Harte Rote Karte: So lange muss Union Berlin auf Andras Schäfer verzichten

Berlin - Bei der herben 1:4-Pleite gegen Werder Bremen hat Union Berlins Andras Schäfer (26) die Rote Karte gesehen - jetzt steht fest, wie lange die Eisernen auf ihren Mittelfeldakteur verzichten müssen.

Andras Schäfer (26) verlässt nach der Roten Karte enttäuscht den Platz.
Andras Schäfer (26) verlässt nach der Roten Karte enttäuscht den Platz.  © Soeren Stache/dpa

Der Ungar wurde vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für zwei Spiele gesperrt, wie die Berliner am Mittwoch mitteilten. Damit wird er die beiden anstehenden schweren Auswärtsspiele gegen den SC Freiburg und Bayern München verpassen.

Die Berliner haben das Urteil akzeptiert, nachdem zuvor noch Widerspruch gegen das vorgeschlagene Strafmaß des DFB-Kontrollausschusses eingelegt worden sei.

Kein Wunder, denn der Platzverweis war aus Sicht der Köpenicker äußerst umstritten. Manager Horst Heldt (56) sah ihn als "zu hart" an und Trainer Steffen Baumgart meinte nach Spielschluss: "Für mich ist es eine Gelbe Karte, weil es kein Tritt oberhalb des Knöchels ist."

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Rani Khedira ging sogar noch weiter und sprach von einer "Fehlentscheidung" seitens Schiedsrichter Timo Gerach (39). "Ist es oberhalb vom Knöchel? Ist es nicht? Dann ist es keine Rote Karte", beschwerte sich der Vize-Kapitän am DAZN-Mikrofon.

Gelb oder Rot? Kölner Keller greift nicht ein

Steffen Baumgart (54, l.) war mit der Roten Karte nicht einverstanden und nahm Andras Schäfer in Schutz.
Steffen Baumgart (54, l.) war mit der Roten Karte nicht einverstanden und nahm Andras Schäfer in Schutz.  © Soeren Stache/dpa

Schäfer hatte seinen Gegenspieler Jens Stage (29) im Zweikampf um den Ball zwar mit offener Sohle auch leicht am Knöchel gestreift, trat ihm dann aber auf den Spann - also eigentlich ein klassisches Stempeln, für das die Gelbe Karte vorgesehen ist.

Dennoch stellte Gerach den 26-Jährigen wegen groben Foulspiels vom Platz. Auch der VAR griff nicht ein, um die Entscheidung zu revidieren. Offenbar wurde sie im Kölner Keller nicht als gravierende Fehleinschätzung wahrgenommen.

Der Gefoulte wollte die Entscheidung nicht bewerten. "Ich bin Fußballer, ich bin kein Schiri, das kann ich nicht sagen. Ich wurde getroffen, es tut weh und die Entscheidung liegt nicht bei mir", meinte Stage.

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Heldt sah in der Roten Karte "einen Schlüssel" zur folgenreichen Niederlage gegen die Hanseaten, denn zu diesem Zeitpunkt lag der 1. FC Union mit 1:0 in Führung. Jetzt "jeistert dit Abstiegsjespenst" doch noch einmal durch die Alte Försterei.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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