Schweinfurt - Mit der 1:3-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen am Dienstagabend ist der Abstieg des 1. FC Schweinfurt aus der 3. Liga nach nur einem Jahr schon Anfang April besiegelt. Nun droht den Unterfranken sogar ein historisches Debakel. Trainer Jermaine Jones (44) ging nach der großen Enttäuschung hart mit seiner Mannschaft ins Gericht.
"Wir wussten es vorher, jetzt ist es rechnerisch so weit. Mich regt es auf, wie wir diese Spiele verlieren", wetterte der frustrierte Ex-Schalker im Anschluss an die Partie bei "Magenta Sport" los.
Vor allem die vielen individuellen Patzer stießen dem gebürtigen Frankfurter sauer auf. "Jetzt gehen wir runter, wir müssen aber auch in den Spiegel schauen und sagen: Die Fehler, die wir individuell machen, da wirst du in der 3. Liga nicht überleben", so der 44-Jährige.
Allein gegen Essen führten zwei Pannen zu den Gegentreffern zwei und drei. Erst spielte Keeper Toni Stahl (26) dem Kontrahenten direkt in die Füße, dann schenkte Pius Krätschmer (28) die Kugel im Spielaufbau leichtfertig her.
"Wir haben zu viele Momente, die einfach nicht gehen. Du kannst so viel aufbauen und so viel trainieren, wie du willst, aber wenn immer wieder einer über den Ball tritt, dann ist es einfach schwierig", regte sich Jones auf.
Seit seiner Amtsübernahme in bereits ziemlich aussichtsloser Situation Mitte Februar habe der frühere US-Nationalkicker mit seinem Team genau daran gearbeitet, jedoch ohne Ertrag: "Wenn einer die Fehler abstellt und dann macht sie der andere, dann reicht es einfach nicht", polterte er.
1. FC Schweinfurt will historische Negativ-Saison abwenden
Wie und ob es mit dem ehemaligen Bundesligaprofi in Schweinfurt weitergeht, ließ er offen.
"Wir werden bis Saisonende durchziehen, und ich werde meine Konzentration voll auf die Mannschaft legen. Am Saisonende werden wir reden", kündigte Jones an.
Ein Ziel haben die "Schnüdel" nämlich noch: Sie wollen sich nicht als schlechtester Drittliga-Absteiger der Geschichte verabschieden.
Aktuell hält die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen diesen unrühmlichen Titel. In der Saison 2011/12 holten die Grün-Weißen nur 22 Punkte, Schweinfurt steht im Moment bei 17 Zählern. Sechs müssen aus den verbliebenen sechs Partien also noch her.
Außerdem könnte der letztjährige Aufsteiger aus der Regionalliga Bayern noch den Gegentor-Rekord knacken. 76 Mal schlug es im Schweinfurter Kasten bereits ein, Carl Zeiss Jena holte das Leder in der Spielzeit 2019/20 ganze 85 Mal aus dem eigenen Netz.
Tabelle 3. Liga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
VfL Osnabrück | 32 | 54:27 | 64 | |
| 2 |
|
Rot-Weiss Essen | 32 | 65:50 | 61 | |
| 3 |
|
FC Energie Cottbus | 32 | 61:44 | 60 | |
| 4 |
|
MSV Duisburg | 32 | 55:42 | 57 | |
| 5 |
|
SC Verl | 31 | 70:42 | 54 | |
| 6 |
|
FC Hansa Rostock | 31 | 55:35 | 53 | |
| 7 |
|
TSV 1860 München | 32 | 47:43 | 50 | |
| 8 |
|
SV Wehen Wiesbaden | 31 | 42:36 | 48 | |
| 9 |
|
Alemannia Aachen | 31 | 56:51 | 47 | |
| 10 |
|
SV Waldhof Mannheim | 32 | 51:56 | 47 | |
| 11 |
|
SSV Jahn Regensburg | 32 | 44:48 | 42 | |
| 12 |
|
Viktoria Köln | 31 | 44:43 | 41 | |
| 13 |
|
VfB Stuttgart II | 31 | 39:50 | 41 | |
| 14 |
|
FC Ingolstadt 04 | 31 | 50:42 | 40 | |
| 15 |
|
TSG 1899 Hoffenheim II | 32 | 59:58 | 39 | |
| 16 |
|
1. FC Saarbrücken | 31 | 41:46 | 36 | |
| 17 |
|
SSV Ulm 1846 | 31 | 40:62 | 28 | |
| 18 |
|
FC Erzgebirge Aue | 32 | 37:60 | 24 | |
| 19 |
|
TSV Havelse | 31 | 43:72 | 23 | |
| 20 |
|
1. FC Schweinfurt 05 | 32 | 30:76 | 17 | |
Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Drittliga-Meister und steigt in die 2. Liga auf. Auch der Zweite steigt direkt auf. Platz 3 spielt mit dem drittletzten Platz der 2. Bundesliga um Aufstieg oder Verbleib in der Liga.