Zweitjob Abstiegskampf: Neuer BTSV-Trainer fährt mit Rangnick zur WM!
Braunschweig - Eintracht Braunschweig zieht mitten im Abstiegskampf der 2. Bundesliga die Reißleine! Die Löwen setzen Trainer Heiner Backhaus (44) mit sofortiger Wirkung vor die Tür. Sein Nachfolger wird Lars Kornetka (48), obwohl der eigentlich noch einen anderen Job hat.
Schon wenige Stunden nach dem Personal-Knall stellten die Niedersachsen am Dienstagabend ihren neuen Chefcoach vor, der einen ligenunabhängigen Vertrag bis Sommer 2028 unterschreibt.
"Mit Lars verpflichten wir einen sehr ambitionierten Trainer, der in unterschiedlichsten Rollen schon viele Erfahrungen auf höchstem Niveau gesammelt hat", erklärte Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel (38).
Allerdings ist der 48-Jährige aktuell noch Co-Trainer von Ralf Rangnick (67) bei der österreichischen Nationalmannschaft - und bleibt das bis Sommer auch.
"Wir wollen Lars den Traum von der Weltmeisterschaft, den er sich mit der Nationalmannschaft erarbeitet hat, nicht verbauen. Es war von Beginn an offen kommuniziert und für uns nachvollziehbar", begründete Kessel die Entscheidung.
Seit 2022 ist Kornetka schon beim ÖFB, zuvor war er als Videoanalyst und Assistenztrainer bei der TSG Hoffenheim, Schalke 04, dem FC Bayern, Bayer Leverkusen, RB Leipzig und der PSV Eindhoven tätig. Zudem sammelte er Erfahrung als Berater des Managements bei Lokomotive Moskau.
Eintracht Braunschweig trennt sich nach neun Monaten von Heiner Backhaus
Zuvor hatte der BTSV Backhaus und dessen Co-Trainer Julius Schell (26) freigestellt.
"Wir haben die Entwicklung und Leistung der Mannschaft in den vergangenen Wochen stetig beobachtet und analysiert. Nach vielen Gesprächen – sowohl mit dem Trainerteam als auch mit Heiner persönlich – fehlt uns die Überzeugung, den eingeschlagenen Weg in dieser personellen Konstellation erfolgreich fortzusetzen", erklärte Kessel.
Der 44-Jährige war erst vor der Saison aus der 3. Liga von Alemannia Aachen an die Hamburger Straße gewechselt. Nach 25 Spieltagen steht er mit dem BTSV als Teil einer äußerst eng zusammengerückten Kellerzone mit 26 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz.
Nur das bessere Torverhältnis trennt das Gründungsmitglied der Bundesliga vom Relegationsplatz, allerdings gilt Selbiges für Rang 13.
Inzwischen warten die Braunschweiger jedoch schon fünf Spiele auf einen Sieg, den letzten Dreier feierte man beim 1:0-Erfolg am 31. Januar gegen den KSC. Am Samstag fuhr die Eintracht aber immerhin ein 1:1-Unentschieden gegen Aufstiegsanwärter Paderborn ein. Dabei verspielten die Löwen ihre Führung praktisch mit dem Abpfiff, aber auch in Unterzahl.
"Diese Entscheidung haben wir nicht aufgrund eines einzelnen Spiels getroffen, sondern wegen der zuletzt ausbleibenden Weiterentwicklung der Mannschaft", begründete Kessel den Schritt.
Erstmeldung von 14.42 Uhr, zuletzt aktualisiert 20.47 Uhr.
Titelfoto: Georg Hochmuth/APA/dpa

