Union Berlin büßt nach Klatsche die Tabellenspitze ein: "Ist mir wirklich egal!"

Berlin - Das war eine heftige Watschn, die den FC Bayern München sicherlich gefreut haben dürfte: Ausgerechnet gegen den Krisen-Klub Bayer 04 Leverkusen ist der 1. FC Union Berlin am Sonntag mit 0:5 böse unter die Räder gekommen und hat die Tabellenführung erstmals seit dem 6. Spieltag aus der Hand gegeben.

Union-Coach Urs Fischer (56) ist der Verlust der Tabellenspitze nach eigener Aussage egal.
Union-Coach Urs Fischer (56) ist der Verlust der Tabellenspitze nach eigener Aussage egal.  © Marius Becker/dpa

Damit sind die Verhältnisse im deutschen Fußballoberhaus nach dem 13. Spieltag also wieder geradegerückt. Die Rebellion eines kleinen Berliner "Dorfes" namens Köpenick konnte vom Rekordmeister (vorerst) erfolgreich niedergeschlagen werden und der FC Bayern thront wie gewohnt an der Spitze der Bundesliga.

Der Verlust der Tabellenspitze kümmerte Urs Fischer (56) aber herzlich wenig: "Es ist mir wirklich egal! Das gilt es jetzt zu akzeptieren", gab der Union-Coach nach Spielende zu Protokoll.

Schützenhilfe leistete den Münchnern dabei ein Ex-Bayern-Star, denn Xabi Alonso (40) hat den Eisernen mit seiner Truppe deutlich die Grenzen aufgezeigt und einen wichtigen Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelandet.

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Bei so viel Potenzial war es ja auch eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Bayer explodiert und die Liga von hinten aufrollt. Ob hier jetzt wirklich der Knoten geplatzt ist, muss sich freilich erst noch zeigen.

Eine besonders bittere Pille war für den Hauptstadtklub natürlich, dass ausgerechnet Ex-Unioner Robert Andrich (28) den Bayer-Torreigen in der zweiten Halbzeit eröffnete. Damit brachen alle Dämme und die Leverkusener ballerten sich innerhalb von 30 Minuten den Frust von der Seele.

Trotz der 0:5-Pleite wird der 1. FC Union Berlin von seinen Fans gefeiert

Union Berlin verteilt "ein Geschenk" an Leverkusen: "Dass wir mal eine Packung kriegen, war uns klar"

Union-Kapitän Christopher Trimmel (35, r.) war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht, wollte die Niederlage aber auch nicht zu hoch hängen.
Union-Kapitän Christopher Trimmel (35, r.) war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht, wollte die Niederlage aber auch nicht zu hoch hängen.  © Marius Becker/dpa

Im zweiten Durchgang wurde deutlich sichtbar, was dem FCU blühen kann, wenn die viel gepriesene Kompaktheit verloren geht. Die Werkself nutzte die entstehenden Räume und konterte die Gäste im eigenen Station eiskalt aus.

An dieser Stelle soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass der erste Treffer nach einer Ecke fiel und dem zweiten Tor ein fataler individueller Fehler von 04-Leih-Keeper Lennart Grill (23) vorausging, was sein Schweizer Übungsleiter im Nachhinein als "ein Geschenk" bezeichnete.

Genau das war Fischer auch eher ein Dorn im Auge als der Verlust der Tabellenführung. "Was aber mir nicht egal ist: die Art und Weise wie wir hier verlieren", stellte er nach dem Abpfiff klar.

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Nach dem 0:3 versuchte der 56-Jährige, dem Offensivspiel von außen mit einem Dreifachwechsel, ähnlich wie beim späten 2:1-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach, neues Leben einzuhauchen. Doch diesmal schlug sein Plan fehl. Als die Kugel zum vierten Mal im Union-Netz zappelte, streckte auch der Schweizer die Waffen und schonte weitere Stammkräfte.

Kapitän Christopher Trimmel (35) wollte die Klatsche allerdings nicht überbewerten: "Wir spielen eine grandiose Saison, wir sind im Pokal weiter, wir sind in der Europa League weiter. Dass wir mal eine Packung kriegen, war uns klar."

Immerhin können die Köpenicker schnell Wiedergutmachung betreiben, denn dank einer Englischen Woche steht die nächste Bundesliga-Partie bereits am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) im heimischen Stadion An der Alten Försterei gegen den FC Augsburg an.

Titelfoto: Marius Becker/dpa (Bildmontage)

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