Gereizter Neuer weist jede Schuld von sich, doch die Diskussion um den Keeper ist längst im Gange

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New Jersey (USA) - Schon wieder blieb der Kasten nicht sauber! Gegen Ecuador kassierte die deutsche Nationalmannschaft die Turnier-Gegentreffer Nummer drei und vier, zum ersten Mal kostete das Deutschland Punkte. Die Schuld sieht Keeper Manuel Neuer (40) zwar absolut nicht bei sich - verhindern kann er neue Diskussionen um seine Rückkehr so aber nicht.

Manuel Neuer (40, l.) will den Ball fangen, doch Gonzalo Plata (25, M.) ist schneller und spitzelt den Ball am Keeper vorbei.
Manuel Neuer (40, l.) will den Ball fangen, doch Gonzalo Plata (25, M.) ist schneller und spitzelt den Ball am Keeper vorbei.  © Tom Weller/dpa

"Auf keinen Fall" nehme er den Treffer von
Gonzalo Plata (25) zum 2:1, als Neuer einen verlängerten Kopfball im Fünfmeterraum fangen wollte, der Fuß von Plata aber zuerst am Ball war, auf seine Kappe, machte der Stammkeeper nach dem Spiel klar.

Selbstkritik nach einem Treffer, bei dem Neuer zumindest auf den TV-Bildern etwas unglücklich aussah? Fehlanzeige.

"Ne", erklärte der 40-Jährige etwas gereizt. Es sei eine ganz normale Kopfballverlängerung gewesen: "Jeder Torwart, der schon einmal gespielt hat, der weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss und versuchen muss, den Ball zu fangen."

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Das wäre die sicherste Lösung gewesen, am Ende sei es halt wie bei einem Feldspieler, bei dem der Gegenspieler eine Fußspitze vorher am Ball ist: "Wenn ich anfange, im Fünfer auf Höhe der Brustwarze die Bälle herumzupatschen, dann wäre es möglicherweise ein Eigentor gewesen."

Auch seine Mitspieler wollten keine Schuld bei dem fünfmaligen Welttorhüter sehen, eröffnet ist die Torhüter-Diskussion allerdings trotzdem.

Bisher macht der Weltmeister von 2014 bei seinem Comeback jedenfalls keine glückliche Figur, auch weil er wenig Gelegenheit bekommt, sich auszuzeichnen.

Manuel Neuer kann die in ihn gesetzten Erwartungen (noch) nicht erfüllen

Julian Nagelsmann (38) holte Manuel Neuer für die "besonderen Momente" für die WM zurück in die Nationalmannschaft. Diese blieb der Keeper bisher schuldig.
Julian Nagelsmann (38) holte Manuel Neuer für die "besonderen Momente" für die WM zurück in die Nationalmannschaft. Diese blieb der Keeper bisher schuldig.  © Federico Gambarini/dpa

Nur sieben Schüsse gingen bisher auf das Tor des Bayern-Keepers, vier davon landeten in den Maschen. Bei keinem dieser Bälle war Neuer ein wirklicher Vorwurf zu machen - aber er zeichnete sich eben auch nicht so aus, wie sich das Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) bei dessen Rückkehr vorgestellt hat.

"Jeder weiß, welche Aura Manu umgibt, welche Qualitäten er hat und was er der Mannschaft gibt", hatte Nagelsmann bei der Kaderbekanntgabe gesagt, er gebe dem Team Sicherheit, sein Name löse etwas bei den gegnerischen Stürmern aus und habe eine Wirkung auf die eigene Mannschaft.

"Er ist auch ein Spieler, der sehr viele besondere Momente kreieren kann und bei einem solchen Turnier brauchst du eben Spieler, die besondere Momente kreieren", erklärte der Bundestrainer im Mai.

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Auf diese besonderen Momente wartet Fußballdeutschland seither vergeblich - sollte Neuer im Sechzehntelfinale am Montag, voraussichtlich gegen Paraguay, wieder nicht zu der Form finden, für die er zurückgeholt wurde, dürften die jetzt schon aufkommenden Forderungen nach Oliver Baumann (36) nur noch lauter werden.

Titelfoto: Bildmontage: Tom Weller/dpa, Federico Gambarini/dpa

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