Abstiegsjespenst, ick hör dir jeistern: Union Berlin wieder "mittendrin im Thema"

Berlin - Jetzt ist das Worst-Case-Szenario also eingetreten: Trotz des trügerisch beruhigenden Vorsprungs steckt Union Berlin wieder voll im Abstiegskampf - wie schon in den vorangegangenen beiden Spielzeiten.

Horst Heldt (56) hat nach der Heimpleite gegen Bremen eingeräumt, dass Union Berlin wieder mitten im Abstiegskampf steckt.
Horst Heldt (56) hat nach der Heimpleite gegen Bremen eingeräumt, dass Union Berlin wieder mitten im Abstiegskampf steckt.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Konnten die Eisernen den Klassenerhalt in der Vorsaison nach einem zwischenzeitlichen Tief unter der Führung von Steffen Baumgart (54) ziemlich souverän und vorzeitig sichern, mussten die Berliner in der Spielzeit 2023/24 bis zur letzten Minute um den Verbleib in der Bundesliga kämpfen.

Nach der Hinrunde sah es noch so aus, als hätte der Hauptstadtklub in der laufenden Saison rein gar nichts mit dem Thema Abstiegskampf zu tun. Mit 23 Punkten stand man auf Platz neun in der Tabelle, hatte zehn Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone und Tuchfühlung mit dem internationalen Geschäft.

Nach der 1:4-Heimschlappe gegen Werder Bremen musste Manager Horst Heldt (56) jedoch zähneknirschend eingestehen, dass das Abstiegsgespenst wieder durch die Alte Försterei geistert: "Wir sind mittendrin in dem Thema, da wollten wir nicht mehr rein!"

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Durch die Pleite gegen die Hanseaten wurden die Köpenicker wieder voll in den Abstiegskampf hineingezogen. Bei einem Sieg hätten es neun Punkte Vorsprung auf Werder sein können, jetzt sind es nur noch derer vier auf den Relegationsplatz.

Steffen Baumgart (54) ist sich nach der neuerlichen Schlappe bewusst, dass er sich mit seiner Mannschaft in einer sehr schwierigen Phase befindet.
Steffen Baumgart (54) ist sich nach der neuerlichen Schlappe bewusst, dass er sich mit seiner Mannschaft in einer sehr schwierigen Phase befindet.  © Carmen Jaspersen/dpa

Rani Khedira: "Wir müssen jedes Spiel angehen, als ob es das letzte wäre"

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte: Rani Khedira (32) war nach der bitteren Niederlage gegen Werder Bremen sichtlich bedient.
Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte: Rani Khedira (32) war nach der bitteren Niederlage gegen Werder Bremen sichtlich bedient.  © Soeren Stache/dpa

Besonderen Anlass zur Sorge gibt dabei die Leistung in der Rückrunde, in der der 1. FC Union mit mageren fünf Zählern eben jenen 16. Rang belegt.

"Wir sehen schon die Gefahr und wir sehen auch die Situation und wir sehen vor allem auch die Rückrunde und die komplette Rückrunde ist nicht das, was wir uns vorstellen", bemängelte Baumgart nach der Heimniederlage am Sonntag.

"Wir haben im Moment eine sehr, sehr schwierige Phase, ich glaube, das ist jedem bewusst. Aber auch eine Phase, die wir uns dann auch selbst zuzuschreiben haben", haderte der Union-Coach.

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Mit den anstehenden Auswärtsspielen gegen den SC Freiburg und den designierten Meister Bayern München werden die Aufgaben nicht unbedingt leichter, auch wenn sich der FCU gegen die "großen" stets recht gut geschlagen hat. Im Saisonendspurt warten dann noch die Duelle gegen die direkten Konkurrenten St. Pauli, Heidenheim, Wolfsburg, Köln und Mainz.

Dann gilt es, "dass wir unsere Hausaufgaben machen", betonte Heldt und Vize-Kapitän Rani Khedira (32) gab die Richtung vor: "Wir müssen jedes Spiel angehen, als ob es das letzte wäre und uns da rausarbeiten."

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa, Soeren Stache/dpa (Bildmontage)

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