Aldridge von "The Athletic" führte in einer langen Kolumne aus, warum Lynn Jones sich seiner Meinung nach zu einer etwas zu enthusiastischen Aufmunterung hinreißen ließ und es eigentlich ihre Aufgabe gewesen wäre, Fragen zu stellen.
Im Interview mit "News4Jax" antwortete die langjährige Reporterin auf die Vorwürfe, dass sie zu sehr Fan und keine echte Journalistin sei.
"Es gibt keine Regeln. Ich habe gesagt, was ich wollte, und ich habe deswegen kein schlechtes Gewissen", so Jones. "Die Worte sind einfach rausgeflossen und ich denke, er hat sie zu schätzen gewusst."
Titelfoto: Megan Briggs / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP
