Chemnitz/Berlin - Beim 76:73 gegen Jena rettete Corey Davis (28) mit seinem Buzzer-Dreier den Niners den Heimsieg. Am Sonntag bei Alba Berlin bewies der US-Amerikaner Nervenstärke, versenkte sechs Sekunden vor Spielende die entscheidenden Freiwürfe. Chemnitz siegte 84:82 (52:39) und kann weiter von der Postseason träumen.
Nach der Schlusssirene kannte der Jubel keine Grenzen. Die Spieler marschierten in den Gästeblock der Uber Arena. Pressesprecher Matthias Pattloch stimmte gemeinsam mit den 2000 (!) mitgereisten Fans die "Uffta, Uffta" an. Gänsehaut-Atmosphäre!
Trainer Rodrigo Pastore (53) strahlte nach diesem Auswärtscoup übers ganze Gesicht. "Dank unserer vielen mitgereisten Fans hat sich diese Partie wie ein Heimspiel angefühlt. Dieser Sieg ist für unsere Fans", betonte der Argentinier.
Diese Reaktion der Niners war nach dem 62:89-Heimdebakel gegen Bamberg, als die Mannschaft nach der Pause komplett einbrach, nicht unbedingt zu erwarten.
"Der Trainer hatte unter der Woche eine tolle Ansprache an uns. Es gibt Teams, die sind mental schon zu Hause. Wir nicht. Wir glauben an uns. Wir wollen über die Play-ins in die Playoffs", sagte 15-Punkte-Mann Kostja Mushidi (27) bei DYN.
"Für mich spielt Alba momentan den besten Basketball der Liga. Deshalb war das für uns ein ganz schweres Spiel - erst recht nach der heftigen Bamberg-Niederlage", erklärte Pastore. Er sah eine überragende erste Halbzeit seines Teams: 60 Prozent Wurfquote aus dem Feld, ein deutliches Plus bei den Rebounds, lediglich sechs Ballverluste.
Niners in der zweiten Hälfte unter Druck: "Uns war die Wichtigkeit des Spiels bewusst"
Nach der 52:39-Pausenführung mussten die Sachsen leiden. Die Berliner bekamen Kevin Yebo (14 Punkte in Halbzeit eins, am Ende 18) und Amadou Sow (13/15) in den Griff. Und sie hatten mit Jack Kayil (20) einen überragenden Schützen in ihren Reihen. Das Toptalent war mit 19 Punkten Topscorer in diesem packenden Duell.
"Uns war die Wichtigkeit des Spiels bewusst und wir haben es allen Widrigkeiten zum Trotz geschafft, uns auf uns zu fokussieren, wieder zu einer Einheit zu werden und unseren besten Basketball zu spielen", wusste Pastore, warum es am Ende trotzdem zum Sieg reichte.
In der verdammt engen BBL geht das Pastore-Team als Zehnter in die letzten beiden Spiele der Hauptrunde. Da Trier (vier Niederlagen in Folge) momentan schwächelt, können die Niners mit zwei Siegen sogar noch auf Platz neun (oder noch höher) klettern.
Weiter geht's am Donnerstag (18.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Skyliners Frankfurt.