Erster Regionalliga-Aufsteiger steht fest, der Spielort nicht! Jetzt redet der Vereins-Chef bei TAG24

Stahnsdorf - Großer Jubel in Brandenburg! Durch ein Last-Minute-Tor steigt der RSV Eintracht erstmals in die Regionalliga Nordost auf. Doch Fragen bezüglich des Spielortes bleiben.

So feiert ein Aufsteiger! Der RSV Eintracht hat sportlich erstmals den Sprung in die 4. Liga gepackt.  © IMAGO / PIC ONE

Arthur Ekalle (29) erlöste am Samstag kurz vor 16 Uhr die Gastgeber. Nach seinem Sololauf blieb der RSV-Akteur in der 90.+9 Minute vor dem Tor ganz cool, wackelte noch einen Gegenspieler aus und schoss den Ball ins Glück. Danach rastete alles aus, das Spiel wurde nicht noch einmal angepfiffen.

Der RSV steht als sportlicher Aufsteiger der NOFV-Oberliga Süd fest, weil sie mit dem 2:1 den bis dato Tabellenzweiten vom VFC Plauen auf acht Zähler distanzierten. Bei zwei ausstehenden Spielen ist klar: Der Aufstieg ist sportlich an den RSV Eintracht vergeben.

Und neben dem Platz? Hat der Verein "einen ganzen Berg an Aufgaben zu bewältigen. Wir sind von allen Aufstiegsanwärtern wahrscheinlich der Klub, der am meisten aufholen müsste", erklärte RSV-Vereinsvorsitz Michael Grunwaldt gegenüber TAG24 schon Tage vor dem Aufstieg.

Regionalliga Trauer bei Ost-Klub: Stadionsprecher bricht bei Spiel zusammen und stirbt

Die anspruchsvolle Regionalliga Nordost ist Neuland für den Regionalen Sportverein Eintracht, der in 25 Abteilungen über 3500 Mitglieder bündelt.

Anzeige

Sportanlage Heinrich-Zille-Straße in Stahnsdorf ist nicht Regionalliga-tauglich - auch nicht langfristig

Patrick Hinze (40, mit Cap) heißt der Erfolgstrainer, Matthias Steinborn (37) sein Kapitän.  © IMAGO / PIC ONE

Im Fußball sind vor allem die Anforderungen an die Spielstätte groß. "Wir stehen im regen Kontakt mit dem NOFV. Vor allem dafür müssen wir eine Lösung finden. Regionalliga auf der 'Zille' wird leider in absehbarer Zeit nicht möglich sein", führt der Vereins-Chef aus.

Mit der 'Zille' ist die Sportanlage Heinrich-Zille-Straße in Stahnsdorf gemeint, wo der RSV den Aufstieg vor über 400 Fans bejubelte. Eine Tribüne und einen separierten Gästebereich gibt es nicht.

Der RSV hat zwar auf der Anlage, die an ein Gymnasium und ein Wohngebiet grenzt, einen Nutzungsvertrag über 20 Jahre, es mangelt aber darüber hinaus an Parkplätzen und Flutlicht. Dies sei aufgrund der Anwohner eigentlich unmöglich zu realisieren.

Regionalliga NOFV-"Strafenkatalog" sorgt für Aufregung - Verband erklärt irritierendes Dokument

Deshalb bahnt sich nach TAG24-Informationen eine Ausweichlösung an: Das Ernst-Reuter-Sportfeld von Hertha 03 Zehlendorf soll zur Spielstätte werden.

Tatsächlich sind es vom brandenburgischen Stahnsdorf bis nach Zehlendorf im Süden Berlins nur 20 Autominuten. Viele Spieler würden ohnehin in Berlin oder in Potsdam wohnen.

RSV Eintracht könnte ins Ernst-Reuter-Sportfeld von Hertha 03 Zehlendorf ausweichen

Spielt der RSV Eintracht kommende Saison bei Hertha Zehlendorf?  © privat
Das Ernst-Reuter-Sportfeld verfügt über Flutlicht, eine überdachte Tribüne und einen separierten Gästebereich (nicht im Bild).  © privat

In Zehlendorf steht sogar seit wenigen Monaten - nach einem wahren Behörden-Irrsinn - ein umzäunter Gästebereich. Wenn in einigen Monaten Babelsberg 03, der BFC Dynamo oder künftig Erzgebirge Aue kommen, bedarf es auch ein durchgängiges Sicherheitskonzept.

Grunwaldt: "Wir haben mit anderen Vereinen und Ämtern Vorgespräche geführt, die wir in nächsten zwei Wochen abschließen wollen."

Das war vor einer Woche. Mit dem sportlichen Aufstieg kann es jetzt ans Eingemachte gehen. Zehlendorf gilt auch generell als Lehrbeispiel für den Liga-Neuling, bei dem nur der Platzwart und wenige Mitarbeiter der Geschäftsstelle hauptamtlich arbeiten.

Immerhin kann der Breitensportverein Erfahrung im semiprofessionellen Sport dank der Basketballer aufweisen, die fast 20 Jahre in der 2. Bundesliga ProB an den Start gingen.

Klub-Chef Grunwaldt gibt sich kämpferisch: "Wir werden wir bis zum letzten Moment alles unternehmen, um den Aufstieg wahrnehmen zu können. Wir werden erst dann aufgeben, wenn feststeht, dass es nicht geht."

Mehr zum Thema Regionalliga: