Regionalliga-Reform kommt ins Stocken: Gibt es diesmal nur Verlierer?

Chemnitz - "Es würde diesmal nur Verlierer geben!" Das sagt Oberhausens Clubchef Marcus Uhlig (55) zur ins Stocken geratenen Regionalliga-Reform. Am 25. März tagt die Arbeitsgemeinschaft ein letztes Mal. Bis dahin sollten sich alle einig sein, die vier statt der bisher fünf Staffeln in Angriff zu nehmen. Aber es gibt Gegenwind.

Oberhausens Clubchef Marcus Uhlig (l.) und CFC-Geschäftsführer Tommy Haeder kämpfen für die Reform der Regionalliga.
Oberhausens Clubchef Marcus Uhlig (l.) und CFC-Geschäftsführer Tommy Haeder kämpfen für die Reform der Regionalliga.  © IMAGO/Funke Foto Services

Uhlig hat die Notwendigkeit einer Regionalliga-Reform unterstrichen. In einem Interview mit der Bild erklärte Rot-Weiß Oberhausens Vereins-Chef: "Sie ist irgendetwas zwischen Baum und Borke, zwischen Profi- und Amateurbereich. Das Pendel fällt zuletzt konstant zurück zur Amateurhaftigkeit."

Dabei verweist er auch auf seinen "Westen": "Drei Vereinen ging vergangene Saison der finanzielle Tank vorzeitig aus, wir haben die Rekordzahl von sieben zweiten Mannschaften in unserer Staffel. Hinzu kommen suboptimale Vermarktungen, gar keine TV-Präsenz und immer noch kein verbessertes Zulassungsverfahren. Mehr Anzeichen für Reformbedarf gibt es kaum."

Ein großes Thema bleibt dabei die Aufstiegsregel, weshalb Uhlig für eine deutschlandweite Lösung plädiert: "Dass Bayern, der Norden und Osten dieses Recht nur alle drei Jahre haben, ist eine der größten Ungerechtigkeiten im deutschen Fußball. Zumal ich weiß, dass es in den Klubs der anderen Regionen ebenfalls große Unzufriedenheit mit den Regionalverbänden gibt."

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Und das sagt einer, aus dessen West-Staffel jährlich der Meister aufsteigt!

Auch Kritik zur Kompass-Lösung wird laut

Am 25. März tagt die Arbeitsgemeinschaft zur Regionalliga-Reform ein letztes Mal.
Am 25. März tagt die Arbeitsgemeinschaft zur Regionalliga-Reform ein letztes Mal.  © picture point/Sven Sonntag

Der DFB hat eine Kompass-Lösung vorgeschlagen. Anders als jetzt würden alle Regionalliga-Meister aufsteigen. Uhlig ist ein Befürworter:

"Von allem, was je diskutiert wurde, ist es das beste Modell. Es ist ein innovativer Ansatz, der Verbandsgrenzen verschieben kann und würde. Das wäre nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Wenn durch die Künstliche Intelligenz anhand der kürzesten Fahrtstrecken die Teams eingeteilt werden, sind die Reisekosten für alle mehr als überschaubar. Außerdem ist es für alle Vereine in der 4. Liga attraktiv, ihren Fans mal andere Gegner zu präsentieren."

Doch nicht alle sind Fans der Kompass-Lösung. Vize-DFB-Boss Peter Frymuth (Westen) und Dr. Christoph Kern (Bayern) stemmen sich dagegen.

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Uhlig betonte erneut, dass er nicht auf Frymuth "herumreiten" möchte, appellierte aber an alle Verbandspräsidenten: "Bitte denken Sie nicht an die Erhaltung eigener Pfründe. Wir haben alles so weit gebracht wie noch nie. Es wäre fatal, wenn jetzt kein mehrheitsfähiger Vorschlag herauskommt. Der deutsche Fußball würde Schaden nehmen. Auch der Westdeutsche Fußballverband hat davon gesprochen, vier Staffeln anzustreben. Daran muss er sich messen lassen."

Titelfoto: IMAGO/Funke Foto Services

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