Regionalliga-Drama: TeBes Bähr im Krankenhaus, Spiel gegen Cottbus minutenlang unterbrochen!

Berlin - Bange Minuten im Mommsenstadion! Beim Sonntagsspiel der Regionalliga Nordost zwischen Tennis Borussia Berlin und dem FC Energie Cottbus sank Lucas Bähr kurz nach dem 2:0 (Endstand 4:0) für die Lausitzer regungslos zu Boden.

Lucas Bähr (nicht zu sehen) wurde von den Mannschaftsärzten und Sanitätern minutenlang auf dem Feld behandelt.
Lucas Bähr (nicht zu sehen) wurde von den Mannschaftsärzten und Sanitätern minutenlang auf dem Feld behandelt.  © Imago/Matthias Koch

Sein TeBe-Abwehrkollege Nemanja Samardzic erkannte die offenbar bedrohliche gesundheitliche Lage seines Kameraden als Erster und winkte hektisch die medizinischen Betreuer herbei.

In der Zwischenzeit kippte der Innenverteidiger weiter zur Seite um, wurde dann von Tim Oschmann sowie dem Physiotherapeuten auf den Rücken gelegt, der Kapitän hielt auch die Beine seines Gefährten hoch, während die Behandlung weiterging und eine Trage herbeigeschafft wurde.

Kurz darauf kam auch die Cottbuser Teambetreuerin auf den Rasen gerannt, der Spieler wurde mehrere Minuten unter Hochdruck auf dem Feld behandelt. Dazu bildete man bald einen Sichtschutz.

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Schiedsrichter Florian Markhoff unterbrach die Begegnung, denn die Akteure und Trainer standen erkennbar unter Schock, weshalb das die einzig richtige Entscheidung war. Laut Ostsport-TV-Kommentator Christian Rüdiger soll es im Vorfeld keinen Zusammenprall gegeben haben, auch auf den Bewegtbildern selbst war nichts zu sehen, was für Bährs Zustand hätte verantwortlich sein können. Stattdessen ging er in die Hocke und kippte dann nach und nach um. Zuvor war er nach dem zweiten Gegentreffer noch ins Tor gerannt und hatte den Ball rausgeholt. Was Bähr fehlt, ist noch unklar.

Wenig später kamen endlich die herbeigerufenen zwei Wagen an, ein Notarzt und ein Rettungsdienst. Die Sanitäter setzten die Behandlung fort, beförderten Bähr ins Auto und brachten ihn ins Hospital, wo er durchgecheckt wurde und laut Stadionsprecher Carsten Bangel mittlerweile glücklicherweise wieder ansprechbar sein soll.

Social-Mitteilungen von Tennis Borussia Berlin und Energie Cottbus

Spiel wird fortgesetzt, TeBe mit den Nerven am Ende, kassiert zwei Platzverweise

TeBe-Abwehrchef Lucas Bähr (v.), hier in der Sommervorbereitung, wurde nach minutenlanger Behandlung ins Krankenhaus gebracht und sei bereits wieder ansprechbar.
TeBe-Abwehrchef Lucas Bähr (v.), hier in der Sommervorbereitung, wurde nach minutenlanger Behandlung ins Krankenhaus gebracht und sei bereits wieder ansprechbar.  © Stefan Bröhl

Einige Zeigerumdrehungen danach kehrten die Teams - etwas überraschend - aufs Feld zurück, machten sich warm und setzten das Spiel in der 55. Minute beim Zwischenstand von 2:0 für Energie fort.

Eine sehr komplizierte Situation, schließlich dürften sich die Akteure nicht nur im Hinterkopf um Bähr und dessen Gesundheit gesorgt haben, was eine konzentrierte Fortsetzung alles andere als leicht gemacht haben dürfte.

Genau das zeigte sich auch. TeBe-Keeper Karl Albers sah nach einer vermeintlichen Notbremse eine durchaus diskutable Rote Karte, nur wenige Minuten später kassierte auch noch Oschmann die Gelb-Rote Karte.

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Zudem legte Cottbus durch Tobias Hasse das 3:0 und Ali Abu-Alfa das 4:0 nach.

Ein komplett gebrauchter Nachmittag für die Veilchen, bei denen die sportliche Lage durch die Ausfälle der drei Führungsspieler nun zusätzlich angespannt ist.

Live-Übertragung des Regionalliga-Nordost-Spiels Tennis Borussia Berlin gegen FC Energie Cottbus

Lucas Bähr wechselte im Sommer nach sieben Jahren vom SV Tasmania zu Tennis Borussia Berlin

Lucas Bähr (l.), hier erneut in der Sommervorbereitung beim Testspiel gegen den TSV Rudow, ist bei TeBe einer der wenigen Führungsspieler und auf dem Platz der verlängerte Arm von Borussen-Coach Abu Njie (nicht im Foto).
Lucas Bähr (l.), hier erneut in der Sommervorbereitung beim Testspiel gegen den TSV Rudow, ist bei TeBe einer der wenigen Führungsspieler und auf dem Platz der verlängerte Arm von Borussen-Coach Abu Njie (nicht im Foto).  © Stefan Bröhl

Doch zurück zu Bähr. Der Defensivakteur ist Berliner und Brandenburger Fußballfans durchaus bekannt.

Für den SV Tasmania Berlin spielte er zwischen 2015 und 2022 insgesamt 141-mal, stieg 2021 mit dem früheren Bundesligisten in die Regionalliga auf, wo er gesetzt war, den direkten Wiederabstieg allerdings nicht verhindern konnte.

Ausgebildet wurde Bähr beim FC Hertha 03 Zehlendorf und bei Türkiyemspor, wo er 2011/12 auch seine ersten Schritte im Männerbereich ging (17 Einsätze), ehe er vom 1. Januar 2012 bis Juli 2015 für den FSV Union Fürstenwalde kickte (97 Begegnungen).

In der NOFV-Oberliga Nord stand er in 133 Partien auf dem Rasen, in der vierthöchsten Spielklasse 34-mal und in der sechstklassigen Berlin-Liga 80-mal.

Im vergangenen Sommer wechselte er zu seinem Ex-Tas-Coach Abu Njie und zu TeBe, wo er sich mit seiner Mannschaft im Abstiegskampf wiederfindet. Die Lila-Weißen haben lediglich vier Punkte aus elf Duellen bei 9:36 Toren geholt und liegen auf dem vorletzten Rang 17.

Diese Aspekte sind am heutigen Sonntag allerdings nur nebensächlich. Denn es geht vor allem um die Gesundheit eines Menschen. Deshalb auch von dieser Stelle gute Besserung und schnelle Genesung, Lucas Bähr!

Titelfoto: Imago/Matthias Koch

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