Streitthema Video-Assistent: Das halten die Fans vom aktuellen VAR-System!

Köln - Der VAR sorgt bei den Spielen der Bundesliga oder Champions League sehr häufig für Unmut und Chaos. Nun wurden die Fans gefragt, was sie eigentlich davon halten.

Die Schiedsrichter stehen nicht selten selbst im Regen mit dem VAR. Hier Deniz Aytekin (44).
Die Schiedsrichter stehen nicht selten selbst im Regen mit dem VAR. Hier Deniz Aytekin (44).  © Uwe Anspach/dpa

Eigentlich soll der "Video-Assistent" (englisch Video Assistant Referee, VAR), welcher seit 2017 in der Bundesliga im Einsatz ist, den Schiedsrichter auf dem Platz unterstützen.

Leider lässt dieses System, welches eigentlich dafür da ist, dass keine Fehler passieren, ab und an trotzdem Irrtümer zu. Bleibt also die Frage: Wozu braucht der Fußball den VAR überhaupt?

Eine Frage, die sich offenbar sehr viele Fans stellen.

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Laut einer repräsentativen Umfrage der Voting-Plattform FanQ im Auftrag des Sportinformationsdienstes (SID) spricht sich die deutliche Mehrheit der Anhänger für eine Abschaffung des Videobeweises aus!

Nur 29,7 Prozent der Befragten sind dafür, dass auch weiterhin ein Schiedsrichter die Partie über die Fernsehbilder überwacht und bei bestimmten Situationen eingreifen kann.

Das ist Ausdruck des Ärgers, den viele Fans mit dem VAR erleiden. Teilweise müssen Zuschauer im Stadion und vor dem Fernseher minutenlang ausharren, ob ein Tor nun gegeben wird oder nicht. Das verdirbt die Laune.

Auch die Spieler stehen oft ratlos da

Vor allem in den kälteren Monaten kann das Warten auf die Entscheidung für die Spieler besonders nervig sein.
Vor allem in den kälteren Monaten kann das Warten auf die Entscheidung für die Spieler besonders nervig sein.  © David Inderlied/dpa

Laut Daten des NDR greift der VAR durchschnittlich in mehr als jedem dritten Spiel ein und braucht für seine Entscheidungsfindung im Schnitt mehr als 70 Sekunden.

Oft sind es klare Dinge, die der Schiedsrichter auf dem Platz nicht gesehen hat oder nicht sehen konnte. Manchmal ist es aber überaus banal.

Abseitsentscheidungen, die man selbst auf Fernsehbildern nur mit viel gutem Willen und einer Lupe erkennen kann. Handspiele, die man auch als Schulter durchwinken könnte. Fouls, die auf der Insel als normale englische Härte zählen oder lächerliche Berührungen, die eigentlich niemals zum Fall führen können.

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Schnell wird nicht nur der Spielfluss unterbrochen, sondern auch eine irrsinnige Entscheidung gefällt.

Fans sind sich mehrheitlich einig: Der VAR macht das Spiel nicht fairer

Urs Meier (65, M.) galt als einer der besten Schiedsrichter der Welt. 2002 pfiff er sogar das Champions-League-Finale.
Urs Meier (65, M.) galt als einer der besten Schiedsrichter der Welt. 2002 pfiff er sogar das Champions-League-Finale.  © PASCAL GUYOT / AFP

Immer wieder kommt es zu fragwürdigen Entscheidungen durch den VAR. Das ist auch kein Wunder.

Man hat die Entscheidung von einem Menschen (Schiedsrichter auf dem Platz) zu einem anderen Menschen (Schiedsrichter vor dem Fernseher) verlegt.

Menschen machen Fehler - anders als beispielsweise die Torlinientechnologie. Dort meldet sich ein Computer.

Die Fans sind sich daher einig: 68,3 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, der VAR habe den Fußball nicht fairer gemacht.

Dabei erhalten sie prominente Unterstützung. Auch der Schweizer Ex-Schiedsrichter Urs Meier (64) sprach sich bereits letztes Jahr gegenüber der Süddeutschen Zeitung gegen den VAR aus.

"Ist der Fußball durch den VAR attraktiver oder gerechter geworden? Ich sage: Nein!", so der ehemalige ZDF-Experte.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa, David Inderlied/dpa

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