Dallas (USA) - Dass ein Wal schnell für großes Aufsehen sorgen kann, dürfte der Mehrheit hierzulande inzwischen bestens bekannt sein. In den USA reichte nun sogar schon ein Wandbild der Meeressäuger. Die FIFA ließ ein solches nämlich im Vorfeld der Fußball-WM 2026 übermalen, was dem Künstler gar nicht gefiel.
Robert Wyland (69) hat den Weltverband auf satte 25 Millionen Dollar (rund 21,5 Millionen Euro) verklagt, wie unter anderem "ESPN" berichtet.
Im Zentrum des Rechtsstreits steht sein "Ocean Life" oder auch "Whaling Wall 82" genanntes Werk, das der US-Amerikaner 1999 als Stück einer 100-teiligen Bildserie an eine Hauswand in Dallas gemalt hat.
Die Aktion sollte damals auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam machen und etablierte sich seitdem laut Anklageschrift als "bedeutende Sehenswürdigkeit" in der texanischen Metropole.
Zu sehen waren auf dem beeindruckenden Kunstwerk bis vor Kurzem noch mehrere Wale im Wasser. Bis zum 18. Mai war ein Großteil des Wandgemäldes jedoch plötzlich verschwunden, übrig blieb nur noch eine blaue Mauer.
Laut dem Bericht will die FIFA auf der Fläche schon bald für die anstehende Weltmeisterschaft werben, neun Spiele des Turniers finden in Dallas statt.
Allerdings soll sie sich dafür nicht die Einwilligung bzw. schriftliche Verzichtserklärung des Künstlers geholt haben, wie es gemäß US-amerikanischem Bundesgesetz (Visual Artist Rights Act, kurz VARA) eigentlich nötig gewesen wäre. Daher geht Wyland nun gegen den Weltverband sowie die Hausverwaltung vor.
Meeres-Künstler Wyland bezichtigt FIFA der Lüge
"Ich wurde davon völlig überrascht", erklärte der 69-Jährige vor wenigen Tagen im Interview mit dem Radiosender "mix1029fm".
"Sie haben gesagt, dass sie versucht haben, mich und meine Stiftung zu kontaktieren", fügte der passionierte Naturschützer an. "Aber das stimmt nicht, das ist eine Lüge. Jetzt versuchen sie, es irgendwie passend zu drehen. Das war ein Geschenk an die Menschen aus Dallas."
"Ich habe keine Angst vor ihnen, sie haben sich mit dem falschen Künstler angelegt", so Wyland. "Wir werden die größte Klage in der Geschichte von VARA auf die Beine stellen."
Inzwischen ließ er seinen Worten ganz offenbar Taten folgen.