Breda (Niederlande) - Es war ein kurzer Moment an einem Montagmorgen im September 2024, der nicht nur das Leben von Danny van Trijp (29) für immer verändern sollte. Jetzt wurde der niederländische Darts-Spieler vor Gericht bestraft.
An jenem Tag fuhr der heute 29-Jährige in seinem Hauptjob als Paketzusteller auf die A16 bei Breda auf, fand aber zunächst keine Lücke zum Einfädeln, wie das "Brabant Dagblad" berichtet.
Daraufhin traf er eine folgenschwere Entscheidung: Der Niederländer beschleunigte, übersah dabei jedoch die elektronische Anzeige, die Tempo 50 vorgab, sowie ein Stauende vor sich, weshalb er mit rund 100 km/h in das Auto vor ihm krachte.
Der Zusammenstoß brachte einen Kettenunfall mit fünf weiteren Wagen ins Rollen. Am schlimmsten erwischte es allerdings die 23-jährige Fahrerin des ersten Autos, das er traf.
Die Frau erlitt einen Beckenbruch, musste seitdem neunmal operiert werden und war etwa sechs Monate lang auf häusliche Pflege angewiesen. Im Zuge der Reha verlor sie demnach ihren Job und ihre Wohnung, außerdem kann sie vielleicht nie wieder Kinder bekommen.
Das Gericht stellte bei van Trijp zwar kein rücksichtsloses, wohl aber grob unaufmerksames Verhalten fest und sah seine Schuld als Unfallverursacher als erwiesen an. Er wurde zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einem sechsmonatigen Fahrverbot, von dem die Hälfte der Zeit zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt.
Danny van Trijp sagt vor Schuldspruch UK Open ab
Der Pfeilwerfer und WM-Teilnehmer von 2023 sprach laut "Brabant Dagblad" im Zuge seiner Aussage offen über die Schuldgefühle, die ihn seit dem Vorfall plagen würden. Er leide unter Albträumen und psychischen Problemen. "Ich bereue es zutiefst", sagte van Trijp demzufolge.
Zugleich betonte er aber auch, dass sein Kummer nicht annähernd mit dem Leid der beim Unfall verletzten Frau zu vergleichen sei.
Trotzdem hatte die Belastung bereits Auswirkungen auf seine Karriere. Anfang März sagte der Niederländer seine Teilnahme an den UK Open ab, für die er sich im Vorjahr qualifiziert hatte.
Auf Instagram erklärte van Trijp, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei, er aber aufgrund des laufenden Rechtsstreits mental einfach nicht "100 Prozent am Board" geben könne und am Ende nur ein Duell gegen sich selbst gespielt hätte.