Tor-Klau in der 3. Liga: Cottbus fühlt sich benachteiligt, DFB prüft Videobeweis light
Cottbus - Dieses (Nicht)-Tor erhitzt die Gemüter! Energie Cottbus fühlt sich auch einen Tag nach dem 1:1 gegen Mannheim um den Siegtreffer betrogen. Der DFB prüft technische Hilfsmittel, die aber keinesfalls zur neuen Saison kommen werden.
Am Sonntagabend gingen ein Handy-Video und das Bild des Cottbuser Fotografen Frank Hammerschmidt viral, die beide den Tor-Klau nahezu vollständig bestätigten: Der Kopfball von FCE-Verteidiger Nyamekye Awortwie-Grant (25) war hinter der Torlinie gewesen.
Der Treffer hätte den Lucky Punch und den 47. Punkt in dieser Saison bedeutet, Energie hätte sich mit dem Dreier zum ersten Mal ein Stück weit absetzen können.
Pustekuchen! Schiedsrichter Ben Henry Uhrig (25) und sein Assistent sahen die Szene anders. Besonders der Mann an der Linie hätte durchaus das Tor erkennen können, stand in einem ähnlichen Blickwinkel wie der Fotograf.
Klar, dass sich Energie benachteiligt fühlt. Es ist das wiederholte Mal in der jüngsten Zeit, in denen Schiedsrichter-Entscheidungen zu Ungunsten der Lausitzer ausfallen.
Während gegen Hoffenheim II der übermotivierte Einsatz von Keeper Lúkas Petersson (22) ungeahndet (und unerheblich fürs Ergebnis) blieb, ebneten in Wiesbaden die Entscheidungen von Davina Lutz (31) maßgeblich die Spielentwicklung.
In Cottbus kam es am Sonntag nach einer hitzigen Rudelbildung auf dem Feld im Nachgang zu einer sachlichen Aussprache der Protagonisten in der Schiri-Kabine. Ob es diese auch gegeben hätte, wenn eine solche Szene am letzten Spieltag über Auf- oder Nichtaufstieg entschieden hätte?
3. Liga prüft "Football Video Support" (FVS) als Light-Version des VAR
Trotz aller Forderungen wird es nach TAG24-Informationen keine Einführung von technischen Hilfsmitteln zur kommenden Saison in der 3. Liga geben.
Dabei wurde am Montag vor einer Woche auf der Manager-Tagung des DFB den Drittligisten der "Football Video Support" (FVS) zur ersten Prüfung vorgestellt. Es gilt als Light-Version des VAR und fungiert ähnlich eines Challenge-Systems mit zwei Veto-Rechten pro Klub für spielentscheidende Szenen.
Noch ist das System in der Testsphase und müsste zunächst von der FIFA zugelassen werden. Ende des Monats soll es hierzu eine Tagung geben.
Der Vorteil: Das FVS würde für die Drittligisten nur etwa ein Drittel der Kosten im Vergleich zum VAR in der DFL bedeuten. Sämtliche Entscheidungen würden nicht aus dem Kölner Keller, sondern direkt aus dem Stadion getroffen werden.
Allerdings soll bei vielen der anwesenden Managern an jenem Tag noch nicht die finale Überzeugung für das System gereift sein, wie TAG24 weiter erfuhr.
Titelfoto: IMAGO / Fotostand

