"Gelegenheits-Fans": Routinier knöpft sich neue Darts-Generation vor!

Milton Keynes (England) - Seit fast zwei Jahrzehnten gehört James Wade (42) inzwischen zur absoluten Darts-Elite und hat dabei den steilen Aufstieg des Pfeile-Sports hautnah miterlebt. Mit der neuen Fan-Generation hatte er nun aber noch ein Hühnchen zu rupfen.

James Wade (42) ist mit der neuen Darts-Generation offenbar noch nicht wirklich warm geworden.
James Wade (42) ist mit der neuen Darts-Generation offenbar noch nicht wirklich warm geworden.  © David Inderlied/dpa

"Wir haben heute im Darts viele Gelegenheitsfans, neue Fans, denen gar nicht bewusst ist, was Spieler wie Gary Anderson geleistet haben", sagte der 42-Jährige nach seinem Sieg gegen den "Flying Scotsman" bei den World Masters am Wochenende auf der anschließenden Pressekonferenz.

"Gary wird immer mehr übersehen - und ich vielleicht auch", fügte der Engländer an. Ältere Spieler würden mittlerweile nicht mehr die verdiente Anerkennung erhalten, weil sie aktuell nicht "in Mode" seien, so Wade weiter.

"Wir liefern seit 20 Jahren ab, aber müssen uns naive Kommentare anhören, naive Strukturen erleben", kritisierte der Oche-Veteran.

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Eine Nachfrage, ob er inzwischen lieber gegen die Routiniers als gegen die Youngster spiele, beantwortete er in aller Deutlichkeit: "Nein, auf gar keinen Fall. Ich spiele lieber gegen einen der jüngeren Spieler. Wir wissen alle, was Gary Anderson geleistet hat - viel mehr als alle jungen Spieler. Wenn er in Form ist, ist sein Spiel elektrisierend. Er ist unglaublich", schwärmte Wade vom zweifachen Weltmeister.

James Wade wünscht sich mehr Rückendeckung in der Darts-Welt

Mehr Respekt für die Altstars? James Wade (42) ist mit der Entwicklung im Darts aktuell nicht zufrieden.
Mehr Respekt für die Altstars? James Wade (42) ist mit der Entwicklung im Darts aktuell nicht zufrieden.  © John Walton/PA Wire/dpa

Zuletzt hatte sich Wade bereits öffentlich über seine Nicht-Nominierung für die Premier League beschwert und den Wert von harter Arbeit in der PDC infrage gestellt. Stattdessen würden Vermarktbarkeit und Hype immer mehr im Fokus stehen.

Das ließ der Brite auch vor seinem Viertelfinal-Duell bei den Masters gegen WM-Finalist Gian van Veen (23) durchblicken. "Wäre Gian nicht ins Finale gekommen, würdet ihr mich gar nicht nach ihm fragen. Er hat das natürlich geschafft, aber ich habe auch viel erreicht und stand in ein paar Endspielen", so der dreifache UK-Open-Sieger.

"Ich bekomme nicht die Rückendeckung von Leuten wie euch (Pressevertreter, Anm. d. Red.), aber schlage mich trotzdem gut. Würdet ihr mir den Rücken stärken, würde ich mich aber vielleicht noch etwas besser schlagen", erklärte Wade.

Titelfoto: David Inderlied/dpa

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