Nyon (Schweiz) - Der große FIFA-Zoff geht in die nächste Runde. Obwohl Gianni Infantino (56) mittlerweile von seinen Investorenplänen für die Fußball-Weltmeisterschaft abgerückt ist, hält die UEFA an seiner Boykott-Drohung fest. Die Zugeständnisse des Schweizers reichen dem europäischen Kontinentalverband offenbar nicht.
Gegenüber "Sky News" erklärte die UEFA, dass die "Voraussetzungen für eine Aufhebung des Boykotts nicht erfüllt" seien.
Der Europa-Verband habe den Rahmen für eine "Nichtteilnahme an den FIFA-Wettbewerben" in seinem ursprünglichen Statement zur Thematik ganz klar abgesteckt, hieß es nun in der neuen Mitteilung.
"Erstens mussten die Anträge zum Verkauf der großen Wettbewerbe zurückgenommen werden und zweitens musste zugesichert werden, dass solche Versuche, den Sport auf diese Weise zu entstellen, nie wieder unternommen werden", wird die UEFA zitiert.
Nach Ansicht der UEFA habe die FIFA diese Forderungen bislang nicht erfüllt. Man habe das Vertrauen in die Präsidentschaft von Infantino verloren und halte an dieser Position fest. Das bedeutet, dass bereits die anstehende U20-WM der Frauen kommenden Monat in Polen ohne europäische Nationen stattfinden könnte.
Gianni Infantino droht Kritikern, UEFA reagiert
Der FIFA-Boss wollte die 211 Mitgliedsstaaten über den Verkauf von Anteilen an der WM abstimmen lassen und löste so ein riesengroßes Beben mit einer Flutwelle an Kritik aus.
Anschließend standen Rücktritt, Sturz und Abwahl des 56-Jährigen im Raum, aber auf einer Krisensitzung in Marokko am Mittwoch stellte sich die Führung des Weltverbands jetzt offenbar doch hinter Infantino. Der Funktionär räumte zwar Fehler beim Ablauf des Investorenplans ein, denke aber gar nicht an einen Rücktritt.
Vielmehr drohte er den Kritikern, dass der Weltverband nach der Rücknahme des Vorschlags nun "keinerlei Angriffe" auf seine Integrität mehr zulassen werde.
"Die gestrige Ankündigung, dass einige Mitarbeiter des FIFA-Präsidenten (deren Karrieren von seiner Gunst abhängen) mit ihm einer Meinung sind, ändert nichts", erklärte die UEFA zum Ergebnis des Krisengipfels.