Nörgler frustrieren Alisha Lehmann: "Die denken, ich trainiere, gehe heim und mache TikToks"

Leicester (England) - Mit fast 16 Millionen Followern auf Instagram ist Alisha Lehmann (27) längst nicht nur Frauenfußballfans ein Begriff. Die Schweizerin modelt, dient als Werbegesicht für weltbekannte Marken und genießt eine irre Reichweite. Doch das Image als kickende Influencerin hat seinen Preis.

Alisha Lehmann (27) hat mittlerweile gelernt, mit negativen Nachrichten umzugehen.
Alisha Lehmann (27) hat mittlerweile gelernt, mit negativen Nachrichten umzugehen.  © Martin Meissner/AP/dpa

"Manchmal ist es frustrierend. Die Leute wissen gar nicht, wie viel Mühe ich mir mache, wenn sie sagen, dass ich gar keine richtige Fußballerin sei", beklagte die 27-Jährige in der neuesten Ausgabe des BBC-Podcasts "Women's Football Weekly".

"Die denken, ich trainiere, gehe heim und mache TikToks. (...) Fußball ist die Sache, die ich am meisten liebe, und in die ich am meisten Zeit investiere", versicherte die Netz-Berühmtheit.

Ihr Wechsel im Winter sei das perfekte Beispiel dafür. Lehmann ließ den Comer See hinter sich und unterschrieb für zweieinhalb Jahre bei Leicester City.

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Statt der sonnigen Lombardei steht nun Abstiegskampf in den eher weniger mediterranen East Midlands auf dem Programm, doch es sei trotzdem eine "Heimkehr" gewesen - die Offensivspielerin war auf der Insel bereits für West Ham, Everton und Aston Villa am Ball.

Im Zuge des Transfers wurden dennoch wieder negative Stimmen laut. "Als ich jünger war, hat mich das alles noch mehr beeinträchtigt, weil ich nicht wusste, wie ich mit der Situation umgehen soll", erinnerte sich Lehmann. "Es gab Momente, da war ich richtig traurig und fragte meine Mutter, ob ich mit dem Fußball aufhören darf."

Alisha Lehmann will die beste Fußballerin sein, die sie sein kann

Auch nach 67 Länderpielen für die Schweiz muss sich Alisha Lehmann (27) noch mit Kommentaren herumschlagen, die ihre Hingabe für den Fußball anzweifeln.
Auch nach 67 Länderpielen für die Schweiz muss sich Alisha Lehmann (27) noch mit Kommentaren herumschlagen, die ihre Hingabe für den Fußball anzweifeln.  © Fabrice COFFRINI / AFP

Inzwischen habe die Flügelflitzerin allerdings gelernt, den regelmäßigen Gegenwind zu ertragen. "Ich liebe mein Leben und die Menschen um mich herum, also stört mich das nicht", so die 67-fache Schweizer Nationalspielerin.

"Die Leute können denken, was sie wollen, aber alles, was ich tue, dient dem Ziel, die beste Fußballerin zu sein, die ich sein kann", stellte Lehmann klar.

Dafür verhalte sie sich stets sehr professionell. Sie halte die notwendigen Ruhezeiten ein, prüfe ihre Daten nach dem Training, absolviere Zusatzschichten.

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"Ich würde nie etwas tun, was mein Spiel negativ beeinflusst. Mir bedeutet das so viel", erklärte der "Foxes"-Neuzugang.

Titelfoto: Fabrice COFFRINI / AFP

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