Nur ein echter Heimsieg in zwei Jahren: Das ist der traurigste Regionalliga-Absteiger

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Berlin - Dieses Abenteuer hatten sich alle Beteiligten anders vorgestellt: Nach zwei Saisons in der "Champions League des Ostens" steigt Hertha 03 Zehlendorf wieder ab. Die traurige Bilanz: Die "kleine Hertha" gewann in dieser Zeit nur ein Spiel auf heimischem Grund.

Das Ernst-Reuter-Sportfeld in Berlin-Zehlendorf ist traumhaft im Wald gelegen. Als Erfolgsgeschichte taugte die Spielstätte aber nicht.
Das Ernst-Reuter-Sportfeld in Berlin-Zehlendorf ist traumhaft im Wald gelegen. Als Erfolgsgeschichte taugte die Spielstätte aber nicht.  © IMAGO / Matthias Koch

Vorausgegangen war ein echter Behörden-Irrsinn. Weil das Ernst-Reuter-Sportfeld über keinen separierten Gästebereich verfügte, musste gebaut werden. Doch bis Ausschreibung und Baufirma engagiert waren, strichen anderthalb Jahre ins Land.

Nach fast zwei Jahren war es geschafft: Der wohl "berühmteste Zaun Berlins" ward Anfang März dieses Jahres errichtet. 

Problem: Zehlendorf steckte zu dem Zeitpunkt tief im Abstiegskampf, der Abstieg schien unausweichlich und der Heimvorteil nur noch marginal.

Regionalliga-Reform: Bayern lehnt Vorschläge ab!
Regionalliga Regionalliga-Reform: Bayern lehnt Vorschläge ab!

Insgesamt achtmal durfte "die kleine Hertha" diese Serie auf heimischem Geläuf spielen. Hinzu kommen zwei Partien der Vorsaison, als Zehlendorf mit Ausnahmeregelung daheim spielen durfte, weil sich keine Gästefans angekündigt hatten. 

Unterm Strich steht ein einziger Dreier im Ernst-Reuter-Sportfeld in der Regionalliga Nordost, der auch schon über ein Jahr zurückliegt – das Zehlendorfer Gastspiel mutiert zum Trauerspiel.

Hertha 03 Zehlendorf steht nach dem Abstieg aus der Regionalliga Nordost vor dem Neuaufbau

Marco Böning (40, l.), zuletzt Interimstrainer, bleibt trotz des Abstiegs als Sportlicher Leiter.
Marco Böning (40, l.), zuletzt Interimstrainer, bleibt trotz des Abstiegs als Sportlicher Leiter.  © Picture Point / Roger Petzsche

Zugegeben: Die Trainer-Thematik hatte der Verein eleganter lösen müssen, als kurz vor dem Schicksalsspiel gegen Chemie Tilman Käpnick (33) freizustellen. Das Ergebnis (0:5) sprach Bände.

Doch so richtig heimisch fühlte sich der Klub in der Liga nie. Führten die Zehlendorfer jahrelang die Oberliga an und schafften 2024 als Heimmacht den Aufstieg, tickten die Uhren in der von großen Traditionsklubs dominierten Regionalliga anders.

Unmittelbar nach dem Aufstieg hatten sich zudem zahlreiche Leistungsträger verabschiedet. Kapitän Lenny Stein (30) wechselte zum BFC Preussen, der seinerzeit als Oberliga-Neuling mit dem großen Geld lockte.

Trauer bei Ost-Klub: Stadionsprecher bricht bei Spiel zusammen und stirbt
Regionalliga Trauer bei Ost-Klub: Stadionsprecher bricht bei Spiel zusammen und stirbt

Albert Millgramm (21) schloss sich Magdeburgs U23 an und könnte künftig mit dem SC Paderborn Bundesliga spielen. George Didoss (21) zog es zum SV Babelsberg. Seinen neuen Arbeitgeber kann er sich nach der diesjährigen Fabelsaison aussuchen.

Serhat Polat (25) und Erfolgstrainer Robert Schröder (37) ergriffen die Gelegenheit beim Schopfe, beim Halleschen FC unter professionellen Bedingungen zu arbeiten.

Und so endet für Zehlendorf die Regionalliga nach zwei Jahren mit – Stand heute – einem echten Heimsieg und sage und schreibe drei Spielern des heutigen Kaders, der 2024 den Aufstieg bewerkstelligt hatte.

Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

Mehr zum Thema Regionalliga: