"Patriotismus-Abschlag": DFB-Vize Watzke macht Druck auf Red Bull und Jürgen Klopp
Frankfurt am Main - Julian Nagelsmann (38) ist deutsche Fußballgeschichte, mit Jürgen Klopp (59) steht sein Nachfolger als Bundestrainer schon bereit. Allerdings ist der Deal noch nicht in völlig trockenen Tüchern. Dem DFB ist aber offenbar sehr bewusst, dass man viele Fans der Nationalelf mit einer anderen Lösung bereits jetzt enttäuschen würde.
Daher hat Vize-Präsident Hans-Joachim Watzke (67) in einem Interview mit dem ZDF ordentlich Druck auf Red Bull und den Ex-Liverpooler selbst ausgeübt.
"Welches Unternehmen will denn auf seiner Image-Fahne stehen haben: 'Ich habe das Engagement von Jürgen Klopp verhindert'? Das wäre auch nicht unbedingt vorteilhaft", erklärte der 67-Jährige nicht nur im Hinblick auf bevorstehende Verhandlungen mit dem Getränkekonzern, sondern auch bezüglich anderer Sponsoren, bei denen "Kloppo" unter Vertrag steht.
Zu dem Problem, dass der frühere BVB-Coach aktuell noch bei Red Bull als Global Sports Director angestellt ist, gesellt sich der finanzielle Rahmen. Dabei erhofft sich Watzke jedoch auch ein Entgegenkommen von Klopp selbst.
"Wir haben natürlich unsere Schmerzgrenze, das ist völlig klar. Aber wir haben Jürgen Nagelsmann auch nicht mit Erdnüssen bezahlt", so der DFL-Boss. "Allerdings erwarten wir auch einen leichten Patriotismus-Abschlag von Jürgen. Ich weiß aber, dass Jürgen Deutschland wirklich liebt."
Jürgen Klopp ist der "Masterplan", Hans-Joachim Watzke gibt Zeitplan vor
"Wenn man ins höchste Regal greift - und Jürgen Klopp ist mit Pep Guardiola da oben - dann muss man auch adäquat zahlen", führte der DFB-Funktionär weiter aus.
Vor einer Unterschrift gibt es also noch zahlreiche Hürden. Nur daran, dass Klopp die absolute Wunschlösung ist, ließ Watzke keinen Zweifel.
"Jürgen ist natürlich der Masterplan", bestätigte der Sauerländer, der einen möglichen Plan B auch gar nicht verraten würde. "Die Wahrscheinlichkeit ist größer als 50 Prozent, davon bin ich überzeugt, aber sie ist eben noch nicht 100. Es ist noch nicht abgehakt."
Am Ende brauche es zwischen dem Deutschen Fußball-Bund, Red Bull und Jürgen Klopp einen "Kompromiss", so Watzke. "Und ein Kompromiss ist immer dann gut, wenn keiner jubelt, aber auch keiner am Boden zerstört ist."
Den Zeitplan gab der 67-Jährige ebenfalls vor. Bis zum 24. September, wenn Deutschland in der Nations League auf die Niederlande trifft, soll auf jeden Fall ein neuer Bundestrainer präsentiert werden. Letztlich müsse Red Bull dafür aber mitspielen. Trotzdem glaubt Watzke sogar an eine frühere Einigung: "Ich denke mal vier Wochen spätestens", sagte er.
Titelfoto: David Inderlied/dpa, Tom Weller/dpa

