"Es wäre besser gewesen, wenn sie es nicht getan hätten": Belgiens Hazard schießt gegen DFB-Elf!

Katar - Jetzt bekommen Hansis Jungs auch von anderen Spielern Gegenwind! Belgiens Stürmerstar Eden Hazard (31) hat auf das klare Statement der deutschen Mannschaft beim WM-Auftakt gegen Japan reagiert.

Belgiens Nationalspieler Eden Hazard (31) äußerte sich nach dem Spiel zur "Protest"-Aktion der deutschen Nationalmannschaft.
Belgiens Nationalspieler Eden Hazard (31) äußerte sich nach dem Spiel zur "Protest"-Aktion der deutschen Nationalmannschaft.  © DIRK WAEM / BELGA / AFP

Beim obligatorischen Mannschaftsfoto hielten sie sich die Hand vor den Mund. Die Botschaft war klar. "Auch ohne Binde. Unsere Haltung steht", twitterte anschließend der DFB und postete dazu jenes Teambild. Auslöser war der Eklat um die "One-Love"-Kapitänsbinde, die alle europäischen Teams als Zeichen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung tragen wollten.

Im letzten Moment machten die Nationen allerdings einen Rückzieher, da der Weltverband FIFA mit drastischen Strafen drohte, falls die Binde getragen wird.

Die deutsche Mannschaft wollte dennoch ein Zeichen setzen. Allerdings scheint die Aktion nicht überall gut angekommen zu sein. Die FIFA verzichtete nach intensiver Beratung auf eine Strafe für das deutsche Team. Dafür hat sich aber Belgiens Nationalspieler Eden Hazard zu der Aktion zu Wort gemeldet.

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"Aber sie haben dann das Spiel verloren. Es wäre besser gewesen, wenn sie es nicht getan und gewonnen hätten", sagte Belgiens Nationalspieler im Interview mit dem Sender TV2, nach dem 1:0-Auftaktsieg Belgiens gegen Kanada.

"Wir sind hier, um Fußball zu spielen!" - sagt Hazard genau das, was viele Nationalspieler denken?

Thomas Müller (33) will sich ebenfalls auf die WM konzentrieren und nicht als politischer Botschafter agieren.
Thomas Müller (33) will sich ebenfalls auf die WM konzentrieren und nicht als politischer Botschafter agieren.  © RONNY HARTMANN / AFP

Generell scheint Hazard kein Freund davon zu sein, dass der Fußball genutzt wird, um politische Botschaften zu transportieren.

"Wir sind hier, um Fußball zu spielen, ich bin nicht hier, um politische Botschaften zu senden, dafür gibt es Leute, die besser geeignet sind. Wir wollen uns auf den Fußball konzentrieren", so der 31-Jährige, der damit und die Politiker zum Handeln aufforderte.

Das Thema wird durchaus zwiegespalten betrachtet. Einige Fans fordern von den Spielern klare Zeichen und Aktionen gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung. Andere wiederum finden, dass sich die Spieler auf die WM konzentrieren sollten. Immerhin ist es für einige Spieler eines der größten, wenn nicht sogar das größte Sportereignis ihrer Karriere, auf das sie ein Leben lang hinarbeiten.

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Auch Deutschlands Nationalspieler Thomas Müller (33) sieht das ähnlich. Nachdem einige Spieler in die Kritik geraten waren und gefordert wurde, dass sie klare und deutliche Zeichen setzen müssen, meldete sich der Mittelfeldspieler zu Wort.

"Ich kann die Kritik nachvollziehen und akzeptieren, teile diese Ansicht aber nicht! (...) Wer von uns Fußballern erwartet, dass wir unseren Pfad als Sportler komplett verlassen und unsere sportlichen Träume, für die wir ein Fußballerleben lang gearbeitet haben, aufgeben, um uns politisch noch deutlicher zu positionieren, der wird enttäuscht sein", schrieb der 33-Jährige bei Instagram.

Fakt ist auf jeden Fall, dass sich bei dieser WM bislang nur sehr wenig um den Fußball dreht. Ob sich das noch ändern wird, wird sich zeigen.

Titelfoto: DIRK WAEM / BELGA / AFP

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