Rassismus-Eklat in der Regionalliga: Klubs geben gemeinsames Statement ab
Offenbach - Die Regionalliga Südwest ist mit einem Skandal ins Spieljahr 2026 gestartet: Das Duell zwischen den Kickers Offenbach und den Stuttgarter Kickers wurde von rassistischen Beleidigungen überschattet. Inzwischen meldeten sich beide Klubs in einer gemeinsamen Stellungnahme zu Wort.
Direkt nach dem Abpfiff beim torlosen Unentschieden am Samstagnachmittag sei es von der Tribüne aus zu üblen rassistischen Beschimpfungen gegen den schwarzen Stuttgart-Spieler Melkamu Frauendorf (22) gekommen, wie es in dem Statement hieß.
Die Verantwortlichen hätten den Vorfall umgehend gemeldet, aktuell werde der Sachverhalt geprüft. "Beide Vereine sind sich einig: Rassistisches Verhalten widerspricht in eklatanter Weise den Werten des Fußballs und hat in unseren Stadien keinen Platz", so die Botschaft der Regionalligisten.
Wie Bild berichtet, musste der 22-Jährige auf dem Bieberer Berg gewaltsam von seinen Mitspielern daran gehindert werden, selbst aktiv zu werden und auf die Ränge zu stürmen. Letztlich sei er jedoch sichtlich niedergeschlagen in die Kabine gegangen.
"Wir sind geschockt. Diese üblen rassistischen Beleidigungen verurteilen wir auf das Schärfste. Dies hat auf keinem Fußballplatz der Welt etwas zu suchen. Melkamu Frauendorf hat die volle Unterstützung des gesamten Vereins und der Kickers-Familie", erklärte Stuttgarts Präsident Dr. Rainer Lorz (63).
Stuttgarter-Kickers-Coach Marco Wildersinn beklagt "zu viele dumme Leute"
Sein Offenbacher Pendant, Kickers-Präsident Joachim Wagner (59), schloss sich an.
Es sei "extrem schade, dass eine bis zwei einzelne Personen für so etwas gesorgt haben. Rassistische Beleidigungen sind durch nichts zu rechtfertigen und widersprechen den Werten unseres Vereins und des Sports insgesamt", so der 59-Jährige.
Stuttgarts Trainer Marco Wildersinn (45) betonte auf der anschließenden Pressekonferenz, dass der Vorfall sicher "nichts mit dem Verein Kickers Offenbach" zu tun hatte.
"Aber es zeigt, dass es einfach zu viele dumme Leute gibt", konstatierte der Coach.
Titelfoto: IMAGO / Pressefoto Baumann

