Zu wenig Tore? DFB-Stürmer Woltemade entlarvt Unwissen seiner Kritiker

Stuttgart - Millionen Bundestrainer schreien gerade lauthals nach Deniz Undav (29), beim 2:1-Erfolg im letzten Test der deutschen Nationalmannschaft vor der Kader-Nominierung für die WM 2026 entschied sich Julian Nagelsmann (38) aber für Nick Woltemade (24) in der Sturmspitze. Und das trotz einer mäßigen Torquote bei seinem Klub Newcastle United. Doch jetzt entlarvte der Angreifer die Unwissenheit seiner Kritiker.

Nick Woltemade (24) traf gegen Ghana zwar nicht, wurde aber mit einem Kopfball an die Latte gefährlich.
Nick Woltemade (24) traf gegen Ghana zwar nicht, wurde aber mit einem Kopfball an die Latte gefährlich.  © Tom Weller/dpa

"Ich spiele auf einer ganz anderen Position als noch zu Saisonbeginn", erläuterte der 24-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Wenn mir jemand eine Formkrise unterstellt, würde ich einfach mal behaupten, dass derjenige nicht viele Spiele von Newcastle United sieht."

Der gebürtige Bremer wechselte im vergangenen Sommer für satte 75 Millionen Euro plus Boni vom VfB Stuttgart in den englischen Norden und knipste in seinen ersten fünf Spielen gleich viermal. Seitdem kamen allerdings nur noch drei Treffer in der Liga hinzu.

Um den Jahreswechsel herum verlor der 1,98-Meter-Hüne auch seinen Stammplatz unter Coach Eddie Howe (48). Der zweite teure Sturm-Transfer der Magpies, Yoane Wissa (29), war da nach längerer Verletzung gerade fit geworden und erhielt seine Chancen, inzwischen hat sich der eigentliche Flügelstürmer Anthony Gordon (25) vorerst in der Spitze festgespielt.

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Zuletzt rückte Woltemade daher ins zentrale Mittelfeld, auch weil Newcastle in einer durchwachsenen Saison mit vielen Aufs und Abs vor allem dort immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatte und hat.

Nick Woltemade tauscht aktuell Torchancen gegen Zweikämpfe

Gegen Chelsea sollte Nick Woltemade (24, l.) England-Star Cole Palmer (23, 2.v.l.) auf den Füßen stehen.
Gegen Chelsea sollte Nick Woltemade (24, l.) England-Star Cole Palmer (23, 2.v.l.) auf den Füßen stehen.  © John Walton/PA Wire/dpa

"Im Spiel gegen Chelsea kürzlich habe ich im Mittelfeld eine Art Manndeckung gegen Cole Palmer gespielt, und der ist ein offensiver Zehner. Da kann man sich vorstellen, in welchen Räumen ich auf dem Feld unterwegs war", erklärte der DFB-Kicker seine neue Rolle und seine dadurch ausbaufähige Torquote.

Die könne man aktuell nicht mit der eines klassischen Neuners vergleichen: "Im Moment müsste man mich eher danach bewerten, wie ich meine Zweikämpfe führe oder die Räume sichere", so Woltemade.

Hinzu kommt die obligatorische Eingewöhnungszeit in der Premier League. Dass ein Neuzugang aus einer anderen Liga auf der Insel sofort durchstartet, ist nämlich die absolute Ausnahme.

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"Ich kannte diese Erzählungen auch alle, aber etwas zu wissen und es dann selbst zu erleben, ist wirklich ein großer Unterschied", gab auch der Ex-Stuttgarter zu. "Das Spiel ist deutlich intensiver, man hat das Gefühl, es kommt kaum zur Ruhe."

"Ich kann mich gut an mein erstes Premier-League-Spiel erinnern, da schaut man schon irgendwann heimlich zur Seitenlinie und denkt: Kann mich hier mal einer auswechseln?", erinnerte sich Woltemade. "Ich hatte nach 60 Minuten Krämpfe, das hatte ich bis dahin noch nie."

Titelfoto: Bildmontage: Tom Weller/dpa, John Walton/PA Wire/dpa

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